Alltag, er hat mich wieder

Geschrieben am 26. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 大学, 女たらし, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Woche vom Sonntag, 18. Mai, bis Montag 26. Mai 2008

Da hier so langsam aber sicher der Alltag eingekehrt ist, gibt es auch nicht mehr ganz so viel zu berichten. Daher werde ich absofort eher Wochenzusammenfassungen veröffentlichen als jeden Tag einzeln zu beschreiben. Ausnahmen nicht ausgeschlossen.

Zum Wetter: es wird momentan langsam aber sicher wärmer, viel wärmer. Um kurz nach 9:30 Uhr schon >20°, gegen 11 Uhr 25° und am Mittag bzw. Nachmittag an die 30° ist schon anstrengend. Daher hält man sich eher in Gebäuden auf, weil die hier alle Klimaanlagen haben. Die draußen zwischendurch mal auftretenden, und durchaus starken, Winde erfrischen einen zwar kurz, aber angenehmer ist es wirklich in klimatisierten Gebäuden. Wobei Temperaturen an die 30° hier ja erst der Anfang vom Sommer sind. Da geht noch mehr, soweit ich gehört habe. Das ist übrigens so warm, dass mein Eis am Stil bereits anfängt zu schmelzen, wenn ich es nur aus dem Kühlschrank hole. Äh, ok, das “schmelzen” ist ja noch normal, aber die Geschwindigkeit mit der das hier passiert jedoch nicht - also im Vergleich zu Deutschland. (In der Küche haben wir keine Klimaanlage, deshalb ist es dort wärmer als in den anderen Räumen.)

Am Dienstag, dem 20. Mai 20008 war ich nicht beim Fußball, sondern bin früher nach Hause, weil ich Abends zum Yakitori-Restaurant wollte, in dem Hadi arbeitet. (Mal davon abgesehen hatte ich mir am Freitag vorher ne Zerrung geholt, die noch nicht wirklich besser geworden war.) Ich wusste, dass sie an dem Abend Schicht hatte, weil ich mich die Woche vorher beim Besuch dort bei ihren Kolleginnen nach ihren Arbeitzeiten erkundigt hatte. Sie war auch etwas überrascht, allerdings positiv (so schien es mir), als ich dann vorbei kam. Ich bin bis ca. 12 Uhr geblieben und während Hadis Pause haben wir uns zusammen etwas länger unterhalten und ich habe ihr meine Visitenkarte gegeben. Sie hat sich dann noch direkt nach Dienstschluß bei mir gemeldet per Handy-Mail. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Mittwochs war ich dann nur zum Japanisch-Unterricht in der 2. Stunde, weil ich es mir mal erlaubt hatte meinen kleinen Kater auszuschlafen. Diesen langweiligen “Japaner-treffen-Ausländer-und-unterhalten-sich-über-Kulturunterschiede”-Unterricht in der 1. Stunde hatte ich mir dadurch erspart.

Überhaupt mal zum Unterricht: am meisten kotzt mich momentan der stinklangweilige 留学生生活 (Alltagsleben der Austauschstudenten) genannte Unterricht an. Wie der Name schon sagt, nehmen da nur die Austauschstudenten dran teil. Unterrichtet wird der ganze Scherz von Kondo-sensei, dem wohl ältesten, und daher meiner Meinung nach strengstens und zugleich langweiligsten, Dozenten hier in der Abteilung. Eine typische Stunde läuft wie folgt: Kondo fragt die jeweiligen Gruppenführer ob alle Gruppenmitglieder da sind. Da muss dann entsprechend verständlich und korrekt drauf geantwortet werden. Ich muss nicht extra erwähnen, dass schon das manchmal Schwierigkeiten bedeutet für diejenigen, die halt noch nicht so lange Japanisch studieren. Danach werden für alle Austauschstudenten wichtige Informationen, sofern vorhanden, oder uninteressante Texte vorgestellt, vorgetragen und erklärt. Dazwischen geht Kondo die Teilnehmerliste des Kurses durch und ruft immer mal wieder einzelne Namen auf, die dann die von ihm gestellte Frage zum Text (oder zur gerade erklärten Info) korrekt und vollständig beantworten sollen. Kann das jemand nicht, und das ist der Regelfall, dann wird halt direkt der nächste aufgerufen. Das Spiel geht so lange bis entweder jemand die korrekte Antwort gibt oder er keinen Bock mehr hat und die Frage selbst beantwortet. Nun, normalerweise wären die Fragen leicht zu beantworten für jemanden, der 1 Jahr oder länger Japanisch studiert hat. Allerdings nuschelt sich der gute oft so einen in seinen Bart, dass das die durchaus nicht gerade schweigsame Geräuschkulisse des Kurses ihn natürlich übertönt und man entweder die Frage nicht mitkriegt oder überhört, dass man aufgerufen wurde. Ehrlich, das ist doch kein Unterricht, dass idiotisch. Die verfickten Infos kann er mir auch so in mein Postfach legen, und falls ich Fragen haben sollte kann ich immer noch fragen. Aber so? Gott, es kotzt mich so an.

Dann haben wir da noch den restlichen Unterricht. Der Englisch-Unterricht wird auch in Zukunft auf max. Mittelstufen Niveau bleiben und ist daher eigentlich nur Zeitverschwendung. Im nächsten Semester werde ich diesen Kappes wahrscheinlich kicken, Credit Points brauch ich hier eh keine. Und der andere Japanisch Unterricht ist eigentlich nur bei Kobayashi-sensei (3A-Kurs) und Ota-sensei (5B-Kurs) wirklich interessant. Die Stunden bei den anderen, vor allem alten, Dozentinnen sind so dermaßen kotztlangweilig, das geht auf keine Kuhhaut. Wir machen Minna no Nihongo 2 - Hörverstehensübungen (wer’s genau wissen will: heute, 26. Mai, Lektion 30) … weißte Bescheid, Schätzelein, ne!?! Und Kanji-Unterricht? Bitte, warum? Die kann ich auch alleine lernen. Im Kurs jedes einzelne Kanji durchgehen und mir einmal zeigen lassen wie man das schreibt und wie die Lesungen sind muss ich jedenfalls nicht. Oder im Chor Vokabeln bzw. Texte vorlesen. Gott.Verdammte.Hühnerkacke. Naja, aber ich bin schon froh, dass ich nicht so einen Scheiß machen muss wie Timo an der Keiō. Der arme muss wohl seine ganzen Texte immer komplett auswendig lernen, damit er sie fehlerfrei vortragen oder hinschreiben kann.

Zurück zum lustigen Teil der Woche: Fußball am Freitag, den 23. Mai 2008. Mein Bein machte wieder mit, also konnte ich spielen. Ein typischer Fußballabend im Club läuft wie folgt ab: zunächst einmal ein großen Kreis formen, dann eine kleine Selbstvorstellungsrunde, gefolgt von einigen kleinen Dehn- und Streckübungen. Danach werden 2 Kreise geformt, einer weiblich und einer männlich. Dann wird durchgezählt, der Mittelwert gebildet, mit Pi potenziert und zum Schluß die 3. Ableitung nach Spaßfaktor gebildet. Kurz: es werden kleine Männer und Frauen-Teams (4-6 Leute pro Team) gebildet, wobei danach jedem Männer-Team ein Frauen-Team zugeordnet wird. Die so entstehenden Gruppen (8-12 Leute) machen dann wiederum so ca. 20-30 Minuten lang Aufwärmspielchen. Danach treten diese Mischteams gegeneinander in kleinen Fußballspielchen (Spielzeit zw. 4 und 8 Minuten pro Spiel) an. Dies geht so an die 40 oder 50 Minuten. Im Anschluß werden die Geschlechter wieder getrennt und die Mädels trainieren und spielen für sich, genauso wie die Männer. Und zack sind 3 Stunden um und man ist total im Arsch. Warum? Naja, besonders der letzte Teil schlaucht halt. In den gemischtgeschlechtlichen Spielen wird von den Männer kaum Gas gegeben, sondern es wird eher versucht zu zaubern - nicht, dass ich das könnte, ich bin eher der ‘die-axt-im-wald-haut-alles-um’-Spieler-Typ.

Nach dem Training ging’s mit Huan und Han-Solo zum nächst-besten Supermarkt und wir haben uns ein paar Bier gezogen. Keine Ahnung warum dass dann wieder so geendet ist, dass wir bei mir derbst einen gehoben haben, aber es war schon lustig. Han ist irgendwann stockbesoffen und total übermüdet geflüchtet (wohnt ja direkt über mir) und Huan ist keine 20 Minuten später total tot auf dem Klo eingepennt. Naja, nach Hause konnte der jedenfalls nicht mehr alleine, daher hatte ich ihm mal den Ersatzfuton rausgesucht. Am nächsten Morgen, Samstag, dem 24. Mai, ist er dann gegen kurz nach 10 Uhr nach Hause geradelt. Ich habe bis zum Abend nicht viel gemacht, hier und da ein paar Hausaufgaben erledigt, versucht Kanji zu lernen und ein paar Filme geguckt.

Abends war ich dann mit Naomi am Bahnhof verabredet. Sie hatte den ganzen Vormittag und Nachmittag mit ein paar anderen Studenten Geld für die Erdbeben-Opfer in China gesammelt. Dabei sollen so an die 120000 Yen zusammengekommen sein, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Respekt. Wir sind dann zu zweit in eins der Restaurants am Bahnhof gegangen und haben feinst diniert. War ein netter Abend, der nur dadurch gestört wurde, dass sie gegen kurz vor 23 Uhr von ihrer Mutter, die zufällig in der Nähe in einem Fitness-Studio Tennis gespielt hatte, abgeholt wurde.

Tags drauf, Sonntag, den 25. Mai 2008, war ich dann bei 談さん (Dan-san), einer jungen, süßen Chinesin mit ein paar anderen Chinesen zum Mittagessen eingeladen. Und zufälligerweise war auch noch der Geburtstag der anderen kleinen Chinesin Go-san, was ich aber nicht wusste, sonst hätte ich ihr ein Geschenk mitgebracht. Zu Essen gab es übrigens reichlich, und eigentlich war es auch ganz lecker, bis auf der Gurken-Paprika-Würstchen-Mix, der war eindeutig zu versalzen. Naja, aber einem geschenkten Gaul, …. Dan-san wohnt zusammen mit den meisten anderen Austauschchinesen in einem Little-China-Town - könnten man es wohl nennen, aber es gleicht eher einem Little-China-Hinterhof-Wohnhaus-Block - nahe der Uni. Und wie es der Zufall so will, kam kurz nach dem Essen auch noch Huan vorbei. Der musste sich dann auch gleich mal erkundigen warum ich mit zwei Mädels alleine abhänge (die anderen Chinesen waren schon wieder weg) und ob wir “es” gleich noch tun wollten. Natürlich nicht! … oder doch? ;) Naja, jedenfalls konnte wir zwei Kerle darüber ruhig auf Japanisch unterhalten, weil die Mädels gerade mal 6 Monate oder so Japanisch studiert haben und unserer Diskussion daher nicht so ganz folgen konnten. :)

Nachdem Huan dann wieder weg war, war ich auch nicht mehr lange da. Gegen kurz vor 16 Uhr bin ich nach Hause abgedampft, wo ich den Rest des Tages mit Lernen verbringen wollte, dann aber doch die runtergeladenen Filme angeguckt habe. Verdammt. Zwischendurch bekam ich allerdings noch eine Mail von Huan, ich sollte ja die Finger von Dan-san lassen, sonst würde er mich umbringen. Sie wäre sein Gerät und nicht meins! :lol: Janeisklar, Atze! Nummer ziehen und anstellen würde ich mal sagen. ;)

The Forbidden Kingdom: der neue Streifen mit Jet Li und Jackie Chan, solide gemachte american eastern action comedy :)! Sollte man auf jeden Fall gesehen haben. :)
Iron Man: nette Comic-Verfilmung.
Harold & Kumar Escape from Guantanamo Bay: Comedy mit ein paar netten Szenen, muss man aber nicht gesehen haben.
National Treasure: Book of Secrets: Nicolas Cage als Schatzjäger ala Indy. Ist ganz cool, aber Teil 1 war besser.
The Mist: Monsterhorrorfilm basierend einer Kurzgeschichte von Stephen King mit ganz netten Gore-Effekten
Stardust: toller Märchenfilm, mit Robert De Niro in einer richtig geilen Nebenrolle, als schwuchtelig-schwuler Luftschiff-Kapitän.
Sunshine: Sci-Fic Film ähnlich wie Event Horizon, aber schlechter. Viel schlechter. Muss man nicht gesehen haben.

Korea-Connection & Meiji-Schrein

Geschrieben am 18. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 写真, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

Freitag, 16. Mai

Nachdem ich am Vorabend auswärts essen und erst relativ spät wieder heimgekommen war, habe ich einfach mal die Englisch-Stunde ausfallen lassen. Als ich dann in der Uni pünktlich zur 2. Stunde - Kalligraphie-Unterricht - völlig übermüdet auftauchte, hätte ich mir sowas von in den Arsch beißen können. Die Stunde fiel nämlich flach. Keine Ahnung warum, aber niemand war da. Ich habe dann später erfahren, dass wohl die Erstis irgendeinen Ausflug hatten und daher kein Unterricht stattfand.

Naja, habe dann die Zeit genutzt meine Hausaufgaben zu machen. Und weil ich damit ziemlich schnell fertig war, bin ich mit Midori um 20 vor 12 Uhr in die Mensa gegangen, vor dem großen Ansturm um kurz nach 12 Uhr. Mittagsgespräch war dann, was ich davon halten würde, wenn man die Austauschstudenten aus gleichen Ländern in getrennten Wohnungen unterbringen würde. Dann wären sie in jedem Fall gezwungen Japanisch zu reden. Klingt logisch und großartig dagegeben habe ich jetzt auch nichts, solange - tja, solange! - ich hier in der Wohnung bleiben kann, wo ich gerade bin. :)

Abends, so gegen 18 Uhr sollte dann in Cho-san’s Wohnung eine kleine Geburtstagsparty für Takako stattfinden. Dafür hatten Mika und Emi in der kleinen Küche in Gebäude 10 vorher schon fleißig Essen zubereitet, dass wir dann erstmal kurz rüber brachten zu Cho. Da ich aber vorhatte zum Fußball zu gehen, habe ich mich verabschiedet und bin mit Huan und Han rüber zum Sportplatz. Um 21 Uhr sind wir dann, direkt nach dem Fußball also, zurück zu Cho.

Es sollte allerdings nur ein kurzer Zwischenstopp werden. Zum einen hatte Huan mich während des Fußballs gefragt, ob ich danach nicht mit ihm mitkommen wollte, er wollte mich zwei seiner koreanischen Freunde (bzw. Senpai) vorstellen, die hier in Japan wohnten. Naja, eigentlich wohnt nur einer hier, der andere ist auf Urlaub hier und spricht entsprechend kein Wort japanisch. Zum anderen war eine ziemlich negative Stimmung auf der Party als wir dort ankamen. Cho war ziemlich ungesprächig, Takako verschwunden zusammen mit ein paar anderen Mädels. Die kleine Chinesin Oo-chan war etwas gesprächiger als sonst und nur so konnte man ihr eigentlich anmerken, dass sie betrunken war, außerdem waren Emi und Mika offensichtlich am streiten irgendwo draußen. Hinzu kam, dass es keine alkoholischen Getränke mehr gab und der von JP mitgebrachte Jägermeister war fast leer war. Dies könnte die insgesamt ziemlich seltsame, ungute Stimmung erklären. Oder auch nicht. Mir war’s egal, denn Huan und ich sind dann nach 20 oder 30 Anstandsminuten wieder abgeschwirrt um seine koreanischen Buddies zu treffen.

Am Bahnhof haben wir dann die zwei Kim-sans, übrigens beide >30 Jahre alt, getroffen - und ja, die hießen wirklich beide so. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging’s dann in die gleiche Kneipe, in der schon die Fußballclub-Begrüßungsparty stattfand. Dort gönnten wir uns dann verschiedenste Leckereien und einen Pitcher Tee + Sake nach dem anderen. Die Gespräche in unserer Runde drehten sich hauptsächlich um Frauen, Schimpfwörter, Japan als Asians eingebildeteste Nation (deren Meinung, nicht meine) und ums Japanisch Lernen. Einziges Problem an der Gesprächsrunde war, dass einer der Kims überhaupt kein Japanisch sprach und immer wieder versuchte mit mir auf Englisch zu reden. Die ersten paar Male versuchte ich ihm auch noch auf Englisch zu antworten, allerdings verstand er mich nie, daher habe ich es dann aufgegeben und die anderen zwei Korea-Jungs mussten dann halt unserer jap. Wirr-Warr für ihn übersetzen.

Samstag, 17. Mai

Gegen 1 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu der wirklich, wirklich kleinen - und GOTT war die dreckig - Wohnung von Kim. Dort gab’s dann erstmal einen kleinen Mitternachts-Snack und weitere Drinks. Um kurz vor 4 Uhr legten wir uns dann zum Pennen hin. Am nächsten Morgen gegen 9 Uhr gab’s dann koreanisches Frühstück (Kimchi-Reis mit Ei, was jetzt nicht sooo lecker war, und eine sehr, sehr gute Suppe) und gegen 10 Uhr verabschiedeten Huan und ich uns dann von den Zweien und gingen zurück zu Cho’s Wohnung um unsere Sachen, die wir am Vorabend dort deponiert hatten, abzuholen. Cho’s Stimmung war allerdings immer noch relativ mies, so hatte ich zumindest das Gefühl. Daher blieben wir auch nicht all zu lange, sondern verabschiedeten uns nach 30 Minuten wieder.

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Wasserball? Der Bunkyo-Sport-Dies

Geschrieben am 15. Mai 2008 in Japan, Veranstaltung, 写真, 大学, 日記 von Daniel || 2 Kommentare

Mittwoch, 14. Mai 2008

Heute war das jap. Äquivalent zum Sport-Dies der Heinrich-Heine Uni in Düsseldorf - 文教大学スポーツ大会. Ich hatte mich ja, wie bereits geschildert, zum Fußball und Volleyball spielen gemeldet. Tja, viel aus. Warum? Weil es den ganzen Vormittag über wie bescheuert geregnet hat. Fußball war da nicht möglich, höchstens Wasserball, wobei das auch ‘ne geile Schlammschlacht auf dem Ascheplatz geworden wäre. Volleyball fand zunächst nicht statt, weil wir zu wenig Mädels im Team hatten, die spielen konnten. Ja “konnten” und nicht “wollten”, denn im Gegensatz zu den deutschen Weibern (ja, “Weiber” ist Absicht) freuen sich die Mädels hier richtig auf Sport und machen auch alle fleißig mit, egal ob Fußball, Judo, Tennis, Baseball, Basketball oder Tischtennis. Warum? Keine Ahnung, muss an der Sozialisierung hier liegen. Jedenfalls zicken die nicht so rum wie die Weibsbilder in Deutschland wenn’s um Sportunterricht oder Sportveranstaltungen geht. Warum konnten also die Mädels in unserem Team nicht mitmachen? Naja, eine war krank und eine verletzt.

Kein Fußball also. Dazu kam noch, dass wir schon um 8:30 Uhr anwesend sein sollten, obwohl mein erstes Match erst gegen 10:30 Uhr oder so gewesen wäre. Meine Laune war also im Keller, aber sowas von. Dafür gab es Wettkämpfe in den Sportarten Tischtennis und Basketball; halt die Arten von Sport, die man normalerweise sowieso in der Halle spielt. Na klasse. Basketball kann ich nicht ausstehen und für TT hatte ich mich extra nicht gemeldet, weil ich nicht genau wusste, ob sich dann die Spielzeiten mit denen vom Fußball oder Volleyball überschneiden würden.

Als die anderen, die zum großen Teil sowieso nur zum Anfeuern da waren, dann zur Begrüßungsveranstaltung gegen kurz nach 9 Uhr in die Sporthalle gegangen sind, bin ich schön im Büro geblieben, habe mich an Midoris Schreibtisch gesetzt und Vokabeln gelernt. Als Midori dann kam hat sie mich erstmal ausgelacht (oder an-?). Dadurch wurde meine Laune auch nicht wirklich besser. Auch nicht, als sie mir eine heiße Tasse frischen grünen Tee brachte. Aber das war immerhin ein Anfang. Als dann die ganzen Office-Ladies anfingen Küchenutensillien rauszusuchen, große Menge Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln auftischten und anfingen diese klein zu hächseln, gesellte ich mich einfach mal dazu und schnibbelte mit. Wozu der Aufstand? Es sollte Mittags für alle selbstgemachtes Curry und Reis geben und für 40 Leute Curry-Reis zu machen braucht schon mal ein bisschen Vorbereitungszeit. Ich weiss nicht genau warum, aber durch die Küchenarbeit besserte sich meine Laune wieder: habe ich doch schließlich noch eine sinnvolle Tätigkeit gefunden für den verkorksten Vormittag.

Gegen 11 Uhr oder so war dann das erste TT-Match unserer Leute. Warum habe ich mich eigentlich nicht dafür gemeldet? Achja, ich vergas: wir hatten so an die 12043854325 Chinesen im Team, da hätte ich also sowieso nicht viel reißen können. [Wer das nicht versteht: aus China stammen seit Jahrzehnten die besten TT-Spieler der Welt; TT ist da Volkssport Nr. 1, denke ich.] Und nein, auch DU wärst nicht besser gewesen, Kai! ;)

Die erste Runde gewannen wir mit 3:0 (11:5, 11:6, 11:5 oder so). Danach ging’s zurück zum Basis-Lager (Gebäude 10) und wir durften uns im hergerichteten Klassenzimmer (d. h. es waren Planen ausgelegt auf denen lange, tiefe Tische standen) auf die angerichteten Süßigkeiten stürzen. Nervennahrung. Es wurde natürlich viel geplauscht bei der Gelegenheit und bei uns am “Männertisch” (es muss einen Grund geben, warum sich keine Mädels dazu gesetzt haben ;) ) gingen die Gespräche dieses Mal nicht nur um Frauen und Alkohol, sondern auch um verschiedene Ausdrucksweisen und ähnlich klingende Worte in zwei Sprachen, die aber in der jeweils anderen Sprache eine komplett andere Bedeutung haben. (Fragt jetzt nicht nach Beispielen, ich hatte meinen Notizblock leider nicht dabei und habe leider alles wieder vergessen.)

Danach ging’s nochmal zur Sporthalle, dieses Mal sollte Basketball gespielt werden. Und alle meinten, ich sollte doch auch beim Basketball mitmachen (wegen meiner Körpergröße… als ob das alles wäre, was bei der Sportart zählt). Ich versuchte daraufhin mehrfach zu erklären, dass Basketball einer der wenigen, neben Golf und Synchronschwimmen, Sportarten ist, die ich total verabscheue, ja gar hasse. JP und William waren aber so nett sich für’s Team zu melden. Am Ende stellte sich sogar raus, dass für mich gar kein Platz im Team gewesen wäre, selbst wenn ich hätte spielen wollen. Die China-Connection hatte die übrigen Plätze belegt, und zwar soweit belegt, dass William gar nicht antreten brauchte. Das schien ihn sehr zu erleichtern.

Apropos William: irgendwann am Nachmittag sprach mich plötzlich ein ziemlich hübschen Mädel auf Englisch an, wie sie denn zum Gebäude 10 kommen würde, sie wäre die Freundin von William. In diesem Augenblick war ich das erste und höchstwahrscheinlich einzige Mal neidisch auf den Kiwi. Naja, jedenfalls konnte ich ihr den richtigen Weg ohne große Probleme weisen. Außerdem meinte sie noch, sie hätte von William gehört, dass ich wohl dem Alkohol nicht abgeneigt und geil auf alles wäre, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Shit! Ich geh nie wieder mit (oder bei) William einen Saufen! ;) Ihr Kommentar dazu war nur: “Hier laufen viele hübsche Mädchen rum, also halt dich ran!” Ahja, gut zu wissen. :)

Nach dem verlorenen Basketball-Spiel ging’s zur nächsten TT-Runde, die dann leider verloren wurde. Achja, die TT-Teams waren gemischte Doppel, d. h. Mann+Frau vs Mann+Frau. Als Belohnung gab’s dann in Gebäude 10 im bereits erwähnten Klassenzimmer leckeres selbstgezaubertes Curry+Reis. Es war durchaus lecker, nur leider nicht besonders scharf. Naja, man kann nicht immer gewinnen.

Als wir mit dem Speisen fertig waren, hieß es plötzlich, dass Volleyball jetzt doch stattfinden sollte. Also nichts wie umgezogen und hin zum Spielfeld. Tja, wir hätten vielleicht sogar eine Chance gehabt, wenn da nicht die völlig unmögliche Spielzeitbegrenzung von nur 1 Minute (ja, EINE Minute) gewesen wäre. Ich habe zwar noch den Aufschlag für unser Team per JanKen gewonnen, aber leider hat ihn unser Aufschläger direkt mal vergeigt. Nicht, dass ich es unbedingt besser gekonnt hätte. Naja, danach war halt Abwehrarbeit angesagt, was mir und den anderen auch gut gelungen ist, nur leider sind unsere “Schmetterbälle” “alle” (:lol:) samt im Aus gelandet. Endergebnis: 2:1 für die anderen. Aber mal ehrlich, was will man auch in 60 Sekunden großartig reißen, wenn man die Angabe verkackt?

Im Anschluss an diese Erfahrung ging es dann gegen 14:45 Uhr zurück zu Gebäude 10, wo sich die Versammlung langsam, aber sicher, auflöste. Ich bin jedoch erst gegen 15:30 oder so Richtung Heimat aufgebrochen, weil ich auf dem Sofa (dem weichen; wir haben auch ein hartes aus Leder da) in der Lobby kurz eingenickt bin. Muss wohl am Schlafmangel, der 60sekündigen Aufregung und dem Curry gelegen haben, dass ich da totmüde eingepennt bin.

Ich bin dann auch schließlich nicht direkt nach Hause gegangen, sondern durch den Bahnhof in Kita-Koshigaya durch und habe mir die andere Seite angesehen. Ich wollte mal wissen, was da so für Geschäfte sind. Und wie es der Zufall so will, habe ich da einen viel größeren 100-Yen-Shop gefunden, als den, der bei uns am Bahnhof ist. Da habe ich mir erstmal ein paar lustige Dinge gekauft (siehe hier bzw. hier :) ).

Abends, ich wollte eigentlich gerade anfangen zu lernen und das, obwohl ich totmüde war, klingelte es an der Tür. Mika. Sie wollte einen großen Topf haben. JP hat das dann gemanagt, weil der sie wohl schon erwartet hatte. Den Grund sollte ich dann wenig später erfahren. Jedenfalls hatte ich gerade ein paar Vokabeln durch als es wieder an der Tür schellte. Mika “Hey, habt ihr schon zu Abend gegessen?” “Öh, nö…???” “Ok, kommt mit. Wir (=Mika, Emi + I (Koreanerin, die mit uns im Wohnheim wohnt)) haben Essen gemacht.” Also sind wir mit rüber gegangen und bei lecker Curry, dieses mal die koreanische Variante, Kimchi und Gemüsepfanne, haben wir uns über dies und das (=Ex-Freunde/Freundinnen, “Unfälle” im Besoffenen Kopp, etc.) unterhalten. Naja, die drei Mädels und JP, ich war viel zu müde und unmotiviert um was zu erzählen. Dabei habe ich dann erfahren, dass Mika wohl mehrfach im Verlauf des Tages - to be exact: in der Zeit in der ich noch im 100-Yen-Shop war - zu uns gekommen war um irgendwelchen Messer, Töpfe und sonstiges Gedöhns zu leihen. Insgesamt war’s ganz nett und geschmeckt hat’s auch. Gegen 21:30 Uhr war der Zauber auch vorbei und wir haben uns verabschiedet. Und wenig später bin ich auch wie tot ins Bett gefallen und eingepennt.

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verschiedene Beobachtungen

Geschrieben am 11. Mai 2008 in Japan, Veranstaltung, サッカーサークル, 写真, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Mittwoch, 7. Mai bis Sonntag, 11. Mai

Mittwoch und Donnerstag war nicht wirklich was los, allerdings durfte ich innerhalb von 2 Tagen 4 Lektionen (pro Lektion 10) Kanji lernen, weil am Freitag ein Kanji-Test angesetzt war. Warum 4 Lektionen? Naja, die ersten 2 Lektionen hatte ich wegen meines späten Level-Ups in den A-Kurs gar nicht mitbekommen. Nach dem Unterricht gab’s übrigens von Nishida-san einen Papierumschlag mit gar seltsamen Inhalt: ein Urinfläschen. Grund: Freitag war eine campusweite Untersuchung aller Erstsemester und der Angestellten. Die älteren Studis und die meisten Dozenten hatten das schon im April machen müssen.

In der Nacht zu Donnerstag konnte ich dann nicht gut schlafen. Warum? Naja, wenn ein riesen Erdbeben + div. Nachbeben hier die Gegend erschüttert, dann wird man schonmal wach gerüttelt. Das Beben hat’s ja sogar bis in die deutschen Medien gebracht. Dieses Beben war so stark, dass meine Bierdosensammlung in sich zusammengebrochen ist - alle Beben vorher hatte sie unbeschadet überstanden. Insgesamt waren das dann Erdbeben Nummer 10 bis 14 (wir zählen hier alle kleineren Vor- und Nachbeben ebenfalls mit). Und wenn man dann noch das kleine Beben von Freitag mitzählt, wären wir bei 15 Erdbeben seit 1. April (Ankunft in Japan). Die Mehrzahl davon passierte übrigens über Nacht. Warum? Keine Ahnung. Wegen der Erdbeben haben wohl auch fast alle Schränke bei uns hier in der Wohnung so Magnetschließmechanismen.

Ganz anderes Thema jetzt: Einkaufen. Also, da hätten wir den großen Lebensmittelsupermarkt am Bahnhof, darüber direkt den 100-Yen-Shop und von unserer Wohnung keine 2 Minuten mit dem Rad den großen real-ähnlichen Supermarkt Saty. Gemeinsamkeiten: die Kassen berechnen nicht nur das Wechselgeld, nein, sie spucken es auch noch automatisch aus, so dass die Kassiererin nicht erst extra groß die Geldstücke zusammensuchen muss. Clever. Auch überall gleich: man bekommt so viele Plastiktüten wie man benötigt, um die Einkäufe sicher zu verstauen und nach Hause zu bringen. Ebenfalls gleich: zahlt man z. B. bei einem Betrag von 1245 Yen mit einem 10.000 Yen-Schein, dann werden die Yen-Scheine, die man zurückbekommt, haargenau abgezählt und zwar so, dass der Kunde dass auch gut sehen kann. Was an jap. Supermärkten noch interessant ist, ist die Tatsache, dass die Kassen Platz für zwei Kassierer haben. Wenn jetzt gerade Supermarkt-Rush-Hour ist, dann werden nicht nur alle Kassen geöffnet, nein, es werden auch noch an jeder Kasse zwei Leute positioniert. Die erste scannt alle Artikel ein und packt sie um und die zweite Person kassiert. Das macht den ganzen Ablauf schneller. Wenn ich da an Deutschland und deutsche Supermärkte denke, dann wird mir ganz anders…

Achja, die Unterschiede zwischen den 3 Läden: Saty ist am teuersten, hat aber die größte Auswahl. Frischwaren sind am Bahnhof am günstigsten. Und Alltags- und Küchenutensilien kauft man am besten im 100-Yen-Shop. Und Obst ist generell teuer, besonders Äpfel. Dafür sind Bananen günstig, aber auch klein. Man nehme eine in Deutschland erhältliche Standard-Banane und kürze sie um die Hälfte: voilà, die hier erhältliche Banane. Fisch ist meistens günstiger als in Deutschland, aber trotzdem teurer als Fleisch. Wasser und Tee in 1,5l oder 2l Flaschen ist oft billig zu haben, genauso wie die 5kg oder 10kg Säcke Reis. Teuer hingegen sind grundsätzlich westliche Lebensmittel und genießbarer Süßkram: ekelhaften Süßkram kriegt man hier für ganz billig.

Daneben gibt’s hier hinterm Bahnhof noch einen kleineren Buchladen, bei dem ich für JP und mich erstmal je ein rein japanisches Grammatik-Wörterbuch (mit Erklärungen und Beispielen), übrigens auf Empfehlung von Frau Fujita und Frau Hein hin, geordert hatte. Der Titel ist 「日本語文型辞典」 (ISBN: 978-4-87424-154-7 C3081 - Verlag: くろしお出版 - Preis: 3300円+165円 Steuern) .

Nochmal Themawechsel: die Müllabfuhr. Die kommt hier mit Musik. Mit lustig-fröhliche klingender Musik, so damit jeder weiß, dass sie da ist. Strange, isn’t it? Yes, yes, it is.

Freitag, 9. Mai

In der Mittagspause dann war die ärztliche Untersuchung, die einmal pro Jahr für alle Studenten, Dozentin und sonstiges Personal der Uni verpflichtend ist. Und ja, sie ist kostenfrei. Körpergewicht und -größe messen, Hörtest, Sehtest, Blutdruckmessen, Blutabnehmen und Brustkorb röntgen stand dann auf dem Programm. Vorgesehen dafür waren 30 Minuten meiner Mittagspause. Es hat dann aber, meiner Meinung nach VORHERSEHBAR bei >1000 Studenten (!!!!), länger gedauert. Nämlich ungefähr 2 Stunden. Warum? Die Schlange beim mobilien Röntgen-Bus, dessen Motor übrigens die ganze Zeit lief und wir durften die Abgase einatmen, weil die Schlange direkt daneben her ging, war so elendig lang. Deswegen hat’s so ewig gedauert.

Beim Hörtest fragte dann die offensichtlich “Blinde” Schwester nach meinem Namen, der in KATAKANA auf meinem komischen Krankheitstestbogen oben dick und fett draufgedruckt war. Diesen Bogen musste ich bei jeder Untersuchung dem entspr. Arzt vorlegen, damit er da seinen Friedrich-Wilhelm bzw. Tokugawa Ieyasu drunter setzen konnte. Naja, jedenfalls sagte ich ihr dann meinen Namen nochmal, sie guckte mich etwas verdattert an - Motto “Oho, ein Ausländer. Was nun?” - und rief erstmal ihre Kollegin herbei, um zu beraten, ob ich diesen verfickten Test überhaupt machen müsse. Ergebnis: Blutabnehmen und Hörtest brauchte ich nicht machen. Gaijin-Bonus. Danke. Kurz danach war der Spuk dann vorüber, es war 13:45 oder so (Mittagspause geht von 12:10 bis 13:00 Uhr) und ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Oota-sensei, bei der ich dann die nächste Stunde hatte, stand zufällig auch da rum und auf Nachfrage durfte ich dann mit den anderen Austauschstudis erstmal noch in die Mensa um mir endlich, endlich was zu Essen zu holen. Boah. Was ein Aufstand.

Achja, die messen hier in Japan irgendwie anders, oder wie sonst kann man es erklären, dass ich plötzlich über 2,5cm geschrumpft bin. Ich mein, dass ich über 6kg abgenommen zu haben scheine seit ich in Deutschland das letzte mal auf einer Waage stand, da habe ich ja nichts dagegen. Aber SCHRUMPFEN! Naja, dass muss doch jetzt wohl noch nicht sein. JP war laut Untersuchung übrigens plötzlich auch sehr viel kleiner, also konnte es nur an deren Messmethode liegen.

Danach gab’s dann den Kanji-Test, den ich erstmal voll in den Sand gesetzt habe. Egal, abhaken und weiter machen. Nachmittags bzw. Fußball Abends fiel aus. Warum, dass war mir erstmal nicht klar. Aber da Huan (ファン, Koreaner bzw. Korea-Steve) und ich unbedingt ein bisschen zocken wollten, haben wir erstmal Han-Solo rangeholt und Miki (ein weiterer Koreaner) und uns einen Ball organisiert. Auf dem Sportplatz haben sich dann 3 Koreaner und ich uns ein bisschen 2 vs 2 gegeben. Außerdem haben wir flach schießen geübt, weil nächste Woche Mittwoch (14. Mai, der Tag, an dem in diesem Jahr an der HHU übrigens auch der Sport-Dies stattfindet) hier die 文教大学スポーツ大会 (Sportveranstaltung der Bunkyo-Universität) über die Bühne geht und wir alle im Fußball-Team sind. Außerdem habe ich mich noch für’s Volleyball-Team gemeldet (aber nur, weil kein anderer wollte). Die Regeln sind übrigens sehr zu meinem Vorteil: es wird im KO-System gespielt, d.h. wer verliert ist direkt raus und braucht nicht mehr antreten. Kommt mir sehr gelegen. :)

Nach diesem kleinen 4er Intermezzo trafen wir auf dem Weg zum Supermarkt, wir wollten uns ein paar Erholungsbierchen gönnen, noch ein paar jap. Studis, die ebenfalls im Soccer-Club sind. Die wiesen uns dann erstmal drauf hin, dass heute doch die große Fußball-Club-Willkommensparty in einer Bar am Hauptbahnhof stattfinden würde. Also sind wir einfach mit denen mit zum Bahnhof gezogen. Dort angekommen mussten wir erstmal eine Stunde oder so warten, bis die anderen Gäste die Kneipe verlassen hatten. Warum? Naja, ich schrieb ja schon einmal, dass wir im Fußball-Club so an die 80 Leute sind. Und mit 80 Leuten in eine Kneipe, dass wird schon eng. Während der Warterei liefen so allerlei Leute am Bahnhof entlang, u. a. auch mehrere Mädchen (keine Ahnung ob die schon 18 waren oder noch nicht), die wohl noch viel vor hatten an dem Abend. Anders konnte ich mir die nuttigen Outfits nicht erklären. Huan und Han übrigens auch nicht, aber dass es schön anzusehen war, da waren wir uns einig. :) Dass das Gespräch dann umschwenkte auf Preise von Nutten in Deutschland und Korea muss ich nicht extra erwähnen, oder? :)

Dann war endlich Einlass nach 1 Stunde Warterei. Die Kneipe war aber ingesamt mal wieder sehr viel größer als es von außen den Anschein hatte. Es wurde schön per Zufallsprinzip ausgelost wer mit wem an welchen Tisch kam. Han und ich hatten das Glück in einem der großen Räume unterzukommen, in dem 3 Tische waren. Insgesamt waren in dem Raum alleine bestimmt 40 Leute. Die anderen waren halt auf kleinere Einzelräume aufgeteilt. Und jetzt das beste an dem ganzen Abend: Erstis und Austauschstudis mussten nichts zahlen. Essen und Getränke gab’s im Überfluß und ich habe natürlich erstmal dick reingehauen. :) DANKE! :)

Was mir dann auffiel, fällt wohl jedem auf der längere Zeit mit mehreren (männlichen) Koreanern unterwegs ist. Die haben da wohl ein noch ausgeprägteres Ränge-System untereinander als die Japaner. Jedenfalls darf der älteste in der Gruppe die anderen rumkommandieren, schikanieren und abstrafen, wenn es sein muss. Tja, und von den anwesenden Koreanern war nunmal Korea-Steve (also Huan) der älteste mit 25 Jahren. Danach Han-Solo mit 23 Jahren. Und weil die meisten jap. Erstis gerade mal 18, 19 oder 20 Jahre alt sind, wurden sie von Huan erstmal schon in die koreanische Lebensart eingeführt, d. h. rumgescheucht und zum Getränke ranschaffen abkommandiert. Natürlich alles im Spaß und nicht sonderlich ernst gemeint. Nunja, nun bin ich aber nochmal 2 Jahre älter als Huan, und daher wurde mir immer als erstes eingegossen und auch sonst immer alles als erstem angereicht - auf “Befehl” von Huan. Das war schon lustig. Genauso lustig wie unsere ständigen Versuche Kaori, der kleinen süßen Soccerbraut mit dem kürzesten schwarzen Mini-Rock, den ich je gesehen habe, aus einer gewissen Entfernung unter eben selbigen zu gucken. Huan hatte damit übrigens angefangen, ich war’s dieses Mal nicht! Alter, ick schwör! Han, ein paar Japaner und ich haben nur mitgemacht. :) [Zur Info für die ganzen richtigen Perverslinge ;) unter euch: sie trug ein schwarzes Höschen drunter.] Dazu gab’s natürlich div. Saufspiele und lautstarke Gesangseinlagen von betrunkenen Japanern.

Nach zwei Stunden, eine übliche Zeit für Kneipenaufenthalte wie ich bereits feststellen durfte, ging’s dann erstmal wieder nach draußen mit allen Mann (und den ganzen hübschen Mädels) und es wurde sich angeregt darüber unterhalten, wie der weitere Abend verlaufen sollte. Ungefähr die Hälfte hatte bereits Pläne oder wollte nach Hause. Die andere Hälfte wollte sich zur nächsten Kneipe begeben. Han-Solo, Huan und ich beschlossen nach Hause zu fahren, weil die zwei halt knapp bei Kassen waren. So bedankten wir uns für den netten Abend und verabschiedeten uns. Unterwegs wurde dann noch was zu Futtern und - natürlich - viel Bier und koreanischer Sake gekauft.

Bei Han zu Hause ging’s dann weiter mit der Feier. William und Jens kamen dann auch noch dazu, ist ja auch klar, weil William wohnt bei Han und JP und ich wohnen direkt unter den beiden. Irgendwann um 1 Uhr oder etwas später bin ich dann sternhagel voll eine Etage nach unten getorkelt und in unsere Wohnung verschwunden. Bei der Gelegenheit habe ich versehentlich JP ausgeschlossen. Durch Glück und Zufall hat er mich aber noch zur Tür geklingelt bevor ich im Bett versacken konnte.

Samstag habe ich dann abgechillt, während JP mit Timo in Tokyo (Shibuya) unterwegs war. Er hat auch endlich Schuh- und Klamottenläden mit großen Größen gefunden. Gut, dann weiß ich ja, wo ich mir nächstes Wochenende endlich richtige Fußballschuhe zulegen werde. :)

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Einmal Shinjuku und zurück

Geschrieben am 7. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 写真, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || 3 Kommentare

Dienstag, 06. Mai 2008

Nachdem gestern, bei miesen Wetter übrigens, mal ein Ruhetag eingeplant gewesen war - irgendwann muss man ja die dämlichen Hausaufgaben mal machen und sich auch sonst ein bisschen ausruhen - und wir nichts gemacht hatten, sind wir heute nach Shinjuku (das „Herz Tokios“, hier gibt es die meisten und größten Wolkenkratzer und viele große Einkaufsgeschäfte) gefahren. Naja, das war eigentlich der Plan, aber JP hatte mich wohl am Vorabend falls verstanden und hatte deswegen eine Bahnverbindung nach Shibuya (da wollen wir dann demnächst mal hin :) ) rausgesucht. Machte aber nichts, wir sind dann einfach von da mit der Yamanote-Linie gefahren und 6 Minuten später waren wir auch schon da.

Wir hatten nicht wirklich ein Ziel vor Augen, also sind wir ein bisschen hier hin und ein bisschen dort hin in diese oder jene Geschäfte gegangen. Irgendwann gegen Abend sind wir dann, ganz zufällig versteht sich, ins Kabukicho-Viertel gekommen. Das Viertel hat seinen Namen vom Kabuki-Theater, wovon hier früher mal viele gebaut werden sollten. Tja, allerdings ist dann doch ein Rotlichtviertel draus geworden. Und ich hatte mich schon gefragt, warum hier plötzlich lauter geile Weiber in super sexy aufreizenden Klamotten sowie Yakuza-ähnliche Monster-Mafiosi rumliefen (Yakuza=jap. Mafia). Das erklärte natürlich einiges. Zum Glück sind wir nicht im Shinjuku ni-chome-Viertel gelandet, das Schwulenviertel Shinjukus, auch wenn einige der Yakuza-Typen genau so aussahen.

Apropos: hier laufen viele Kerle wie Schwule gekleidet rum, was wohl aber daran liegt, dass in allen Klamottenläden, in denen ich bisher war, die meisten Klamotten für Kerle einfach nur schwul aussahen. Da gab es so gut wie nichts “normales” für Männer, was nicht schwul aussieht. Oder z. B. auch die verfügbaren Größen! Schuhe in meiner Größe zu finden (vor allem Fußball-Schuhe), dass ist mir bisher noch nicht geglückt. Und bei Hosen, T-Shirts, Hemden etc. muss ich grundsätzlich nach der größten verfügbaren Größe gucken. Bei uns daheim in Koshigaya ist LL das verfügbare Maximum, hier in Shinjuku immerhin XL. LL ist irgendwas zwischen L und XL und meistens trotzdem zu eng/klein für mich; bin halt ein stämmiges Kerlchen. :)

Naja, immerhin haben wir dann im Rotlichtviertel einen relativ großen Schnappsladen entdeckt, der auch - Tusch bitte! - JÄGERMEISTER vertickt! Erstmal eine große Flasche für 1980 Yen (13 Euro) eingepackt. Und eine Flasche Tequila für 1400 Yen. JP hat sich ein paar Flaschen deutsches Bier gegönnt, aber Alt hat er immer noch nicht gefunden. Genauso wie wir auch hier kein dunkles Asahi oder Kirin oder Sapporo (die drei großen Biermarken hier in Japan) finden konnten. Berentzen Sauren Apfel gab’s hier leider nicht, den hatte ich aber vorher in einem anderen Laden gesehen, in dem JP sich Jägermeister für 2100 Yen gekauft hatte. :) (Die Getränke sind nicht für uns alleine, die werden bei den nächstens Partys als Urdeutsches (den Tequila mal ausgenommen) Getränk hervorgezaubert, um damit Eindruck zu schinden, versteht sich :) !)

Tja, danach sind wir auch schon wieder nach Hause. Das wir nicht besonders lange in Shinjuku waren, lag wohl hauptsächlich daran, dass wir erst gegen Mittag aufgestanden und dann um kurz vor 14 Uhr losgefahren sind. Um kurz nach 20:00 Uhr waren wir auch wieder zu Hause. (Die Zugfahrt von Sengendai bis Shinjuku dauert gut 1:15h oder so.) Aber ein paar Fotos habe ich trotzdem gemacht, wenn auch nicht so viele dieses Mal.

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