Dank dir! (Update)

Geschrieben am 17. Februar 2009 in Japan, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Danke Nasennebenhöllenentzündung!

Aktualisiert am Mittwoch, 18. Februar 2009 (siehe unten)

Dank dir fällt die für heute geplante, gebuchte und schon bezahlte (130.000 Yen) Okinawa-Reise aus.

Dank dir musste ich als Gastgeber meine Gäste bei der letzten Abschiedsparty sich selbst überlassen und im Bett mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, verstopfter Nase & starken Halsschmerzen verbringen. Das hatte nicht nur eine sehr grausame, von halbstündigen schmerzerfüllten Wachphasen unterbrochen Nacht zur Folge! Nein! Ich konnte auch die von allen zusammen selbst zubereiteten Köstlichkeiten (takoyaki, buta-gimchi, yakiudon, etc) nicht gurmieren.

Dank dir durfte ich es gestern (Montag, 16. Februar 2009) erleben, wie es bei einem HNO-Arzt in Japan zugeht. Und hier möge der interessierte Leser bitte aufmerksam weiter lesen.

Dank dir habe ich am eigen Leib erfahren dürfen wie sich bei lebendigen Leib mumifzierte Gefangene im alten Ägypten gefühlt haben müssen. Ich denke, es ist auch vergleichbar mit einem Schwertschlucker, der sein Werkzeug durch die Nase einatmet.

Dank dir durfte ich erfahren, wie es sich anfühlt mit einem Staubsauger die Nase frei gesaugt zu bekommen. Irgendwie ekelhaft währenddessen, aber befreiend danach - also ziemlich genau anti-proportional zu Alkohol und Drogen. Erst scheiße und danach geil fühlen hat was. Ich glaube, ich lasse das ab jetzt regelmäßig machen.

Dank dir durfte ich die Unfähigkeit einer japanischen Arzthelferin ertragen, die erst im vierten Anlauf (und im rechten Arm, statt wie die drei Versuche vorher im Linken) eine Ader fand an der sie die Nadel, an welcher die Antibiotika-Nährmittellösung hing, ohne starke Schmerzen zu verursachen anbringen konnte. Und mit “sie” meine ich den Chefarzt, denn der konnte das Elend auch nicht länger mit ansehen. (Habe heute noch blaue Flecken deswegen!) Die Infusion tat ihre Wirkung aber prächtig: keine zwei Stunden später konnte ich wieder ohne Schmerzen atmen und vier Stunden später waren sogar die Halsschmerzen so gut wie weg. Der ganze Spaß hat mich nur knapp 5500Yen gekostet: 4000 Untersuchung, Nasenstaubsauger & Infusion, der Rest für die Medikamente. Und mit ein bisschen Glück kriege ich die Moneten wieder: Jasso sei dank!

Dank dir werden mir die Todes- und Schmerzensschreie sowie das Schluchzen und Trauern der ganzen (Klein)Kinder, welchen auf dieselbe Art das Gehirn rausgesaugt wurde, noch in Jahren in den Ohren nach klingen.

Dank dir durfte ich diese Torturdiesen Spaß heute nochmals über mich ergehen lassen. Was für eine Freude. Und morgen ein letztes Mal, so das Versprechen des Arztes. Heute hat mich das noch mal schlappe 5500 Yen gekostet: Nasensaugen & Infusion: 1500 Yen + offizielles Krankschreiben für die Reiseagentur, damit wir unser Geld möglichst (oder zumindest in Teilen) zurückbekommen: 4000 Yen

Fazit: man darf in Japan ruhig krank werden. Spass macht es aber nur, wenn man eine japanische Freundin (oder Freund) hat, die einen begleitet & gut Englisch kann um als Dolmetscher dem Doc auf Japanisch zu erklären woran der Patient leidet sowie hilft, die ganzen vor fachchinesischen Zeichen wimmelnden Fragebögen auszufüllen (die manchmal nicht mal Japaner verstehen) und die sich überhaupt rührend um einen sorgt und kümmert. Der Punkt entfällt natürlich, wenn man perfekt Japanisch kann und keine Freundin/Freund hat.

Und deswegen werden meine Freundin, vormals weibliche Begleitung, und ich den Rest unseres Urlaubs mit DVDs, Video-Spielen und viel Ruhe und Gelassenheit hier bei mir im Wohnheim verbringen. Donnerstag/Freitag wird es zur Abwechslung einen kurzen Trip in den Norden in eines der vielen 鬼怒川温泉 (きぬがわおんせん Kinugawaonsen) geben. Bis dahin aber wird sich erholt, relaxt und gechillt.

Disclaimer: Ich war in Deutschland schon seit gut 15 - 20 Jahren nicht mehr beim HNO, daher habe ich nicht wirklich Ahnung, ob es da nicht heutzutage genauso zugeht.

PS: Heute morgen meinen koreanischen Mitbewohner Han zum Bahnhof gebracht. Er flog heute zurück nach Korea. Und ich hatte ihn vorher ja so oft gelobt, aber ich muss doch noch mal ein paar schlechte Seiten aufzählen. Aber dazu mehr im nächsten Blog-Eintrag, wenn ich mich wieder besser fühle. Also nächste Woche oder nie. ;-) Same goes for bondegi!

Update Mittwoch, 18. Februar 2009

So, heute um 11 Uhr war ich also zum dritten Mal beim HNO. Mittlerweile kannte ich ja auch das Prozedere, also setzte mich meine Freundin einfach nur ab und fuhr dann nach Hause um ein paar Vorbereitungen für unseren 1-Tages-Onsen-Trip (siehe oben) zu besorgen.

Also HNO-Mitgliedskarte abgegeben (jeder Arzt scheint hier sein eigenes Süppchen zu kochen, sowas wie eine DAK-Karte, die bei jedem Arzt verwendet werden kann gibt’s scheinbar nicht) und dann im Wartezimmer, welches mit Kindern und Müttern sowie alten Menschen überschaubar bestückt war. Ergo, kam ich auch relativ flott dran, was sich als sehr nützlich herausstellte, denn wir hatten ja um 13 Uhr eine Reservierung im 久兵衛野 (kyubeiya, Restaurant-Name) für しゃぶしゃぶ 放題 (shabu-shabu houdai (einmal zahlen, essen so viel wie man möchte)) und ソフトドリンク放題 (softdrink houdai).

Die Krankenschwester, welche schon beim ersten Besuch gnadenlos gescheitert ist meine Ader zu treffen, schaffte es auch dieses Mal wieder mir Schmerzen zuzufügen. Und auch dieses Mal musste der Chefarzt wieder selbst machen. Da ich heute aber wieder klar denken und auch einigermaßen sprechen konnte, diese Infusionen wirken wahre Wunder, konnten wir uns zumindest gut verständigen, wenn auch wahrscheinlich im gehobenen kindgerechten Ärzte-Japanisch. Er fragte mich dann auch, ob es mir wieder gut geht 「気持ちいいですよね?」「はい、お陰様で、よく治れました。どうもありがとうございました。」und entschließ mich dann. Erst wollten die noch, dass ich Freitag nochmal komme, aber jetzt mal halblang, genug ist genug. Da habe ich dann erstmal freundlich, aber bestimmt einen Riegel vorgeschoben.

Dieses Mal hat mich der Spaß nur schlappe 1300 Yen gekostet. Aber mal zur Info, dass sind die 30% Selbstbeteiligung, die anderen 70% zahlt meine japanische Krankenversicherung. Das gilt auch für die ganzen anderen Untersuchungen und Medikamente. Übrigens: Praxisgebühr gibt’s hier net! Aber bei Medikamenten muss man halt auch, wie in Deutschland, zuzahlen.

So, danach holte mich meine Freundin nach kurzer Nachricht auch ab, ihr Haus ist nur 5 Minuten mit Auto entfernt, und es ging zum Restaurant. War ganz nett, doch. Danach fuhren wir noch zu ihr, weil ich mal ihr Haus und wie sie lebt sehen wollte. Weil sie aber nicht aufgeräumt hatte, einigten wir uns darauf, dass ich erstmal einen Spaziergang im Park, ca. 1 Minute zu Fuß vom Haus entfernt, mache und sie währenddessen den Laden auf Vordermann bringt.

Der Park war ganz nett, in der Mitte ein großer Teich sowie an einem Ende eine kleine Aussichtsplattform und überall Schilder ala “Bitte nehmen Sie Ihre Hundekacke wieder mit!”, “Bitte nicht den Rasen betreten!”, “Bitte nicht Ihre Haustiere hier wegwerfen!” und “Angeln verboten“. Alle 10 Meter. Und ratet mal wie viele Angler ich gesehen habe. Genau: mehr als 0. Es waren so um die 5 oder 6 (im verlinkten Bild oben im Hintergrund zu sehen). Haha. Soviel also dazu.

Danach (ca. 30 Minuten später) habe bin ich dann zu meiner Freundin und sie hat mir ihre, von Innen doch recht große, von außen aber sehr klein wirkende Wohnung gezeigt. War sehr, sehr informativ, kann ich aber leider gerade nicht besser beschreiben, weil ich keine Zeit habe. :-)

Zum Abschluß des Tages waren wir dann noch eben im Saty, ein paar frische Sachen für’s Abendessen (Pasta) gekauft, uns im Eisladen eine Kugel Eis gegönnt und dann zurück nach Hause. Da habe ich gerade den Kühlschrank und das Eisfach auf Vordermann gebracht und jede Menge unnützes oder schon vergammeltes Zeug entsorgt. Das meiste von meinem ehemaligen Mitbewohner. Bah, 気持ち悪い.

Und jetzt werden wir den Abend beenden mit ein paar Filmen und lecker Essen. Aber erstmal muss ich dafür das Notebook zur Seite stellen und die an meinen Füßen liegende schlafende Schönheit aufwecken. Dornröschen anyone? ;-)

Wo ich gerade beim Fluchen bin!

Geschrieben am 15. Februar 2009 in Hintergrund, doitsu, ニュース, 大学 von Daniel || Keine Kommentare

Fuck you, Bachelor! Fuck you!

Schafft endlich diese sowas von unnötige Anwesenheitspflicht bei Seminaren und Vorlesungen ab!

Scheiß Halsschmerzen

Geschrieben am 15. Februar 2009 in Japan, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

scheiß Husten, scheiß verstopfte Nase, scheiß Erkältung!

Eigentlich sollte die Überschrift 日本語能力試験二級:合格 (JLPT Level 2: bestanden) heißen.

Aber diese Scheiß Erkältung, die ich mir wohl die letzten Tage bei einer der Abschiedsparties von irgendwem (ich habe da auch schon einen Verdacht) eingefangen habe, kotzt mich tierisch an.

Nicht nur, dass ich bei meiner eigenen Abschiedsparty heute Abend nichts alkoholisches trinken werde können. Nein! In zwei Tagen fliegen meine weibliche Begleitung und ich für vier Tage nach Okinawa, um eigentlich unseren Urlaub zu genießen. Mit dem dicken Hals und einer verstopften Nase wird das wohl aber nichts mit dem Wasserspielen im Meer: Tauchen, einsame Insel zu zweit, Grottenerkundung, etc. - halt all die Dinge, die man auf einer “Südseeinsel” so machen möchte.

Verdammt. Ich könnt kotzen … wenn man Hals nicht so sau weh tun würde.

PS: Guckt mal bei Google-Bildersuche, Flickr oder Wikipedia oder so nach: bondegi - Darüber werde ich im nächsten Blog-Eintrag mal was schreiben.

履歴書用紙 oder “Wie man sich in Japan bewirbt”

Geschrieben am 10. Februar 2009 in Hintergrund, Japan, Vorbereitung, 写真 von Daniel || Keine Kommentare

Laut wadoku.de bedeutet die Überschrift dieses Blog-Posts:

履歴書 りれきしょ (schriftlicher) Lebenslauf {m}; Curriculum {n} vitae.
用紙 ようし [4] Formular {n}; Papier {n}.

Also “Lebenslaufformular“.

Und auf der japanischen Wikipedia kann man folgendes Nachlesen:

履歴書(りれきしょ)とは、学業や職業の経歴など、人物の状況を記した書類の事である。就職や転職時の選考資料として用いられる。また、学歴や職歴によって給与や資格等を決定する手続き(査定)において、それを証明する各種の書類とともに提出する。なお、アメリカ合衆国およびカナダの英語圏地域にて用いられるレジュメ(Résumé、日本では英文履歴書とも呼ばれる)は、JIS規格などで書式が定められている日本の履歴書とは異なり、書式が自由であり、むしろ日本でいう「職務経歴書」に近いものである。

Also nichts anderes als die japanische Version eines Lebenslauf, um sich bei Erstbewerbungen oder Arbeitsplatzwechsel ganz nach Tradition und Vorschrift zu bewerben. Es gibt dabei in Japan verschiedene Versionen: eine um sich für Part-Time oder arubaito zu bewerben, eine für einen richtigen Arbeitsplatz nach der Uni und eine für einen Arbeitsplatzwechsel. Zumindest werden diese drei Varianten so im Handel verkauft.

Hier mal ein paar dieser Formulare, die ich heute für 105 Yen im (ihr ahnt es) 100-Yen-Shop (richtig!) gekauft und gerade eben eingescannt habe.

Hier nur die Variante für arubaito bzw. parto, alle anderen (plus die gezeigte, natürlich) findet ihr in diesem kleinen Downloadpaket (23MB) (Hinweis: ich war zu faul den Kontrast nachträglich zu verbessern, die Scans sehen also ziemlich grau aus).

Warum komme ich gerade drauf? Naja, ich hatte vorgestern im Buchladen mal wieder einfach nur so rumgestöbert und dabei bin ich auf einen Leitfaden für Universitätsabsolventen gestoßen “Wie bewerbe ich mich richtig?”. Und da dachte ich so bei mir, ey, dachte ich mir so, wenn ich schon in Japan arbeiten möchte, dann sollte ich doch zumindest mal wissen wie man hier eine Bewerbung richtig schreibt und wie man sich hier im Bewerbungsgespräch angemessen verhält. Also bin ich mit meiner weiblichen Begleitung einen Tag später in eine andere Buchhandlung und wir haben uns mal ein paar dieser Bücher angesehen: “Das 1×1 des erfolgreichen Bewerbens”, “Die wichtigsten Taktiken im Bewerbungsgespräch”, “So überzeugen Sie Personaler am Besten”, “Bewerbung for Dummys”, etc. etc.! Es gibt auch lauter Bücher (fast schon Kataloge), die einfach nur Firmen (aus jeweils eingegrenzten Branchen, z. B. IT) auflisten mit deren Kontaktadressen, Hintergrunddaten (Mitarbeiterzahl, Filialen, durchschnittliches Monatsgehalts eines Neulings, etc.) und was man beachten sollte bei einer Bewerbung.

Im Endeffekt war die Auswahl einfach zu groß und wir sind am Ende ungekaufter Dinge wieder gegangen, allerdings mit dem Ergebnis: es ist eigentlich egal welches der Bücher ich nehme, es muss ja schließlich nicht perfekt sein und soll mir nur vermitteln wie die Dinge hier in Japan diesbezüglich laufen. Denn das ist mal klar, es läuft hier ein bisschen anders als in Deutschland, nicht nur was das Schreiben bzw. den Aufbau der Bewerbung angeht.

Mit diesem Gedanken bin ich gestern nochmal in den ersten Buchladen gewandert und habe mir dann drei Bücher zu den Themen “Wie schreibt man eine Bewerbung richtig?”, “Das ABC des Bewerbungsgesprächs” (inc. Bildern, wie man sich anzukleiden hat) sowie “Das rote Buch zur Jobsuche” zugelegt. Die Bücher heißen nicht wirklich so, aber ich kann die Namen gerade nicht auswendig und weil ich sie heute Nachmittag versehentlich schon mit in das erste von höchstwahrscheinlich drei 30kg Paketen, die ich für umgerechnet 125€ pro Paket nach D zurück schiffen lassen muss, gepackt habe, komme ich da jetzt auch nicht so leicht dran.

Und weil ich zufällig heute beim Stöbern im 100-Yen-Shop über die entsprechenden Formulare gestoßen bin, habe ich mir gleich ein paar eingesackt. Und weil ich gerade zu faul bin über die erste Februarwoche und die ganzen Abschiedsparties (die nächste findet übrigens übermorgen - also Donnerstag - statt) zu schreiben, kam eben nur dieser kurze Info-Beitrag in der Rubrik Lebenstipps zustande. Oder so.

PS: Achja, die Bücher sind natürlich auf Japanisch. Nuhr so. Alles andere wäre nicht angebracht.

Itadaki - OpenOffice kann jetzt auch Furigana

Geschrieben am 9. Februar 2009 in software, 写真, 日本語 von Daniel || 1 Kommentar

und zwar auch automatisch!

Ich habe gerade mal wieder nützliche Software gefunden, die ich eigentlich selber zusammentackern wollte, aber freundlicherweise hat sich schon jemand die Mühe gemacht.

Heute geht es um Itadaki, ein Addon für OpenOffice, mit dem man in seinen Dokumenten automatisch Furigana über die Kanji setzen lassen kann - genauso wie das in MS Word schon seit ewigen Zeiten geht.

Jetzt gibt es also keinen wirklich guten Grund mehr MS Word zu benutzen! Ha! In your FACE Microsoft!

Einfach alle 4 Dateien runterladen und in OpenOffice über den Extension-Manager installieren (siehe Bild; die ‘Fehlermeldungen’ einfach ignorieren!). Danach OO neu starten und fertig!

Ich habe es nur für OpenOffice 3.0 ausprobiert, es sollte aber laut Beschreibung auch mit 2.0 funktionieren. Viel Spaß.

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