Bunkyo Survival Guide - Edition 2008/2009 (Rohfassung)

Geschrieben am 21. März 2009 in Hintergrund, Japan, Vorbereitung, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Ein letzter Eintrag vor meinem Ablug. Hierbei handelt es sich um ein sehr vorläufiges Guide-Book für die Leute, die von der HHU hier an die Bunkyo kommen. Ich hatte damit so im Mai 2008 angefangen und immer mal wieder Infos hinzugefügt, daher der eher memoartige Charakter des Dokuments. Leider habe ich dann irgendwann aufgehört, weil das Leben irgendwie zu selbstverständlich und “normal” geworden ist und der Alltag überhand genommen hat; und spätenstens dann braucht man kein Guide-Book mehr. Ich habe leider auch keine Zeit mehr mich um die Formatierung oder Rechtschreib-/Grammatikfehler oder inhaltliche Schwächen/Unfug/Unsinn/Fehlinformationen zu kümmern oder noch Infos anzufügen. Daher: bitte nicht allzu streng sein. Danke.

PS: Wenn ihr neuere/bessere oder zusätzliche Infos habt, schreibts doch bitte einfach in die Kommentare! Das wäre super! Danke!

PPS: Ab dem SS2009 hat die Bunkyo für euch leider keinen Ansprechpartner mehr im Büro sitzen, der Englisch beherrscht. Ihr werdet euch also entweder auf dem Campus jemanden suchen müssen, der Englisch und Japanisch gut beherrscht, wenn ihr euch schnell und unkompliziert verständigen wollt. Oder ihr verständigt euch, wie alle Anfänger ;-), mit Händen und Füßen. (Gilt natürlich nicht, wenn eure japanischen Sprachkenntnisse schon auf entsprechen hohen Niveau sind! ;-) )

Anyway: viel Spaß in Japan! Genießt die Zeit! Sie geht leider viel zu schnell vorbei…

日本へ、文教ドミトリーへ ようこそ! An die Austauschstudenten der HHU - Ausgabe 2008/2009

Vorwort

Herzlich willkommen in Japan und im Wohnheim der Bunkyo-Universität liebe Austauschstudenten der Heinrich-Heine-Universität. Dieser Ratgeber soll euch einen ersten Eindruck und Überblick verschaffen und euch außerdem ein paar hilfreiche Hinweise und Tipps zur Verfügung stellen, die euch am Anfang sicherlich weiter bringen werden.

Grüße von den ehemaligen Bewohnern/Austauschstudenten JP und Daniel!
gez. JP, Daniel, April 2008 bis März 2009

Sondern-Tipp vorab: in der Wohnung direkt über euch (ihr: Zimmer 201, über euch: Zimmer 301) leben die anderen ein (oder zwei, je nachdem) Nicht-asiatischen Ausländer, die aus Neuseeland und/oder Kanada kommen. Die haben in ihrer Wohnung auch einen Guide von den vorherigen Studenten liegen, in dem ebenfalls nützliche Dinge stehen. Fragt den/die Jungs/Mädels einfach mal danach. Allerdings kann es gut sein, dass sie deren und unserer Guide sich widersprechen. Der Guide von “Bart” (sollte in der Küche neben diesem Dokument hängen) z. B. hat ein paar Stellen, die sich mit dem der Kanadier/Neuseeländer widersprechen. Da müsst ihr dann halt auf euer eigens Gefühl vertrauen. :-) 頑張ってね!

Vor dem Abflug

Ihr solltet euch vor dem Abflug Medizin gegen Übelkeit, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Durchfall (also irgendwas starkes gegen eine Erkältung und/oder Jet-Lag-Symptome) einpacken in euren Koffer (nicht ins Handgepäck, denn je nach Airline ist das verboten).

Sobald ihr wisst, dass ihr den Austauschplatz bekommen habt, solltet ihr sofort Auslandsbafög (frühestens geht’s erst 6 Monate vor Abflug) beantragen! Hier zählt jeder Monat! Je später ihr nämlich den Eintrag einreicht, desto später erhaltet ihr den Bescheid, desto später bekommt ihr Geld. Ihr müsst auch nicht alle Dokumente auf einmal einreichen, ihr könnt die nach und nach immer wieder nach reichen.

Ihr solltet frühzeitig Geld tauschen gehen, denn je nach Bank kann es zwischen 2, 3 Tagen und 2, 3 Wochen dauern bis die eure Bestellung in Yen umgetauscht haben. Es kommt hier wirklich auf den Betrag und die Bank an, dass kann sehr unterschiedlich sein. Am besten erkundigt ihr euch frühzeitig bei eurer Bank.

Wenn ihr euch was voraus schicken wollte (ist anzuraten, wenn ihr soviel Zeug mitnehmen wollt, dass ihr am Flughafen extra Gebühren für’s Gepäck zahlen müsst; meist ist das ab dem 21 Kilo Gewicht der Fall; Handgepäck geht bis 8kg! Die Angaben sind je nach Airline natürlich verschieden!), dann benutzt diese Adresse:

Saitama-ken Koshigaya-shi Sengendai nishi 1-15-7 domitori-bunkyo 201-go
Japan
oder in Kanji
埼玉県越谷市千間台西1-15-7ドミトリー文教201号
Japan

Allgemeines

• ihr solltet auch euren Guide für die Nachfolger schreiben, wichtig: Datum & Kontaktadresse für Nachfragen nicht vergessen
• Schickt die Teile des fertigen Guides, die man vor dem Abflug wissen sollte, kurz vor der Abreise an die HHU per Mail (z. B. an Frau Fujita oder die Fachschaft, je nachdem wie “heftig” der Inhalt so ist/wird :-) ), so dass er an die Nachfolger direkt gegeben werden kann noch vor ihrem Abflug. Den kompletten Guide solltet ihr in der Küche aufhängen, so dass man ihn schnell findet.

Vorhandene Dinge

• dies sind Dinge, die ihr nicht extra mitbringen braucht, weil sie schon hier sind
• Glässer, Tassen, Besteck, Geschirr, TV, Radio, Wecker, Wasserkocher, Reiskocher, Mikrowelle, Grill, Gasherd, o-hashi
• Stadtplan, Karte von Saitama-ken, Karte von Koshigaya, Zugstrecken/-linienplan
• dt. 3fach Steckdose (mit Schalter)
• mind. 4 Steckeradapter
• ein AC-Spannungswandler (leider keine passende Steckdose da, müsste ein jap. Steckeradapter hier im Supermarkt um die Ecke gekauft werden)
• mehrere jap. Stecker und Steckdosen
• mind. 6 Handtücher, zusätzlicher Futon, 2 Wolldecken
• Tacker, Tesa, Heftzwecken, Kugelschreiber, Bleistifte
• Whiteboard, Boardmarker, Briefpapier, Notizpapier
• Weltkarte, 2x Japankarte

Über die elektrischen Geräte

Die Waschmaschine muss an den Wasserhahn angeschlossen werden, daher werdet ihr einen Schraubenzieher brauchen, der auch vorhanden sein sollte. Falls nicht, solltet ihr evtl. im Koffer (NICHT im Handgepäck) ein Schweizer Taschenmesser mitbringen. @männliche Studenten: damit könnte ihr die Mädels hier beeindrucken, kein Witz!

Geld abheben & Kontoeröffnung/銀行口座を開く (ぎんこうこうざをひらく)

Um ein Konto bei einer Japanischen Bank zu eröffnen müsst ihr euren Namenstempel (hanko) haben. Außerdem das gaikokujintorokusho und die kenkohonkensho (Krankenversicherungskarte). Die vorläufigen Dokumente reichen hier aus. Bereitet euch darauf vor, dass ihr mind. 1000 Yen sofort einzahlen müsst. Außerdem dürft ihr euch höchstwahrscheinlich euren PIN-Code und das Kartendesign selbst aussuchen. Achja, da ihr in Sengendai せんげん台 (bzw. 千間台) wohnt, könnt ihr auch nur in der Bank vor Ort (ist am Bahnhof) ein Konto eröffnen und nicht z. B. in Kita-Koshigaya oder sonstwo. Keine Ahnung warum, war bei uns aber so.

Geld abheben könnt ihr mit eurer deutschen EC-Karte (Sparkasse, etc.) direkt hier im Postamt am Automaten. Ist überhaupt kein Problem. Das kostet so ca. 4 oder 5 Euro Gebühren pro Abhebung, daher solltet ihr möglichst immer etwas mehr abheben und keine Kleckerbeträge (es sei denn ihr seid zufällig お金持ち).

Geld einzahlen auf eurer Bankkonto geht ganz einfach. Geht einfach in eine Filiale der Bank, wo ihr das Konto eröffnet habt, und begebt euch zu einem der Automaten. Dort drückt ihr den Knopf für “Geld einzahlen” (wichtiges Kanji ist: 入) und anschließend(!!!!!) erst steckt ihr eure in den Automaten. Den Rest werdet ihr selbst schnell raus haben, der ist nämlich kinderleicht. Zur Not fragt einen der netten Bank-Angestellten, die helfen gerne (auch wenn einige vor Ausländern Angst haben und erstmal die englisch-sprechenden Kollegen zur Hilfe rufen).

携帯電話/Handy/Mobiltelefon

Wenn ihr ein Handy kaufen wollt, dann braucht ihr den hanko, das Bankkonto, euren Reisepass und das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho). Ein Handy nur mit dem vorläufigen Dokument und dem Bankkonto + Reisepass kaufen geht seit Anfang 2008 nicht mehr, wie wir schmerzlich erfahren mussten. Dass heißt, ihr müsst nach eurer Ankunft mind. 1 Wochen, wahrscheinlich eher sogar 2 Wochen auf euer Handy warten. Wenn es also irgendwie geht, lasst euch von (deutschen) Freunden, die gerade in Japan sind oder kurz vorher waren, ein Handy mitbringen, dass ihr dann einfach weiter benutzen könnt. Oder, wenn ihr bereits japanische Freunde habt, dann fragt sie, ob sie euch nicht auf deren Namen ein Handy besorgen können.

Ihr könnte die Handys am besten direkt bei コジマ, einem Elektronik-Geschäft hinter der Uni keine 5 Minuten zu Fuß, besorgen. Genauso wie den Internetanschluß.

Internet im ドミトリー/domitori

Wenn ihr Internet im Wohnheim haben wollt, und das werdet ihr wollen, dann müsst ihr dazu in einen denki-ya (電気屋) gehen und da danach fragen. Nehmt am besten eure jap. Tutoren mit, die können euch dabei helfen. Die Telefonleitung ist schon da, ihr braucht nur einen Vertrag, der das freischaltet und natürlich ein Sende-/Empfangsgerät (DSL-Modem + WLAN-Router oder so). Das könnt ihr alles auch erst besorgen, wenn ihr das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho)habt (wie beim Handy). So lange müsst ihr mit dem sehr instabilen WLAN, dass hier so frei und ungesichert rumschwirrt, vorlieb nehmen oder ein Internetcafe bzw. die Uni-PCs in der Bibliothek benutzen.

コジマ電気屋 - Kojima-Elektrogeschäft, liegt hinter der Uni, keine 3 Minuten mit dem Fahrrad. Dort helfen einem die sehr netten Mitarbeiter beim Vertragsabschluß um im Domitori Internet zu bekommen. Ihr braucht dafür nur euren hanko (Namensstempel) und das vorläufige gaikokutorokusho. Das jap. Bankkonto wäre wünschenswert, es geht aber wohl auch mit Kreditkarte (haben wir nicht gemacht, weil wir da schon unsere Konten hatten!). Wenn ihr Glück habt bekommt ihr für den Vertragsabschluß auch einen Bonus von 20.000 Yen, für den ihr euch Elektronik-Artikel (z. B. einen SD-Karten für’s Handy, Kopfhörer, WLAN-Router oder mobile Festplatte, leider kein iPod, iPod-Zubehör oder PS3, PSP, NDS (Zubehör ist aber erlaubt) etc.) kaufen könnt.

Strom-, Wasser- und sonstige Rechnungen sowie Miete

Vor der eigentlichen Strom- bzw. Gasrechnung kommt ein お知らせ (also eine Information) mit den ungefähren Verbrauch und Kosten für die erste Woche (Strom) bzw. ersten 14 Tage (Gas). Nach ein paar Tagen kommt dann die eigentliche Rechnung, die meist genau der Vorabinfo entspricht. Ihr müsst diese dann im lokalen Konbini (z. B. 7-11 hier ums Eck) bezahlen.

Die Miete bezahlt ihr im Bunkyo-Service und ihr werdet vermutlich die ersten zwei Monate auf einmal bezahlen müssen, allerdings erst nach den ersten 3 Wochen (ungefähr). Ihr bekommt dann ein Stempelheft, in dem jedesmal vom Bunkyo-Service-Personal abgestempelt wird, wenn ihr die Miete bezahlt. Ihr könnt auch direkt alles im Voraus zahlen, wenn der Kurs gerade gut genug ist und ihr entsprechend Bargeld dabei habt. (Wir haben nicht gefragt ob man mit Karte oder per Konto-Einzug zahlen kann. Das wissen wir also leider nicht.)

DO’s and DON’Ts

• Wenn ihr irgendwo euren Namen eintragen müsst, dann fragt immer nach ob in Katakana oder Romaji oder in beiden! Und wenn ihr in Romaji schreiben sollt, dann benutzt immer GROSSBUCHSTABEN! (Oder fragt zumindest vorher nach, ob Groß-/Kleinschreibung egal ist!) Ist wichtig für die Kontoeröffnung! Ansonsten heißt es, nachdem ihr mühsam drei Seiten ausgefüllt habt, dass ihr das leider nochmal machen dürft.
• Dokumente mit SCHWARZEN Kugelschreiber ausfüllen - alles andere lässt euch wie Idioten aussehen, laut Midori.
• Wenn ihr mit dem hanko etwas abstempelt, dann passt auf, dass ihr nicht abrutscht und den Abdruck verschmiert! Ansonsten heißt es: noch einmal!
• Wenn ihr euch auf Dokumenten verschrieben habt und ihr habt das durchgestrichen und korrigiert, dann stempelt die Stelle einmal mit dem hanko ab. Dann weiß man, dass ihr das beabsichtigt habt. Zur Not den gerade verfügbaren japanischen Ansprechpartner fragen, wie man vorgehen soll.

(Un)Interessante Orte in der Nähe

Sengendai

• Saty (Depato und Supermarkt): hier gibt’s Klamotten, Essen, Getränke, Obst, Gemüse und eigentlich alles, was man für den Haushalt oder die persönliche Hygiene braucht. Auch Glühbirnen, Elektroteile und Schreibwaren, sowie Spielzeug und - natürlich - Mobiltelefone. Positiv: riesige Auswahl, 4 Liter Sake-Flaschen, 4 Liter Whiskey-Flaschen, Sprite; Negativ: abgepacktes frisches Essen (Bento, etc.) ist teurer als im Tobu-Supermarkt am Bahnhof
• Tobu-supermarkt am Bahnhof….

Obukuro

In Obukuro (eine Station vor der Kita-Koshigaya, der Station wo man aussteigt, wenn man zur Uni will) gibt es nichts besonders (außer ihr zählt die unzähligen Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe und offensichtlicher afrikanischer/amerikanischer Abstammung, die hier zu wohnen scheinen, als etwas Besonderes). Laut Guide der Neuseeländer/Kanadier sollen da viele tolle 居酒屋 (izakaya, Kneipen) sein, aber gecheckt habe ich nicht, weil ich Nachmittags da war. Dafür gibt es dort einen größeren 100 Yen Shop (Schienen überqueren, dann findet ihr den schon) und ein paar größere Supermärkte.

Kita-Koshigaya

西口 ==> dort gibt es direkt gegenüber vom Ausgang, neben dem CD/DVD-Laden, in dem mehrstöckigen Gebäude auf der 2. Etage einen großen 100-Yen-Shop ([ザ]ダイソー), dessen Auswahl weitaus größer ist als die des 100-Yen-Shops in Sengendai oder Obukuro.

Ueno, Asakusa, Akihabara

Stundenplan-Erstellung

Als 交換留学生 (こうかんりゅうがくせい) (Austauschstudenten) dürft ihr nicht nur die Kurse der 別科学性 べっかがくせい (”Sonderstudenten”, also Koreaner, Chinesen, und alle anderen von Unis, die kein besonderes Abkommen mit der Bunkyo haben) belegen, sondern auch alle anderen. Das ist natürlich ein riesen Vorteil, und gleichzeitig auch ein Nachteil, denn die meisten Kurse sind, natürlich, auf Japanisch. Daher empfehlen wir zunächst nur Englisch-Kurse (Communicative English, Reading Courses, etc.) zusätzlich zu den japanisch Sprachkursen zu belegen im ersten Semester.

Pro Semester reichen zwischen SWS 22 bis 28 Semesterwochenstunden. Man muss es ja nicht übertreiben. Achja, ihr werdet etwas länger Zeit haben euch zu überlegen, welche Kurse ihr nun belegen wollt und welche nicht. Die べっかせい müssen sich viel früher entscheiden und sie müssen auch noch einen extra Brief / Dokument mit den belegten Kursen einreichen. Bei uns hat es gereicht das als Kopie einfach im Büro bei Midori oder Kurihara-san abzugeben. Wichtig sind Kursname, Kursnummer (sofern vorhanden), Zeit (Stunde/Tag), Dozentenname und ggf. Raumnummer.

Wir mussten übrigens 留学生生活 belegen im 1. Semester, weil hier für alle Austauschstudenten wichtige Informationen verteilt werden, die ihr sonst womöglich nicht bekommen werdet (oder nur durch Zufall erfahrt). Leider. Versucht diesen - abgefuckt - langweiligen Unterricht zu umgehen. Legt euch da andere Kurse hin oder was weiß ich, aber verschwendet eure Zeit nicht dort.

Unterricht

Wenn ihr beim Einstufungstest versagt habt, weil ihr einfach noch vom Flug zu fertig wart (or whatever reason) und ihr versehentlich in der 3-B-Klasse (5-B ist nicht so schlimm, das Niveau ist ok, 2-B keine Ahnung) landet, dann sollte ihr euch das max. eine Woche antun und dann um Versetzung in die 3-A bitten. 3-B ist nämlich für alle HHU-Studis, die den 4. Sprachkurs mit 2,0 oder besser abgeschlossen haben eine Tortur sondergleichen. Die Genfer-Menschenrechtskonvention verbietet schließlich Folter, aber da die hier nicht greift tut euch selbst einen Gefallen und bitte um ein “Level-Up” in den 3-A-Kurs!

Präzision “Folter”: in den 3-B-Kursen macht ihr Stoff, den ihr im 1. und 2. Sprachkurs in Düsseldorf gemacht habt. Das läuft zu Beginn zwar alles unter dem Motto “Die ersten zwei Monate sind zur Wiederholung da.” aber glaubt mir, wenn ihr das Desaster 3-B-Kurs nur eine Woche mitgemacht habt, dann wollt ihr das mit Sicherheit keine vollen zwei Monate durchmachen. Ich wiederhole kurz: es geht nur um die 3er Kurse, nicht um die 2er oder 5er! 5-B ist schon ‘ne Nummer anspruchsvoller, vor allem wenn ihr den bei Kondo-sensei habt. Das Ziel des 5-A-Kurses ist übrigens, dass ihr den JLPT Stufe 1 locker schafft und das ihr die neuere Prüfung “Ryugakusei …” mit sehr guten Punkteergebnis absolvieren könnt. Achja, wer in C-Kursen (oder schlechter) landet: wie zur Hölle habt ihr das Auswahlverfahren in Düsseldorf überhaupt überstanden und warum seid ihr hier? ;-)

Bücher

gute Grammatik-Bücher:

• A Dictionary of Basic Japanese Grammar
• A Dictionary of Intermediate Japanese Grammar
• 日本語文型辞典 (ISBN: 978-4-87424-154-7 C3081 円3300 - くろしお出版)

Fernsehprogramm

Eine Liste der Sender, die ihr empfangt. den rest könnt ihr bei Wikipedia nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Japanisches_Fernsehen.

eine gute seite, die das tv-programm von jetzt und den nächsten tagen enthält: http://www.tvguide.or.jp

Kurztrip nach Hakone und Kamakura

LERNT DEUTSCHES LIEDGUT, weil ihr werdet auf dem Kurztrip am ersten Abend den anderen Studis mind. ein Deutsches Lied vorstellen (=vorsingen) müssen. Wir haben hier “Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst du noch?” und “Dshingis Khan” vorgetragen. Lernt lieber was NEUES! Z. B. “Die Ärzte - Hurra”, oder “Die Ärzte - Manchmal haben Frauen”, “Die Ärzte - Westerland” oder was von Rammstein, Illegal 2001 (z. B. Inselsong oder Dosenbier), Klee, Juli, etc…. - egal was ihr singt, es reicht, wenn ihr die erste Strophe + Refrain vortragt. Und macht es möglichst SPASSIG für die anderen Studis! Das ist das wichtigste! :)

Man kann bei Saty & Co. die leeren Kartons umsonst mitnehmen. Die sind meistens in der Nähe der Kasse gestapelt. Ist ganz gut wenn man zum Ende hin sich seine angesammelten Schätze (Bücher, Andenken, Klamotten, etc) nach Hause schicken will. Achja, per Schiff kosten 30kg an die 14000 Yen, mehr geht nicht! Weniger Gewicht kostet mehr: bsp: zwei 15kg Pakete kosten 20000 Yen und mehr. Es ist also günstiger ein großes Paket zu verschicken als mehrere kleinere.

Sayonara Japan

Geschrieben am 20. März 2009 in Japan, Nightlife, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

(Boah, bin derbe betrunken… hahaha :-), also den Eintrag nicht zu ernst nehmen)

Sonntag, den 22. März, geht mein Flieger zurück nach Deutschland und irgendwie will ich gar nicht wirklich zurück, gleichzeitig aber doch. Meine Freunde und Familie fehlen mir, aber meine Freundin wird mir auch fehlen. Ahhh, alles nicht so einfach. :-(

Aber mal davon ab, ich denke, dies wird mein letzter Beitrag aus Japan für eine lange Zeit (mind. 1 Jahr).

Eigentlich wollte ja noch was zu den ganzen Abschiedsfeiern und so, die fast alle im Februar stattfanden, sagen, aber irgendwie fehlte mir die Motivation dazu. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass es einfach ganz nett war nochmal mit vielen der Freunden und Bekannten, welche man so im Verlauf des einen Jahres kennengelernt hat, zusammen zu kommen. Und natürlich mussten wir Austauschstudis beim letzten offiziellen Abschiedstrinken Mitte/Ende Februar nochmal eine kurze Rede halten und so berichten wie es uns in Japan gefallen hat. Natürlich sehr gut. :-)

So, nun nochmal kurz zu meinem koreanischen Mitbewohner: eigentlich bin ich ja hervorragend mit ihm ausgekommen in dem halben Jahr, das wir zusammen gewohnt haben, aber eine “kleine” Sache stört mich doch: nachdem er Mitte Februar abgehauen ist, tauchten noch diverse Gas-/Wasser-/Stromrechnungen auf (auch welche von Januar, wo er noch da war!), für die er mir gerade mal 5000 Yen dagelassen hatte. Das hat natürlich hinten und vorne nicht gereicht (allein für Gas haben wir zusammen im Monat schon knapp 8000 Yen bezahlt). Kurz: uncool. Genauso uncool war, wie dreckig er gelebt hat in seinem Bereich, aber auch in der Küche und Bad, wobei ich die immer mal wieder gesäubert habe. Aber sein Zimmer, nachdem er abgehauen ist, war wirklich eine reine Müllhalde. Uncool².

Davon abgesehen, war es wirklich ein sehr geiler Mitbewohner. Und hier mal zur Info an die künftigen Studis an der Bunkyo: ich habe das mit dem Geld im Büro gesagt (natürlich mit Beweisen, also die ganzen Rechnungen mitgebracht und auf den Tisch gelegt) und die haben mir ohne viel zu Zögern direkt das fehlende Geld gegeben. Sehr geil. Und apropos Büro: was in Deutschland undenkbar ist, ist hier möglich: ich muss nur die Miete bis zu meinem Auszug zahlen, d. h. ich musste nur die Miete bis zum 22. März bezahlen, also nicht den vollen Preis. Und auch nur den Teil bis zum 22., der sich von meinem Anteil (also 50% der Gesamtmiete von 61000 Yen: 30500 Yen) berechnet (bis zum 22. also 22000 Yen)! Sehr geil, oder?

Während der Zeit vom 18. Februar bis zum 15. März habe ich meistens rumgechillt oder mit meiner Freundin verbracht. Zwischendurch waren wir in Nikko im Onsen sowie in der näheren Umgebung in mehreren Onsen und ich habe es wirklich lieben gelernt, auch wenn ich gerade mal nur eine Stunde in der Hitze aushalten (meine Freundin könnte immer für 2 oder 3 Stunden, meint sie). Zwischendurch waren wir auch in der Chiba-Präfektur, ganze 20 Minuten mit dem Auto entfernt, und sind bei KikumanKikkoman (weltweit größter Hersteller und Expoteur für Soja-Soße und -Produkte) auf einer Werksführung dabei gewesen. Das geile dabei ist, dass die Führung komplett kostenlos ist und man sogar eine kleine Flasche Soja-Soße am Ende geschenkt bekommt. :-)

Am 16. März war dann noch Abschlußfeier (卒業式) der normalen japanischen Studenten und ich habe die Gunst der Stunde genutzt um möglichst viele Erinnerungsfotos zu schießen. Außerdem habe ich noch mit dem 学長 (Schul/Uni-Präsident; Amerikaner, der seit Ewigkeiten in Japan lebt) ein kleines Gespräch geführt und ein Foto gemacht. Der Gute hört leider Ende März auf und geht in Rente und dafür habe ich ihm erstmal alles Gute gewünscht. Warum war ich überhaupt beim oberstern Big-Boss der Uni? Nunja, ich habe wie ein Bekloppter ungefähr 30 Minuten die Uni nach meinem Englisch-Dozenten Mr. Graham abgesucht um mich bei ihm zu verabschieden. Leider konnte ich ihn nicht finden, also kam mir irgendwann die Idee mal den Big-Boss zu fragen. Der wußte sogar, wo die entsprechende Info stand :-) Daraufhin konnte ich meinen Lieblingsdozenten hier auch auffindig machen und mich bei ihm verabschieden. Zuvor haben wir uns aber noch ungefähr eine Stunde über Japan, japanische Studis und Unis und deren Englisch-(Un)Fähigkeiten unterhalten und ausgetauscht. War sehr lustig. Zwischendurch lief mir noch Nohara-sensei über den Weg, also habe ich mich bei ihm auch direkt persönlich verabschiedet: sehr netter älterer Deutsch-Dozent, hat mir sogar ein Abschiedsgeschenk mitgegeben (Essstäbchen und noch was anderes, weiß nicht was, hab das Tütchen noch nicht geöffnet).

So, die Tage danach bis heute habe ich mit meiner Freundin verbracht und das letzte bisschen Omiyage-Shopping (Andenken-Shopping) gemacht. Und heute kamen nochmal Simon und JP vorbei und wir haben ordentlich Einen gehoben. Tatsache: wir haben so viel gesoffen (vor allem ge”meyert”!), dass wir gegen 2 Uhr Nachts nach McD gegangen sind und auf dem Hinweg sowie auf dem Rückweg nur Mist gebaut haben. Fotos werden nachgereicht, weil muss und weil war zu geil. *lol* :-) Ich habe jetzt zumindest einen roten Autobahn-Pümpel sowie eine “Manga-Kissa-ten”-Flagge in meinem 和室 (japanischen Zimmer) liegen. Haha.

Heute wird nochmal der Tag mit meiner Freundin verbracht und morgen geht dann der Flieger zurück nach Deutschland. Ich denke, ich werde nochmal ein paar Infos nachliefern, wenn ich wieder in Deutschland bin, aber soweit soll es das erstmal gewesen sein. Macht’s gut und haltet die Ohren steif. Ciao & Sayonara.

PS: Ich bin immer noch sternhagel voll. Danke Simon! *haha*

Wo ich gerade beim Fluchen bin!

Geschrieben am 15. Februar 2009 in Hintergrund, doitsu, ニュース, 大学 von Daniel || Keine Kommentare

Fuck you, Bachelor! Fuck you!

Schafft endlich diese sowas von unnötige Anwesenheitspflicht bei Seminaren und Vorlesungen ab!

PORNO UND GEWALT!

Geschrieben am 26. Januar 2009 in Japan, Veranstaltung, Vorurteile, doitsu, ニュース, 大学 von admin || Keine Kommentare

Dem dpa-Artikelschreibhanselerling Lars Nicolaysen würde ich gerade gerne derbst eins auf die Fresse geben gratulieren für zu diesenm nicht sonderlich guten hervorragenden Artikel, den SpOn veröffentlicht hat: PORNO UND GEWALT - Japan plant Handy-Verbot an Schulen! (Wer Ironie oder Sarkasmus findet, darf entsprechendes behalten!)

Seriously, WTF, dude?!

“Jeder Sechste der 16-Jährigen gab zudem an, täglich mehr als 50 SMS zu verschicken.” (Hervorhebung von mir!) In Japan werden keine SMS verschickt, sondern Emails! Die Japaner haben es hier weitaus besser als wir rückständigen Deutschen/Europäer. Mal davon ab, dass diese Mails von Mobiltelefon zu Mobiltelefon oder Mobiltelefon zu Rechner schweinebillig sind (je nach Tarif sogar kostenlos)! Warum wird hier dem Nicht-Japan-Kenner eingeredet, dass man in Japan SMS benutzt?! SMS sind sowas von 1990er und außerdem maßlos überteuert! Es wird Zeit, dass sich da endlich mal was ändert im deutschen/europäischen Mobilfunk!

“Eine andere Studie der Präfektur Osaka ergab, dass unter den 13-Jährigen jeder Sechste mehr als drei Stunden am Tag das Handy benutzt. Unter den 16-Jährigen tut das jeder Dritte.” Tut tut tut, wozu ist die Hupe gut?

“Mit Handys lassen sich Busse, Bahnen und selbst Taxis bezahlen, kostenlos Fernsehen schauen, Urlaubsreisen buchen, Manga-Comics und ganze Romane lesen.” Durchaus richtig, aber direkt der nächste Satz *grrrr*

“Zu den mobilen Angeboten gehören jedoch auch Pornos, Internet-Seiten, auf denen sich Selbstmörder zum Gruppensuizid verabreden und “deai-saito” - Seiten, über die Erwachsene oft an Sexkontakte mit Schülerinnen gelangen.”

W-T-F?!

Bei diesem Satz ist mir die Galle dann doch übergelaufen. Soviel Müll in einem Satz… wenn ich den Nicolaysen treffen würde, würde ich ihn fragen wie groß er ist und dann auf seine Antwort erwidern “Ich wußte gar nicht, dass man *piep* so hoch stapeln kann!?”! Was soll diese einseitige Negativ-Bild?! Was will mir der Autor damit sagen und vor allem was für ein Japan-Bild will er hier dem durchschnittlichen Bild-Leser, der gerade mal Castrop-Rauxel von Bottrop-Kirchhellen unterscheiden kann (wahrscheinlich ist selbst das schon zu hoch gegriffen für diese Klientel) vermitteln?!
*seufz* Jaja, was es nicht alles Schlimmes auf dieser Welt gibt…

“Andere wie Professor Shigeki Ito von der Universität Komazawa bezweifeln ohnehin, dass ein Verbot an Schulen groß etwas bringt. Schließlich benutzten die Kinder ihre Handys nach dem Unterricht sowieso weiter.” Naja, zumindest bringt er beide Seiten der Argumentation, also pro und contra Mobiltelefon-Verbot in Schulen. Und es ist ja auch überhaupt schön, dass sich mal jemand die Mühe macht und es den Nicht-Japanologen in Deutschland ermöglicht einen kleinen Einblick in die いじめる (quälen; ärgern; mobben; misshandeln; belästigen; drangsalieren; übel mitspielen) Problematik in japanischen Schulen zu geben.

Also, warum habe ich mich nochmal aufgeregt?!

PS: Hab’ gerade mein レポート (report) im Fach “Deutsche Jugend- und Kinderliteratur” bei Nohara-sensei fertiggestellt: Thema “Michael Ende ミヒャエル・エンデ”, Untertitel “Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer「ジム・ボタンの機関車大旅行」”. 9 Seiten voll mit, an deutschen akademischen Standards gemessenen, unterirdischen Beschreibungen und Meinungen - keine Analyse oder Vorgehensweise notwendig, die Meinung zum Werk war gefragt. Ja, liebe Freunde der guten Nachtmusik, so kriegt man an japanischen Unis seine CP hinterhergeworfen. Man rotzt ein 2000 Kanji umfassendes Skript hin, dass nichts anderes enthält als eine Zusammenfassung der entsprechenden Wikipedia-Artikel und die eigene, (im wissenschaftlichen Kontext eigentlich) völlig belanglose Meinung zum Werk des Autors. Haha. Gott, ist das traurig.

Ein Schrein-Besuch, eine Mütze voll Aufmerksamkeit und diverse Leseempfehlungen

Geschrieben am 18. Januar 2009 in Japan, ビデオ, 写真, 大学, 日本語, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

So, die Ferien sind seit über 1 1/2 Wochen vorbei und der Uni-Alltag hat mich wieder. Bis Ende Januar, dann ist auch damit Feierabend. Mal davon ab, dass hier schon wieder die normalen Studis frei haben und wir “Sonderschüler” Extraschichten schieben müssen! Es kotzt mich so an.

Freitag gab’s von Kondo-sensei eine Einladung zu einem erneuten 食文化 Event, aber da hab’ ich dieses Mal direkt ‘nen Riegel vorgeschoben und abgesagt. Der Event findet dieses Mal zwar mit mehr Teilnehmern (130-150) aus mehr Ländern (7-10) (und auch nicht an der Uni, sondern im Nachbarort) statt, aber …. nö, ohne mich.

Und apropos Plastik, in der Heimat ist ja gerade Eiszeit angesagt, hier ist es hingegen bis zu kuscheligen 8° warm tagsüber. Dank heftiger SturmOrkanTaifun-Winde jedoch fühlt es sich meist kälter an. Handschuhe habe ich mir aber trotzdem noch keine geleistet, auch wenn’s beim Fahrradfahren sicherlich angenehmer wäre. Und richtig isolierte Fenster wären sogar noch geiler! Denn wenn der Wind hier pfeift, dann merkt man recht schnell das die Wohnung hier scheiße isoliert ist. Sobald man die Heizung (AirCon) abstellt, kühlt der Raum sofort merklich ab.

Und apropos winterfeste Bekleidung: weil ich hier dauernd mit meiner geilen orangenen Teddybärmütze (für nur 100Yen im 100Yen-Shop abgestaubt!) unterwegs bin, ernte ich gerne mal ein Lächeln oder auch lieb gemeintes Gelächter (so hoffe ich doch!) und das übliche “帽子が可愛いですね。” (ungefähr “Die Mütze ist aber niedlich, gell.”) von Schülerinnen oder auch älteren Mütterchen (gelegentlich auch von Männern mittleren Alters, was mir schwer zu denken gibt!).

teddy mütze 2teddy mütze 1

Und genau so eine ältere Dame hat mich dann, als ich gerade aus dem örtlichen Saty (Name einer Supermarktkette hier in J-Land) raus kam, erspäht, erst gelacht und dann sind wir ins Gespräch gekommen: was ich in Japan machen würde, wo ich die Mütze her hätte, auf welche Uni ich gehen würde, wie lange ich schön Japanisch lernen würde, das mein Japanisch super wäre, etc. pp.. Ja, war ganz nett, aber weil’s abends doch recht kalt ist so ohne Sonne (gerade mal 16:30 Uhr und schon dunkel) und die zwei Plastiktüten mit meinen Einkäufen auch nicht leichter wurden, habe mich relativ schnell aus dem Gespräch rausgewunden und mich freundlich verabschiedet.
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