Ein freier Tag zum Ausnüchtern

Geschrieben am 30. April 2008 in Japan, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Dienstag, 29. April 2008

Nachdem gestern Abend mal wieder heftig gefeiert wurde, habe ich den heutige freien Tag genutzt um auszunüchtern, für den morgen Test ein bisschen zu lernen und ein paar Blogeinträge zu verfassen.

JP hat außerdem die Gasrechnung bezahlt.

Over.

Fahrradrennen, Frauen und Koreanisches Internet

Geschrieben am 30. April 2008 in Nightlife, Veranstaltung, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Montag, 28. April 2008

Der Vormittag begann mit langweiligem Englisch-Unterricht gefolgt von einer Freistunde. Die nutzte ich um Midori meine Wochenendstories vom WaraWara und Akihabara zu erzählen. Das sorgte im Büro mal wieder für verblüffte Blicke und erstauntes Aufhorchen und viel Gesprächsstoff.

Achja, als O-Miyage (”Reisemitbringsel”) hatte ich Midori eine von diesen kleinen Sammelfiguren mitgebracht, die ihr einigermaßen ähnlich sah. Kam gut an. Dann habe ich ihr noch mein neues Buch “Outrageous Japanese - Slang, Curses and Epithets” gezeigt. Das war keine gute Idee, denn ihr Blick viel natürlich sofort auf das Kapitel über die sexuellen Anzüglichkeiten.

Das alles rächte sich auch ziemlich prompt, denn zu den Fotos, dem Mitbringsel und dem Buch viel ihr dann prompt mein neuer Spitzname, sukebe bzw. ecchi danizo-san, ein. Klasse. In der Mittagspause trafen JP und ich Midori dann nochmal und sie musste bei der Gelegenheit natürlich direkt mal JP von meinem neuen Spitznamen erzählen. Daraufhin meinte JP, dass er mich sowieso schon die ganze Zeit ero-ojisan nennt (was das bedeutet dürft ihr euch selbst zusammenreimen!). Das sorgte für ein heiteres Mittagsgespräch, bei dem Midori dann auch direkt mal wissen wollte, wie hoch unser Score am Wochenende war. “Score?” “Yeah, how many women did you have, sukebe ero-ojisan?” “???WTF????” Na danke, mein Ruf hier ist also wohl noch schlechter als Steve seiner auf Okinawa. Oder Kai bzw. Simon? Kann mir einer von euch was gegenteiliges erzählen?

Am Abend war dann von 17:30 bis 19:30 Uhr ein offizielles Willkommens-Bankett in der Mensa für alle Austauschstudis und wie es sich so gehört, war das natürlich wieder mal Anlass für eine Selbstvorstellung. Da es dieses Mal aber Bier gab, bin ich, als ich an der Reihe war, mit einer Flasche und einem halb-leeren Becher nach vorne und bat den Moderator mir mal kurz zu helfen. Danach sagte ich kurz meinen kleinen Satz ins Mikro und schloss mit “kanpai” (Prost!). Das sorgt für Erheiterung im Saal. Das Bingospiel danach fand ich aber irgendwie langweilig, naja was solls. Kurz danach war’s dann auch vorbei und JP, William, Han und ich sind zusammen nach Hause geradelt.

Irgendwann auf dem Weg von der Uni nach Hause haben Han und ich William und Jens ganz schön abgehängt, weil wir einfach ziemlich schnell unterwegs waren. Das hat sich dann auf dem letzten Drittel der Strecke zu einem Wettfahren entwickelt, bei dem ich lange Zeit mit 10, 20 Metern Vorsprung in Front lag. Leider habe dann den allerletzten Streckenabschnitt (vom Bahnhof zum Wohnheim) die Hauptstraße gewählt (ich wollte meinen Speed beibehalten, abbiegen hätte mich ausgebremst), während Han abgebogen und die Seitenstraße genommen hat. Das war aber leider die falsche Entscheidung von mir und der Wendepunkt, der mich auf der Verliererstraße brachte. Denn leider hat die Hauptstraße eine Ampel und der Gegenverkehr war gerade sehr stark, so dass ich anhalten und warten musste. Deswegen bin ich leider mit 10 Sekunden Rückstand ins Ziel bzw. den Parkplatz am Wohnheim eingefahren. Verdammt. Nächstes Mal bin ich cleverer.

Wir sind dann hoch zusammen hoch gegangen und als ich gerade in JP, der zu dem Zeitpunkt immer noch unterwegs war, und mein Apartment rein wollte, fragte mich Han, ob er mal kurz unser Internet benutzen könne, da er und William noch keins hätten. Klar, kein Problem. Tja, und nachdem Han mir dann koreanische Seiten mit MP3-Downloads gezeigt hatte, wir dann unser erstes Bier fast weg hatten, kamen auch William und JP endlich mal an. Da ich noch ein wenig mehr Bier im Kühlschrank hatte, bot ich natürlich William auch noch eins an. Daraus entwickelte sich eine lustige Trinkrunde, die ich nur einmal kurz verlassen musste um zum nächsten 7-11 um die Ecke zu rennen. Biernachschub war von Nöten gewesen (habe ca. 2300 Yen da gelassen).

Irgendwann fragte ich dann Han mal, warum er mich denn dauernd so betascht und seine Erklärung war, dass das unter koreanischen Männern bzw. Studenten wohl so üblich ist, wenn sie Freunde sind. Die Erklärung hatte ich vor einer Woche auch schon von Korea-Steve gehört, als er mit demselben Scheiß anfing und ich dachte, Han hätte ihm gesagt, er soll mich damit ärgern. Ich versuchte Han daraufhin zu erklären, dass das in Deutschland ziemlich unüblich ist und ich dachte, er wäre schwul. Das wurde aber direkt von ihm unter lautem Lachen verneint.

Während des dann immer weiter fortschreitenden Abends versuchten JP und ich dann noch William Die Ärzte näher zu bringen. Aber Synchron-Übersetzen ist schon schwierig. Naja, danach versuchten wir ihm halt ein paar Deutsche Wörter und Sätze wie “Prost”, “geile Schlampe”, “hübsche Braut”, “Ficken bis der Arzt kommt”, “Gibs mir richtig, ganz egal wo!”, etc. pp. bei zu bringen. Und während des Gesprächs, das zunehmend Frauen, Pornos und Koreanische vs. Japanische Schönheiten zum Thema hatte, kam von Will die Info, dass wir vier wohl hier die einzigen Kerle im Wohnheim wären. Die Info hatte er von Midori bekommen. Na dann, Attacke! ;)

Han versuchte uns dann irgendwann völlig betrunken koreanische Porno-Seiten zu erklären und auch Filme runter zu laden. Leider ist er mittendrin eingenickt. Dafür zeigte JPs Bildschirmschoner am nächsten Morgen koreanische Musik-Videos an. Man kann also getrost sagen: das war ein netter Abend. :)

BBQ & Karaoke

Geschrieben am 30. April 2008 in Japan, Nightlife, Veranstaltung, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Sonntag, 27. April 2008

Heute war ein Barbecue (aka Grillspektakel) unter der Brücke, die über den Fluß führt, der direkt vor der Uni vorbei fließt. Und das bei super Sonnenschein-Wetter und angenehmen 23° um 12 Uhr Mittags. Eingeladen waren alle Austauschstudenten (Eintritt frei, juhu) und jeder andere Student (500 Yen, außer Erstis, die auch umsonst mitmachen durften).

Es gab jede Menge Bier und andere alkoholische Getränke und es wurde natürlich reichlich aufgetischt an gebratenem Fleisch und Nudeln sowie Salat. Und in der alkoholschwangeren Umgebung gab es natürlich jede Menge angeregter Gespräche über dies und das und man lernte sich näher kennen - was ja wohl auch das eigentliche Ziel so einer Veranstaltung ist.

Wir hatten natürlich auch jede Menge Sportgeräte am Start, z. B. Federballsets, einen Volleyball, einen Fußball, und noch mehr Zeugs, dass alles ausgiebig genutzt wurde. Eine von den Chinesinnen war sehr, sehr talentiert beim Hochhalten eines “Federballs” (ja, die Dinger mit wirklichen Federn, nicht die, die beim Badminton oder so benutzt werden). Mit Hochhalten meine ich, dass dieser Federball immer mit den Füßen wieder nach oben getreten werden musste, die Hände durften nicht benutzt werden. Das macht betrunken (auch wenn es dann mit der Koordination hapert hier und da) und wenn man zu mehreren im Kreis steht richtig Spaß. Korea-Steve hat natürlich die eine oder andere Show-Einlage gebracht und sich ein paar Mal hingemault.

Hab’s gerade bei Wikipedia gefunden: Indiaca heißen die Dinger. War sehr lustig, und wie gesagt, die, äh, 3. hübscheste Chinesin aus unserer Gruppe von Austauschstudis, die konnte das halt richtig gut. Die hat auch immer wieder so Sondereinlagen gebracht ala Ronaldinho oder so. War schön anzusehen. Achja, jedesmal wenn die Indiaca von zu hoch oben kam und ich sie mit der Brust angenommen und dann gekonnt (glaubt mir wahrscheinlich keiner, aber war so :) ) wieder zurück gespielt habe mit dem Fuß, bekam ich Szenenapplaus von den Rängen. *lol*

Desweiteren war eine der anderen Chinesinnen (Uu-san) mit ihrem Ehemann und 7jährigen Sohnemann am Start, mit dem ich ein bisschen Fußball und Badminton gespielt habe. Und das Kind hat vielleicht eine verfickt gute Ausdauer gehabt. Das ist den ganzen Nachmittag, so gut 4 Stunden oder so, wie bekloppt hinter den Bällen hergerannt und hat versucht mitzuspielen. Der war am Ende des Abends total fertig, wollte aber partout nicht aufhören, bis Mama und Papa dann ein kleines Machtwort gesprochen hatten. :)

William und Nyu-san waren leider nicht da und haben eine Menge Spaß verpasst. Gegen Ende haben übrigens alle mit angepackt den Dreck und das benutzte Zeug weg- und aufzuräumen. Ganz am Ende wurden dann noch div. Gruppen-Fotos geschossen und übrig gebliebene Getränke unter den noch Anwesenden verteilt.

War echt ein schöner Nachmittag. Sollte man mal wiederholen.

Nach dem Ende kam dann von einigen JapanerInnen der Vorschlag noch in eine Karaoke-Bar zu gehen. Erst war ich ja dagegen, habe mir dann aber doch gedacht “Hey, früher oder später musst du eh, also kannste auch jetzt mitgehen.” und so sind JP und ich mit 6 oder 7 anderen Studis zu etwa 15 Minuten (zu Fuß) entfernten Karaoke-Bar gegangen. Naja, von Außen sah das Gebäude aus wie ein großes Hotel mit vielen Einzelzimmern, aber in jedem dieser Einzelzimmer war halt eine Karaoke-Box untergebracht. Das ist ein Raum, in dem halt so eine High-Tech-Karaoke-Maschine steht. Um die benutzen zu können musste man sich die drahtlosen Mikros und drahtlosen Touch-Screen-Fernbedienungen an der Rezeption holen. 2 Stunden Gesangsspaß für 1.200 Yen pro Person ist günstig, wenn man es mit den Preisen in Düsseldorf vergleicht. Da bezahlt man im Nikko-Hotel ja gerne mal 50 Euro (oder waren es 40+?) oder mehr. Naja, war jedenfalls mein erstes Mal und ich habe auch nur ein Lied (Savage Garden - Affirmation) gesungen.

Warum nur einen Anstandstitel? Weil alle anderen, und ich meine wirklich alle anderen (ok, JP ausgenommen, der sang so schlecht wie ich :) ) waren wirklich, wirklich gut. Fühlt sich halt scheiße an mit als Einziger jeden zweiten Ton zu verhauen. Und leider war ich auch nicht betrunken genug. Und leider, leider gab es nur sehr, sehr, sehr wenig Deutsche Musik. Vergleich: es gab 150 Seiten dickes Buch mit englischer Musik, einen 1000 Seiten starken Katalog mit jap. Musik und genau ein halbes DIN-A4 Blatt mit deutschen Titeln. Die meisten davon klassische Musik, die man allerhöchstens mal im Kindergarten oder so gesungen hat. Die Ärzte, Hosen oder auch Rammstein suchte man da vergebens (alles Bands, von denen ich Lieder auch im Schlaf hätte singen können. ;) ) Und um Nenas 99 Luftballons zu singen war ich definitiv noch zu nüchtern. Ein anderes Mal vielleicht. JP hat übrigens Linkin Park versaut. :)

Nach zwei Stunden sind JP und ich dann auch vorzeitig abgehauen, während die anderen sich noch zwei weitere Stündchen Musik nachsingen gegönnt haben.

Ueno, Asakusa, Akihabara

Geschrieben am 30. April 2008 in Japan, Nightlife, アキバ, 写真, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Der zweite Teil von Roberts und meiner Tour durch Tokyo.

Samstag, 26. April 2008

Nach dem anstrengenden Vorabend bzw. -nacht sind Rob und ich dann gegen kurz nach 11 Uhr von Ueno gen Asakusa aufgebrochen. Ich wollte Rob einmal den Sensō-ji (Tokyos ältester und bedeutendster buddisthischer Tempel) sowie den direkt daneben liegenden shintoistischen Schrein dort zeigen.

Ich bin wirklich froh gewesen, dass es zu so früher Stunde kaum Leute in die U-Bahn getrieben hatte, denn Robert hatte einen kleinen, wie soll ich sagen, “Unfall” kurz vor der Asakusa-Station. Ich meine, dass war so eine Gelegenheit, wo ich mir eine von den Millionen und Abermillionen Plastiktüten, die man hier bei jedem Einkauf hinterher geworfen bekommt, gewünscht habe. Egal, keiner hat’s gesehen und wir sind einfach mal vom Bahnhof aus gemütlich Richtung Tempel geschlendert.

Der Weg dorthin ist mit einer Einkaufsmeile versehen, in der alle 2, 3 bzw. 4 Meter ein anderes kleines Geschäftchen mit herumwuselnden Japanern den Weg säumt. Und natürlich hörte man überall das allseits bekannte “いらっしゃいませ”, (irasshaimase) was man laut Wadoku.de mit “Willkommen!; Herzlich Willkommen!” übersetzen kann. Das wird jedem Kunden zugerufen, der einen Laden betritt. Oft wird es von den Angestellten auch einfach nur so in die Luft gerufen, wenn sie gerade mit dem Rücken zum Kunden stehen, die Regale einräumen oder draußen vor der Tür Werbebroschüren verteilen.

Neben lauter Läden mit Kleinkram (wie z. B. Fächern, Essstäbchen, Andenken) gab’s natürlich auch welche, die T-Shirts, Handtaschen, Schuhen und ähnliches Zeug an den Mann bzw. die Frau versuchten zu bringen. Aber das tollste sind natürlich die ganzen Fressbuden überall gewesen. Jedenfalls strömten die diversen Düfte von geschmackvollen und frisch zubereiteten Leckereien auf uns ein. Mit dem Duft in der Nase sahen wir uns ein wenig in und um dem Tempel herum um. Und weil es um den Tempel und Schrein selbst herum auch nochmal jede Menge “Frittenbuden” bzw. Stände mit typisch japanischen Köstlichkeiten, wie zum Beispiel やきとり (yakitori) und そば (soba), gibt, ging einem der Duft nicht aus der Nase. Da musste ich jedenfalls nach einer Zeit mal zuschlagen, denn ich hatte riesen Kohldampf. Robert hingegen war bekannten Gründen nicht nach Essen zumute. :) Und, wie das nun mal so ist um Touristenattraktionen herum, war es leider viel zu teuer und hat auch nicht besonders gut geschmeckt und das obwohl ich yakitori und soba eigentlich gerne esse.

Nach dem ganzen Schrein- und Tempel-Trouble sind wir dann durch die immer mehr werdenden Touristen- und Ausländermassen zu Fuß Richtung Akihabara aufgebrochen. Es war eigentlich gar nicht unsere Absicht dahin zu Fuß zu gehen, sondern wir sind einfach so ziellos durch Asakusa Bummeln gegangen. Und während dieser Bummellei sind wir an einem weiteren, kleinen, Shinto-Schrein vorbeigekommen, bei dem gerade eine jährlich stattfindende Zeremonie abgehalten wurde. Dies erfuhr ich auf Nachfrage von einer der Passantinnen, die sich zusammen mit 3, 4 weiteren Leuten das Geschehen ansah. Die Zeremoniengesellschaft bestand hauptsächlich aus älteren Herren, die alle in traditionellen Kimonos gekleidet waren. Mit dabei war auch eine junge Dame (max. 30 Jahre, schätze ich), die ebenfalls zur Tempelgesellschaft gehörte. Und das wirklich tolle war, dass außer Rob und mir kein anderer Ausländer weit und breit zu sehen war, sondern nur ein paar japanische Touristen oder Bewohner der Gegend. Mit dabei war auch ein professioneller Fotograph, der das ganze Geschehen festhielt. Und als sich die Gruppe dann zum gemeinsamen Gruppenfoto aufstellte, habe ich mich einfach dreisterweise direkt neben den Profi geschlichen, ein kurzes “Sumimasen, shitzureishimasu.” (so ungefähr: “Sorry, ich bin unfreundlich”) gemurmelt und auch zwei, drei Bilder gemacht. (Werden nachgereicht)

Auf dem weiteren Weg haben wir dann noch einige interessante Geschäfte gesehen. Highlight war sicher die eine Straße, an der auf einer Strecke von - ungelogen - 250 bis 300 Metern alle 10, 20 Meter ein Laden war (auf beiden Straßenseiten), der historische, meist miniaturisierte Nachbauten von Samurai-Rüstungen und -Ausrüstungen verkaufte. Preise einer “einfachen” Samurai-Rüstung incl. Helm und Bogen gingen so bei 80.000 Yen los. Als wir dann in einem der etwas größeren und hoch luxuriös aussehenden Läden mal reingegangen sind, fanden wir dort doch tatsächlich eine fast lebensgroße Rüstung. Daneben stand aber kein Preis. Wohl aus guten Grund, denn die kleine Miniatur daneben (1:15 oder 1:20 im Maßstab, schätze ich mal) hat alleine schon 120.000 Yen oder so gekostet.

Daneben haben wir auf dem Weg ein paar große Anime-Charaktere gefunden, die vor einem Geschäft aufgestellt waren. Natürlich haben wir da ein paar Bilder gemacht und - wie gehabt - werden die natürlich bei Zeiten nachgereicht.

Nach 2 1/2 Stunden der so sind wir dann in Akihabara angekommen und ich habe Robert durch diverse Geschäfte geschleift. Natürlich auch die mit den Sammel-Figuren und Soft-Air bzw. Paintball-Waffen. Außerdem haben wir uns div. Elektrogeschäfte angesehen. Und was ist mir dabei aufgefallen? Ich hätte mein elektronisches Wörterbuch besser später kaufen sollen oder zumindest vorher besser recherchieren sollen. Warum? Es gibt hier auch elektr. Wörterbücher mit denen man TV empfangen kann. FERNSEHEN! FERNSEHEN auf einem elektronischen Wörterbuch!!!!!1111elf Geil. Sowas muss ich haben. Im Shosen-Book Tower hat Rob dann noch ein Buch mit dem Titel “Outrageous Japanese - Slang, Curses and Epithets” gefunden, welches ich mir natürlich sofort gekauft habe. :)

Naja, danach wollten wir uns etwas ausruhen, weil das ganze Bummeln doch wohl anstrengend war und die Übernächtigung und der Kater ihr übriges dazu taten. Und so suchten wir ein Cafe oder Imbiss oder sonstwas in der Richtung. Leider waren alle Läden ziemlich voll, bis Rob ein Cafe in einem 2. Stock (jap. Rechen-Art) auffiel. Nichts wie rein dachte ich, mir gar nicht mehr im klaren darüber, dass es in Japan ja auch, wie soll ich sagen, ganz besondere Cafes gibt. Die nennen sich dann meidokafe bzw. meidokissa (kissa ist kurz für kissaten, was normalerweise Cafe heißt). Was ist an diesen Cafes so besonders? Nun ja, die Bedienungen sind ausnahmlos hübsche, junge Mädels, die als Dienstmädchen gekleidet sind und einem sehr, sehr höflcih und zuvorkommend bedienen. Und das kostet entsprechend mehr. Ich war so froh, dass die Bedienung am Eingang dann direkt meinte, es tue ihr unendlich leid, aber das Cafe sei zur Zeit für die nächsten 3 Stunden komplett ausgebucht und ob wir nicht für später einen Platz reservieren wollten. Ich habe dankend abgelehnt und die Ausrede vorgeschoben, dass wir nachher zurück nach Osaka fahren müssten. So sind Rob und ich dann noch um ein sehr teures, aber sicher doch interessantes Erlebnis herumgekommen. Schlussendlich sind wir dann im McD untergekommen, weil wir keine Lust hatten weiter großartig rumzusuchen.

Nach einer Cola und einem Eis und ein bisschen Smalltalk haben wir uns dann draußen voneinander verabschiedet, weil Robert noch ein bisschen Schlaf bis zum Abend nachholen wollte. Da würde sich seine Reisegruppe am Hotel zusammentreffen und eine kleine Welcome-Party machen.

Nachdem sich Rob dann auf den Weg zum Hotel machte, ging ich nochmal für 3 Stunden oder so sinnfrei durch Akiba. Schlussendlich habe ich mir ein, zwei dieser Figuren zugelegt (leider habe ich nur eine einzige kleine Detektiv Conan-Figur gefunden), bin durch div. Porno-Shops (glaubt man nicht, dass die hier irgendwo unzensierte Filme haben, die sind alle verpixelt an den “wichtigen” Stellen, ganz zu schweige davon, dass man hier europäische oder amerikanische Werke vergebens sucht) gezogen und habe mit dem Gedanken gespielt mir die Soft-Air Uzi mit Schalldämpfer und allem für 25.000 Yen zuzulegen. Oder einen der Taser + Schlagring. Mal davon abgesehen werde ich mir, bei meinem nächsten Besuch in Akiba, ein paar Shirts mit lustigen japanischen Motiven bzw. Kanji drauf zulegen. Geek-Boy out.

Zu Hause angekommen konnte ich übrigens meine Füße wegschmeißen. :)

また「わらわら」居酒屋へ - und nochmal ins WaraWara

Geschrieben am 29. April 2008 in Japan, Nightlife, アキバ, 大学, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 2 Kommentare

Freitag, der 25. April 2008

Vorweg: ein ereignisreicher Tag, auf den ein ebenso ereignisreicher und anstrengender zweiter Tag folgte. Aber der Reihe nach.

Uni

Der Englisch bei Mr. Graham war ereignislos. Danach der 書道 (Kalligraphie) Kurs hingegen war sehr interessant. Die Dozentin meinte zwar zum Schluss der Stunde, ich wäre richtig gut geworden im Verlauf der 90 Minuten, aber ich denke, dass soll mich nur motivieren wollte weiter im Kurs zu bleiben. Meine Pinselführung war wirklich unterste Schublade und die Dozentin musste mich mehrfach korrigieren. Und das ständige wiederholte Schreiben von 一 (1) bzw. 三 (3) hat mich auch nicht wirklich weiter gebracht. Ok, verglichen mit meinem aller ersten Versuch zu Beginn der Stunde waren meine 1 bzw. 3 zum Schluss schon wesentlich besser. Dafür war ich aber auch vollgeschmirrt bis oben hin. Die jap. Studis konnten das alle ohne sich zu bekleckern. Naja, was solls. Nächste Woche halt nochmal versuchen.

Die Japanisch Stunden am Nachmittag waren jetzt nicht weiter erwähnenswert, weil es größtenteils Wiederholung war. Aber das Tempo blieb erfreulich hoch, mal sehen, wann ich anfange darunter zu leiden. Vermutlich dauert das nicht mehr lange. Der erste Grammatik/Kanji-Test ist nämlich auch schon nächste Woche Mittwoch.

Freizeit

Gegen 16:30 Uhr war dann Schluss mit Unterricht und der spaßige Teil des Tages sollte beginnen. Robert, ein alter Freund aus Abi-Tagen, hatte sich angekündigt bzw. wollte sich mit mir Treffen. Er macht zur Zeit eine Rundreise durch Japan in einer Touristen-Gruppe, aber bevor das offiziell losgehen sollte, hatte er noch einen Abend und einen Tag Zeit und wollte sich mit mir Treffen. Und da ich ihn seit dem Abi nicht mehr gesehen hatte, habe ich natürlich zugesagt. Als Treffpunkt hatten wir vorher Akihabara ausgemacht, direkt vor dem Eingang des Yodobashikamera Akiba-Mise Elektrogeschäfts. Und dank meines roten Bandanas konnte er mich auch direkt ausfindig machen aus der Menge der schwarzen Anzugträger.

Ich war allerdings schon 1 1/2 Stunden vor dem eigentlichen verabredeten Zeitpunkt angekommen und bin noch so ein bisschen durch Akiba gegangen und habe mal dieses oder jenes Geschäft hineingeschnuppert. Hintergedanke war: vielleicht findest du ja irgendwo gebrauchte 電子辞書 (elektr. Wörterbücher). Habe leider nur welche mit Chinesisch gesehen. Tja, ein anderes Mal vielleicht. Dafür habe ich umso mehr kleine Figuren-Läden gefunden. Und Soft-Air- sowie Paint-Ball-Waffen. Und unglaublich viele Elektronik-Läden natürlich. DVD-Shops, Sex-Shops, Musik-Shops, alles mögliche. Ich habe ein paar Bilder von div. Dingen gemacht, die werden bei Gelegenheit natürlich nachgereicht.

Pünktlich zur verabredeten Zeit war ich dann wieder vor dem abgemachten Elektrogeschäft und nachdem ich zehn, fünfzehn Meter vom Eingang wegführende Passage entlanggegangen war begrüßte mich auch schon ein lange nicht mehr gesehenes Gesicht aus der vorbeiströmenden Menge. Nach der ersten kurzen Begrüßung entschieden wir uns auch direkt mal was zu Essen zu organisieren und da Robert kein großer Freund von Fisch ist schlug ich ein Curry-Restaurant vor. Um genau zu sein eins aus der Curry House-Kette, welches mir ja schon bekannt war. Ich war mir sicher gewesen, auf meiner kleinen Erkundungstour vorher eine Filiale von denen gesehen zu haben, nur leider hatte ich die genaue Position vergessen. Daher liefen wir erstmal 10 Minuten orientierungslos umher und unterhielten uns. Irgendwann fiel es mir dann auf der anderen Straßenseite auf und wir wechselten durch die U-Bahn-Unterführung hindurch auf die Seite mit unserem Essen.

Im Restaurant selbst wurden wir dann auf Englisch begrüßt vom Kellner. Ich korrigierte ihn daraufhin, dass er mit mir auch jap. Reden könne, ich würde ihn verstehen, und nach einer kurzen Entschuldigung von ihm erklärte er dann freudestrahlend - nun auf japanisch versteht sich -, dass wir uns an die Theke setzen können und er uns die Karte holen würde. Natürlich habe ich Rob auch auf die verschiedenen Schärfestufen hingewiesen und eigentlich wollte ich Stufe 3 austesten, habe das dann aber bei der Bestellung, weil Rob und ich halt viel zu erzählen hatten, völlig vergessen. Naja, dann halt nächstes Mal.

Nach dem Essen sind wir ein bisschen in Akihabara herumgestromert und haben uns dies und das erzählt. Natürlich habe ich versucht alles mögliche an typisch japanischen Eigenarten, die uns bzw. Rob so auffielen bzw. aufgefallen waren, zu erklären, soweit ich das konnte. Irgendwann haben wir uns dann dazu entschlossen doch mal eine Kneipe anzusteuern und, ihr werdet es schon erraten haben, es war natürlich eine 笑笑(わらわら) - warawara - Kneipe. Das Kanji 笑 bedeutet übrigens soviel wie “lachen, Gelächter”. Dort wurden wir dann freundlich drauf hingewiesen, dass die max. Aufenthaltsdauer 2 Stunden beträgt. Wir blieben also 3 Stunden. Und wurden dann, nachdem man uns nach 2 Stunden schon freundlich mitteilte “Letzte Bestellung bitte.” hinaus komplementiert. Rausgeworfen ist das bessere Wort, denn die Kellner waren hier doch etwas rauer im Umgangston als im warawara direkt bei mir um die Ecke. 7000 Yen. Stolze Bilanz, aber da ging an dem Abend noch mehr. :) Zwischendurch bekam ich übrigens Mails auf mein Handy von einer mysteriösen Absenderin mit der aussagekräftigen Mail-Anschrift hot-midori@….. Ich habe ihr dann im Verlaufe von Robs und meiner nächtigen Kneipentour noch mehrere Bilder und nicht ganz jugendfreie Emails zugeschickt. Ich denke, das war einer der Gründe, warum ich am folgenden Montag einen neuen Spitznamen bekommen sollte.

Ohja, während Rob und ich so in der Kneipe erzählten und erzählten viel mir irgendwann auf “Oh fuck, 23:53 Uhr. Den letzten Zug kriegst du nie, mal davon abgesehen, dass ich auch noch hätte umsteigen müssen.” Tja, da half also nur eins, auf zu Rob’s Hotel in Ueno bzw. direkt neben einem der Ueno-Parks. Wir sind von Akihabara zu Fuß dahin und haben uns unterwegs in einem der Konbinis mit neuen Getränken versorgt, denn leider, leider hatten die Bier-Automaten, die am Wegesrand so rumstanden, schon Sperrstunde. Nach 23 Uhr geht da nichts mehr. Verdammt nochmal.

Unterwegs haben wir übrigens mehrere Obdachlose in ihren Kartons gesehen, die im und um den Ueno-Park ihr Lager aufgeschlagen hatten. Gegen 0:30 oder so kamen wir dann am Hotel an und sind direkt mal kurz auf’s Zimmer gefahren, ein bisschen ausruhen. Direkt danach ging’s aber schon wieder raus in die Nacht, die nächste Kneipe wartete.

Und was soll ich sagen, direkt neben dem Hotel, keine 3 Minuten zu Fuß, war dann das nächste わらわらwarawara. Nichts wie rein. Öffnungszeiten bei warawara sind schließlich von 22 bis 29 Uhr (ja, so schreibt man das hier auch gerne mal, ich übersetze es aber mal kurz für die Mathematiklegasteniker unter euch: 22 Uhr bis - 5 Uhr). Und was soll ich sagen, wir hatten gerade die erste Runde bestellt, da bemerke ich hinter uns drei Mädels, die kichernd dauernd zu uns rüber schauten. Ich habe das dann mal als Aufforderung zum spontanen get together ausgelegt und so setzen wir uns halt zu den drei Mädels.

Natürlich kamen wieder die üblichen Fragen nach Herkunft, Alter, sexuelle Vorlieben, Analerfahrung und Intimpiercings, wovon Robert aber gar nichts mitkriegte, weil sich seine Japanisch-Kenntnisse auf “wakarimasen”, “arigato”, “hai”, “iie” und “hajimemashite, roberuto to moshimasu” beschränkten. Dafür hatten die Mädels und ich umso mehr Spaß beim Extreme-Flirting oder wie immer man das nennen möchte. Um 4:30 Uhr oder so sind wir dann gegangen, aber wer jetzt genau wie viel bei der Rechnung bezahlt hat, dass weiß ich nicht mehr. Kommt mir irgendwie bekannt vor, die Situation. :) Und wie wir ins Hotel zurückgekommen sind, weiß ich auch nicht mehr. Ich war nur froh, dass ich noch alle meine Sachen und Wertgegenstände bei mir hatte als ich am nächsten Morgen gegen 10 Uhr oder so wach geworden bin. :)

Teil 2 “Der Tag danach” folgt demnächst, muss jetzt erst lernen. Morgen ist ein Grammatik/Kanji-Test.

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