Gestorben und Wiederauferstanden
Geschrieben am 21. Juni 2008 in Japan, Nightlife, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 7 Kommentare
Vorwort: ich bin nicht sicher, ob ich das wirklich posten soll oder nicht. Aber, da ich keine Namen erwähne und alle Beteiligten, die Bescheid wissen (warum auch immer) sind normalerweise sehr diskret und daher sollte es kein Problem sein, dass nun Folgende auch zu veröffentlichen. Ich bitte die “wissenden Personen” um ihre Verschwiegenheit, was Namen oder weitere Details (z. B. von Personen) angeht.
Die Zeit von Dienstag, 10. Juni bis Samstag, 21. Juni 2008
So, da bin ich wieder und beinahe so gut wie gesund. Fast. Das erklärt auch, warum der Blog-Eintrag fast über eine Woche zu spät ist. Ich wurde nämlich mit einer Erkältung angesteckt, die sich leider als ziemlich Medikamenten-resistent erwies. Aber mal von Anfang an.
Nachdem ich bereits bei meiner Ankunft eine dicke Erkältung hatte, dachte ich eigentlich, damit ist jetzt erstmal genug bis mindestens November oder Dezember. Aber weit gefehlt. Seit Samstag, 14. Juni, hatte ich unter einer dicken Erkältung zu leiden, die am Montag und Dienstag (16. bzw. 17. Juni) ihren Höhepunkt erreichte. Auch das Einwerfen von mehreren Dutzend Pillen sowie das Vernichten von Kubik-Litern Wasser, Tee und Saft während dieser Zeit schien irgendwie nicht zu helfen. Auch (das hier teilweise teure) Obst (Äpfel sind besonders teuer) wirkte nur auf meine Verdauungsorgane, was zur Folge hatte, dass ich Dienstag dann auch noch vermehrt das Bedürfnis verspürte, die Örtlichkeiten aufzusuchen.
Aber mal weg von meinem Darmschwierigkeiten und hin zu den zentralen Problemstellungen. Ich frage mich langsam echt warum Japaner eigentlich mit einem Erkältung direkt immer Fieber assoziieren? Kann mir das mal einer erklären? Immer wenn ich erwähnte, ich fühle mich nicht so gut, weil ich ‘ne starke Erkältung habe, kam direkt die Frage “Hast du Fieber?”. Nein, habe ich nicht! Habe ich so gut wie nie, wenn ich eine Erkältung habe. Und was hat Fieber überhaupt mit einer Erkältung zu tun? Die bedingen sich doch nicht gegenseitig, soweit ich weiß (bin jetzt aber auch zu faul das konkret nachzugucken). Hier in Japan anscheinend aber schon. Wer hier eine Erkältung ohne Fieber vorzuweisen hat, der ist nicht wirklich krank, der simuliert nur. So kommt’s mir zumindest manchmal vor. Und von Überdosierung an Medikamenten scheinen die hier auch noch nichts gehört zu haben, denn der erste Tipp, den ich grundsätzlich bekam, war immer, dass ich doch bitte möglichst (viel und starke) Medikamente schlucken sollte, dann würde schon wieder alles besser. Ah ja…. (Hintergrund: ich bin kein Freund von Chemie und schon gar nicht von starken Dosen, daher habe ich in Deutschland seit ungefähr 8 Jahren oder so auch bei jeder noch so starken Erkältung auf harte Chemie verzichtet und lieber Bio-Präparate genommen.)
Aber nun mal zum Ursprung, zur Quelle dieser Erkältung. Die kenne ich nämlich ziemlich genau. Und nein, der ständige Wechsel zwischen Außentemperaturen von 25-30°C und Innentemperaturen 20-25°C (wegen der Klimaanlagen überall) war nicht an meinem Zustand schuld - was aber nicht heißt, dass dieses Dauerwechselbad an Gradunterschieden nicht doch beteiligt ist. Um auf den Wirt dieser Infarkt-Katastrophe zu kommen, muss ich aber bis zum Mittwoch, 11. Juni, zurückspulen.
Vor knapp 3 Wochen hatten alle fünf VIP-Austauschstudenten, also die zwei Koreaner (Han-Solo und I Rusu), der Neuseeländer William, JP und ich, in unserer Mailbox, die im Büro für Austauschangelegenheiten rumhängt, eine Einladung zu einem kleinen Nomikai (aka Besäufnis). Die Einladung war von den OLs (Office-Ladies), die uns zum gemeinsamen Trinken und Essen am 11. Juni in ein Restaurant hier in Sengendai (der Ort, in dem wir VIPs wohnen) einluden. Die ganzen 別科生 “Sonderschüler” (=anderen Koreaner und Chinesin; halt NOT-VIP) waren hingegen nicht eingeladen. Das ganze sollte gegen 18 Uhr los gehen und zog sich dann, weil es zu einigen Verspätungen kam, bis 19 Uhr hin, bevor wir überhaupt ins Restaurant gingen. Und, wie schon so oft von mir beobachtet, machte der Laden mal wieder von Außen überhaupt nichts her (Hochhaus, 3. oder 4. Stock), aber von Innen war es eine WUCHT! Eine riesige Fläche, sehr schön ausstaffiert und das Ambiente - wirklich großartig! Das geile ist, dass ist das gleiche Gebäude, in dem wir auch letztens Karaoke gemacht haben, nur das Stockwerk ist anders, d. h. der Laden ist keine 5 Minuten von zu Hause entfernt. Da gehe ich gerne nochmal hin.
Aber mal zurück zu dem Abend. Wir haben also auf Kosten der OLs bzw. einer OL (Ishida oder Kurihara, weiß nicht mehr, wer es jetzt schlußendlich war) Speiß und Trank verköstigen dürfen. Das habe ich dann auch genutzt, um mir lecker 日本酒 (=lecker jap. Schnaps) zu genehmigen. Mit bei der Aktion war auch eine von den etwas jüngeren (gerade mal 1 Jahr älter als ich
) Assistentinnen für die Sprachdozenten. Es hat dann auch nicht sehr lange gedauert bis ich ihre Mailadresse und Handy-Nummer hatte.
Han-Solo (ca. 23 J.) hatte zwischendurch noch dauernd versucht mit ihr zu reden, aber da habe ich ihm gründlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. *lol* An dem Abend war ich halt gut dabei; warum auch nicht, war ja “umsonst” (für uns VIP-Studis alle mal
). (Und nein, sie ist nicht diejenige, die im folgenden nicht namentlich erwähnt wird.)
Anyways. Irgendwann war nach 2 1/2h oder 3h war dann die Zeit gekommen um Abschied zu nehmen. Also haben wir VIP-Studis (wir wohnen alle im selben Wohnheim, daher traf sich das so) die Damen zum Bahnhof gebracht (keine 2 Minuten Fußweg) und uns verabschiedet. Tja, und gerade als man denkt, man kann in Ruhe nach Hause gehen und vielleicht im Rausch noch etwas YouTube absurfen, da gesellt sich doch ein Mädel/eine Frau zu mir und möchte mit mir mitkommen, um sich “zu unterhalten” und weil sie mal meine “Wohnung von Innen sehen möchte”. Aja. Ok. Von mir aus. Wir sind dann zu zweit erstmal was zu Trinken kaufen gegangen in einem der Konbinis hier am Bahnhof, während JP und die anderen schon wieder nach Hause getrabt sind.
Eigentlich hätte es mir spätestens dann ab der Händchenhaltend-nach-Hause-gehen-Szene suspekt vorkommen müssen, aber als Deutscher (oder überhaupt Mitteleuropäer) erwartet man so “aggressive” Frauen nicht unbedingt. Will heißen: zu Hause angekommen, verzogen wir uns auf mein Zimmer und, äh, das eine führte zum anderen. Naja, fast. Fast, weil erstens Mutter Natur ihr einen Strich durch die Rechnung machte und zweitens die Wände hier aus Papier sind. Was *sie* allerdings nicht davon abhielt, mich, äh, *positiv* zu beeindrucken.
Entsprechend störten wir natürlich meinen Mitbewohner und den Rest des Wohnblocks. Tja, und weil *sie* das auch irgendwie scheiße und ziemlich peinlich fand, hat sie mich direkt für’s Wochenende (Sonntag) in ein LH (Bedeutung: besonderes Hotel für, äh, “Liebesbedürftige”) eingeladen. Äh, wie meinen? Hier laden die Mädels die Kerle zu so etwas ein und nicht umgekehrt? Ich darf mal kurz Pause bzw. Stop drücken, oder? Denn ich fühle mich gerade ein kleines, ein ganz kleines bisschen überrannt! (Was nicht heißen soll, dass es sich schlecht anfühlt, nur ziemlich ungewohnt….)
Bevor ich nun auf das LH-WE eingehen, stellt sich natürlich die Frage, was hat diese so unrealistisch wirkende Episode mit meiner Erkältung zu tun? Naja, ganz einfach: bei ihrer “Erste-Hilfe-Einführungsveranstaltung” (oder wie immer man es nennen möchte) hat sich mich mit ihrer (bis dahin fast auskurierten) Erkältung angesteckt. Klasse, oder? Gott, ich könnte ihr heute noch ihren verdammten süßen Arsch dafür versohlen, aber sowas von…..
Naja, von Donnerstag morgens (12. Juni) bis zum verabredeten Tag am Wochenende war jedenfalls noch einiges an Zeit, und in dieser Zeit schickte *sie* mir erstens über 1 Mrd. gefühlte Handy-Mails und außerdem konnte sich ihre Erkältungsviren gut in meinem Körper breit machen. So, für Freitag Abend war ich dann eigentlich auf eine Geburtstagsparty eingeladen, die bei William stattfand, allerdings “zwangen” mich Han-Solo und der verrückte Huan (Korea-Steve) nach dem üblichen Fußball-Club-Training dazu, mit ihnen bei Cho-san einen Trinken zu gehen. Also bin ich mit zu den Korea-Boys und während ich da war und versuchte, so schnell und höflich wie möglich wieder wegzukommen, um doch noch auf der Geburtstagsparty zu erscheinen, verlegte *sie* unser LH-Treffen von Sonntag auf Samstag vor. Ohja, na klasse, also kein Totalabschuß erlaubt am Freitagabend. Gegen 1:30 Uhr bin ich dann also nach Hause, um genau gegen 2 Uhr auf das Geburtstagskind (Mika), William (Host) und Naomi (last guest) zu treffen. Die Party war also gerade zu Ende, und ich durfte Mika noch mein Fahrrad ausleihen, damit sie und Naomi zu einer Freundin fahren konnten (ihr letzter Zug war nämlich schon vor ca. 2h abgefahren).
Am Samstag, 14. Juni, waren *sie* und ich also verabredet. Um Punkt 15 Uhr trafen wir uns also in Shinjuku, wo wir den Nachmittag verbrachten mit Shopping und “Sightseeing”. (Das *sie* sich extra sexy angezogen hat [knappe Hotpants, kein BH, etc., muss ich nicht extra erwähnen, oder?].) Gegen Abend sind wir dann durchs Kabukicho gestreift, dass Rotlichtviertel in Shinjuku. Und bevor *sie* mich dann in eins der LHs geschleift hat, waren wir noch essen und haben uns über dies und das unterhalten. Dabei hat sie mir u. a. gebeichtet, dass sie seit Mittwoch-Nacht weder richtig Schlafen noch irgendetwas essen konnte, weil sie die ganze Zeit nur “mich im Kopf” hatte. Äh, wie meinen? Moment mal. Stop! Das geht mir hier zu schnell… Versteckte Kamera ist doch sowas von 80ties, also bitte! …. Sie meinte das allerdings wirklich ernst, wie sich dann in der Nacht im LH herausstellte…. Woah….. Und wie teuer so ein scheiß LH ist. Mein elektronisches Wörterbuch war günstig dagegen. Ok, der Whirlpool hat extra gekostet (wußte ich vorher nicht). Und das wir am Sonntag morgen 2 Stunden überzogen haben, war auch scheiße teuer. Ich war schon froh, dass sie den Hauptteil bezahlt hat, schließlich ging die ganze Sache ja von ihr aus… Nicht, dass ich undankbar wäre, aber irgendwie überfordert hat mich das Wochenende schon. Und das nicht nur, weil ich dann ab Sonntag Mittag *ihre* Erkältung so richtige zu spüren bekam….
So, das war also die Story meiner Erkältung und meiner ersten LH-Erfahrung in Japan. Irgendwie hatte ich mir das auch anders vorgestellt, aber hey, mal ehrlich, ich beschwere mich nicht. Wirklich! Dafür war das Wochenende einfach zu geil!
Problem jetzt ist, dass *sie* das gerne so oft wie möglich wiederholen möchte….. Äh, HALT! Ich bin kein お金持ち (Millionär), verdammt. Außerdem möchte ich nicht nur ‘ne Beziehung, die ausschließlich auf “Geschlechtstrieben” aufbaut. Hilfe! Irgendwer, bitte!!! ….. (Obwohl, warum eigentlich nicht…?
)

