Oktoberfest

Geschrieben am 5. Oktober 2008 in Japan, Nightlife, Veranstaltung, Vorurteile, 女たらし, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Gestern, am Samstag, 04. Oktober 2008, war ich mit zwei Freunden in Yokohama verabredet bei traumhaften Herbstwetter.

Aber zunächst habe ich mir mit meiner weiblichen Begleitung China-Town angesehen. Und was soll ich sagen, es war richtig cool. Man kann es nicht gut mit Worten beschreiben, die ganzen chinesischen Restaurants, Straßen voller Menschen, die einem etwas verkaufen möchten, hier und da kleine und große Souvenir-Stände und -Geschäfte, Mode-BoutiquenLäden mit chinesischen Kleidern und Anzügen, aber vor allem viele Fressbuden auf den Straßen. Und natürlich ist der Panda als Symbol Chinas bzw. China-Towns hier allgegenwärtig (oder einfach nur weil es sich gut verkauft).

Danach sind wir durch den Yamashita-Park (山下公園), der direkt am Meer liegt, geschlendert. Hier haben wir uns die Vorstellung eines Straßenkünstlers angesehen, der durch seine wirklich bezaubernde und lustige Art eine Traube von gut 100 bis 120 Menschen (grob geschätzt) angelockt hatte. Er vollführte einige kleinere Zaubertricks und Dinge mit einem Sportgerät, dessen Namen ich nicht kenne. (Zwei Stäbe verbunden mit einem Seil, mit dem man so eine Rolle hin und her kreisen und werfen kann. Scheiß Erklärung, ich weiß. Wie heißt dieses Teil?) Danach jonglierte er noch mit Fackeln und ein Mann aus dem Publikum musste ihm auf Kommando eine davon zuwerfen. War ganz lustig. Der Höhepunkt der Vorstellung war dann aber der Abschluss. Auf einem (mind.) 2 Meter hohen Einrad jonglierte er nicht nur mit 3 Fackeln, nein er tauschte dann im Verlauf der Demonstration eine Fackel gegen einen Apfel und eine zweite gegen eine Machetee. Von dem Apfel bis er immer wieder was ab bis er kurz vor Ende das Abgebissene wieder ausspuckte und den restlichen Apfel mit der Machetee aufspießte. Sehr schöne Vorstellung und charmante Darstellung, die uns 500 Yen wert war. Er kniete sich nämlich am Ende mit einer Handtasche vor sich auf dem Boden und bat um eine kleine Spende, wenn es denn gefallen hatte. Natürlich, also haben wir gerne gespendet.

Nach dieser 20minutigen Unterbrechung ging es auch direkt weiter zum Platz, wo das Oktoberfest statt fand. Gegen 16 Uhr waren wir am Eingang, vor der sich eine kleine Schlange gebildet hatte (ja, richtig gelesen, klein bzw. kurz und es ging relativ zügig. Hatte ich nicht erwartet.). Der Eintritt zum Festplatz lag bei umgerechnet 1,33 Euro, was ja noch günstig ist. Was allerdings scheiße teuer war, war das Bier. Egal ob Weizen, Pils, Flensburger Dunkel oder eine Maß, die Preise lagen alle bei umgerechnet 8 bis 10 Euro. Und für die Gläser musste man, je nach Bier, auch noch einmal 1000 bis 2000 Yen Pfand hinlegen. Alles im allem ein teurer Spaß, aber hey, ich bin ja nicht nur hier um mich dumm und dämlich zu studieren, sondern auch um das Leben zu genießen.

Während wir also auf meine Studien-Freunde warteten, gönnten wir uns schon einmal das erste Weizen und beobachteten, nachdem wir endlich einen Sitzplatz ergattern konnten, die anderen Gäste. Es waren viele Amerikaner zu gegen, aber auch einige Deutsche und auch sonst war es sehr international, obwohl natürlich die Mehrheit der Gäste Japaner waren. Die Maus war übrigens auch zu gegen, mit einem extra Fan-Artikel-Stand. Mit halbstündiger Verspätung trafen dann mein deutscher Studien-Freund nebst japanischer Freundin ein, während meine Begleitung gerade Schlange stand für Bier-Nachschub. Nach kurzem Plausch und Begrüßung versuchte ich sie zu finden, um ihr tragen zu helfen, aber wegen der Menschenmasse war das naturgemäß eine Herausforderung. Natürlich ist das Oktoberfest hier bei weitem nicht so riesig wie in München, aber trotzdem war es schon einigermaßen schwierig sie zu lokalisieren. Als wir dann an der Kasse standen, gab es die erste Überraschung: eine Japanische Studentin, die mal für ein Auslandsjahr nach Düsseldorf gekommen war, stand an der Kasse und erkannte mich direkt wieder. Wir plauschten kurz auf Deutsch, was meine Begleitung ein wenig verärgerte, denn sie kann kein Deutsch und dachte, ich würde rumflirten, aber diese Befürchtung konnten wir schnell wieder ausräumen. Mit zwei Maß und einem kleinen Pils ging es dann zurück zu unseren Sitzplätzen und wir unterhielten uns mit unseren Freunden über Gott und die Welt, aber auch über Japan, Beziehungen und das Studium.

Überrascht hat mich übrigens, dass viele der Japaner, die hinter den Theken und Tresen neben und mit Deutschen arbeiteten, Deutsch sprechen oder zumindest verstehen konnte. Meine Bestellung von zwei Weißbier und zwei Bretzeln im perfekten Hochdeutsch konnte die mir unbekannte, aber durchaus sympathische-sexy japanische Studentin hinter dem Tresen ohne Probleme verstehen und ausführen. :-) Apropos Deutsche Bierzapfer: die Biermarke Spaten der gleichnamigen Brauerei war mir bis dahin nicht bekannt. Öfter mal was neues ist ja auch ganz nett, wobei deren Maß-Bier allerdings nicht der Burner ist. Da habe ich schon besseres (u. a. auch japanisches) Bier getrunken.

So gegen 19 Uhr kündigte sich dann ein weiterer Studien-Freund mit japanischer Freundin an, aber sie müssen unterwegs gekidnappt worden sein, denn sie tauchten bis Redaktionsschluß bzw. bis zum Ende des Abends, der bei PUNKT 21 Uhr lag, nicht auf. In der Zeit bis zum Ende haben wir uns allerdings noch gut vergnügt und amüsiert, mit Bratwürstchen und Sauerkraut sowie Brezeln und noch mehr Maß Bier. Auf der Programmbühne im großen Festzelt durften wir uns, während wir in der Schlange für den Bierstand einreihten und warteten, dann noch die Talbach Buam anhören und -sehen. Meine Begleitung war ganz begeistert, weil sie deutsche Trachtenmode und Lederhosen wohl bisher nur aus japanischen TV-Dokus oder Zeitschriften kannte. Ich fands allerdings, äh, gewöhnungsbedürftig. Bin halt Westfale und kein Bayer. Das war so gegen 19:30 Uhr, denke ich, und die ganzen sternhagelvollen Japaner sowie strunzbesoffenen Ausländer fingen an auf den Tischen zu tanzen und eine Polonaise kreuz und quer durchs Festzelt zu veranstalten. War so schon wirklich lustig anzusehen, wie so hackestramme Japaner plötzlich lautstark “Ein Prosit der Gemütlichkeit” versuchen mitzugröhlen. Noch geiler war allerdings der japanische Ordner, der draußen vor dem Festzelt versuchte die besoffenen Amis vom Auf-dem-Tischen-Tanzen abzuhalten. Er war zwar erfolgreich, aber besonders glücklich wirkte er nicht. Der gute war wohl überfordert mit dem Temperament der gaijin (japanisch für Ausländer) und ich denke, die Ordner waren so mit die einzigen, die richtig froh darüber waren, dass der ganze Spuk um Punkt 21 Uhr ein Ende hatte.

Das ist hier übrigens die Standardzeit für ein Fest-Ende. Um 21 Uhr gehen die Lichter und die Musik aus und alle gehen nach Hause. Natürlich wird vorher noch Aufgeräumt und Sauber gemacht, so weit wie möglich, aber 21 Uhr ist Schicht im Schacht. Da werden die Bürgersteige hoch geklappt. Da hängt auch der Papst sein Kettenhemd zurück in den Schrank. Ich bin mir noch nicht sicher, aber so ganz gut finde ich das nicht. Aber ändern wird sich das wohl kaum, Hauptgrund für das frühe Ende ist nämlich, dass die meisten Leute mit dem Zug nach Hause müssen und natürlich den letzten möglichen Zug gegen Mitternacht gerne vermeiden wollen. Warum? Schonmal versucht mehr Sardinen in eine Büchse zu stecken, als eigentlich vorgesehen. Das passiert durchaus regelmäßig beim letzten Zug (zugegeben, es hängt von der Strecke und Linie ab, aber im Groben und Ganzen stimmt es).

Das ganze geht noch bis zum 13. Oktober in Yokohama, aber auch in anderen Städten in Japan findet der lokale Ableger des urdeutschen (bzw. bayrischen) Bier-Festes statt.

Übrigens, als ich im August in Sapporo unterwegs war, da gabs auch ein Mini-Mini-Oktoberfestzelt, direkt unter dem Sapporo-Turm im Herz der Stadt. Das Weizen da war schon ordentlich, aber natürlich im falschen Glas serviert. Japaner haben halt nicht besonders viel Ahnung von den Details deutscher Bierkultur, aber sie lieben sie und geben sich alle Mühe, was sie doch irgendwie sympathisch macht. :-)

Gestorben und Wiederauferstanden

Geschrieben am 21. Juni 2008 in Japan, Nightlife, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 7 Kommentare

Vorwort: ich bin nicht sicher, ob ich das wirklich posten soll oder nicht. Aber, da ich keine Namen erwähne und alle Beteiligten, die Bescheid wissen (warum auch immer) sind normalerweise sehr diskret und daher sollte es kein Problem sein, dass nun Folgende auch zu veröffentlichen. Ich bitte die “wissenden Personen” um ihre Verschwiegenheit, was Namen oder weitere Details (z. B. von Personen) angeht.

Die Zeit von Dienstag, 10. Juni bis Samstag, 21. Juni 2008

So, da bin ich wieder und beinahe so gut wie gesund. Fast. Das erklärt auch, warum der Blog-Eintrag fast über eine Woche zu spät ist. Ich wurde nämlich mit einer Erkältung angesteckt, die sich leider als ziemlich Medikamenten-resistent erwies. Aber mal von Anfang an.

Nachdem ich bereits bei meiner Ankunft eine dicke Erkältung hatte, dachte ich eigentlich, damit ist jetzt erstmal genug bis mindestens November oder Dezember. Aber weit gefehlt. Seit Samstag, 14. Juni, hatte ich unter einer dicken Erkältung zu leiden, die am Montag und Dienstag (16. bzw. 17. Juni) ihren Höhepunkt erreichte. Auch das Einwerfen von mehreren Dutzend Pillen sowie das Vernichten von Kubik-Litern Wasser, Tee und Saft während dieser Zeit schien irgendwie nicht zu helfen. Auch (das hier teilweise teure) Obst (Äpfel sind besonders teuer) wirkte nur auf meine Verdauungsorgane, was zur Folge hatte, dass ich Dienstag dann auch noch vermehrt das Bedürfnis verspürte, die Örtlichkeiten aufzusuchen.

Aber mal weg von meinem Darmschwierigkeiten und hin zu den zentralen Problemstellungen. Ich frage mich langsam echt warum Japaner eigentlich mit einem Erkältung direkt immer Fieber assoziieren? Kann mir das mal einer erklären? Immer wenn ich erwähnte, ich fühle mich nicht so gut, weil ich ‘ne starke Erkältung habe, kam direkt die Frage “Hast du Fieber?”. Nein, habe ich nicht! Habe ich so gut wie nie, wenn ich eine Erkältung habe. Und was hat Fieber überhaupt mit einer Erkältung zu tun? Die bedingen sich doch nicht gegenseitig, soweit ich weiß (bin jetzt aber auch zu faul das konkret nachzugucken). Hier in Japan anscheinend aber schon. Wer hier eine Erkältung ohne Fieber vorzuweisen hat, der ist nicht wirklich krank, der simuliert nur. So kommt’s mir zumindest manchmal vor. Und von Überdosierung an Medikamenten scheinen die hier auch noch nichts gehört zu haben, denn der erste Tipp, den ich grundsätzlich bekam, war immer, dass ich doch bitte möglichst (viel und starke) Medikamente schlucken sollte, dann würde schon wieder alles besser. Ah ja…. (Hintergrund: ich bin kein Freund von Chemie und schon gar nicht von starken Dosen, daher habe ich in Deutschland seit ungefähr 8 Jahren oder so auch bei jeder noch so starken Erkältung auf harte Chemie verzichtet und lieber Bio-Präparate genommen.)

Aber nun mal zum Ursprung, zur Quelle dieser Erkältung. Die kenne ich nämlich ziemlich genau. Und nein, der ständige Wechsel zwischen Außentemperaturen von 25-30°C und Innentemperaturen 20-25°C (wegen der Klimaanlagen überall) war nicht an meinem Zustand schuld - was aber nicht heißt, dass dieses Dauerwechselbad an Gradunterschieden nicht doch beteiligt ist. Um auf den Wirt dieser Infarkt-Katastrophe zu kommen, muss ich aber bis zum Mittwoch, 11. Juni, zurückspulen.

Vor knapp 3 Wochen hatten alle fünf VIP-Austauschstudenten, also die zwei Koreaner (Han-Solo und I Rusu), der Neuseeländer William, JP und ich, in unserer Mailbox, die im Büro für Austauschangelegenheiten rumhängt, eine Einladung zu einem kleinen Nomikai (aka Besäufnis). Die Einladung war von den OLs (Office-Ladies), die uns zum gemeinsamen Trinken und Essen am 11. Juni in ein Restaurant hier in Sengendai (der Ort, in dem wir VIPs wohnen) einluden. Die ganzen 別科生 “Sonderschüler” (=anderen Koreaner und Chinesin; halt NOT-VIP) waren hingegen nicht eingeladen. Das ganze sollte gegen 18 Uhr los gehen und zog sich dann, weil es zu einigen Verspätungen kam, bis 19 Uhr hin, bevor wir überhaupt ins Restaurant gingen. Und, wie schon so oft von mir beobachtet, machte der Laden mal wieder von Außen überhaupt nichts her (Hochhaus, 3. oder 4. Stock), aber von Innen war es eine WUCHT! Eine riesige Fläche, sehr schön ausstaffiert und das Ambiente - wirklich großartig! Das geile ist, dass ist das gleiche Gebäude, in dem wir auch letztens Karaoke gemacht haben, nur das Stockwerk ist anders, d. h. der Laden ist keine 5 Minuten von zu Hause entfernt. Da gehe ich gerne nochmal hin. :)

Aber mal zurück zu dem Abend. Wir haben also auf Kosten der OLs bzw. einer OL (Ishida oder Kurihara, weiß nicht mehr, wer es jetzt schlußendlich war) Speiß und Trank verköstigen dürfen. Das habe ich dann auch genutzt, um mir lecker 日本酒 (=lecker jap. Schnaps) zu genehmigen. Mit bei der Aktion war auch eine von den etwas jüngeren (gerade mal 1 Jahr älter als ich ;) ) Assistentinnen für die Sprachdozenten. Es hat dann auch nicht sehr lange gedauert bis ich ihre Mailadresse und Handy-Nummer hatte. :) Han-Solo (ca. 23 J.) hatte zwischendurch noch dauernd versucht mit ihr zu reden, aber da habe ich ihm gründlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. *lol* An dem Abend war ich halt gut dabei; warum auch nicht, war ja “umsonst” (für uns VIP-Studis alle mal :) ). (Und nein, sie ist nicht diejenige, die im folgenden nicht namentlich erwähnt wird.)

Anyways. Irgendwann war nach 2 1/2h oder 3h war dann die Zeit gekommen um Abschied zu nehmen. Also haben wir VIP-Studis (wir wohnen alle im selben Wohnheim, daher traf sich das so) die Damen zum Bahnhof gebracht (keine 2 Minuten Fußweg) und uns verabschiedet. Tja, und gerade als man denkt, man kann in Ruhe nach Hause gehen und vielleicht im Rausch noch etwas YouTube absurfen, da gesellt sich doch ein Mädel/eine Frau zu mir und möchte mit mir mitkommen, um sich “zu unterhalten” und weil sie mal meine “Wohnung von Innen sehen möchte”. Aja. Ok. Von mir aus. Wir sind dann zu zweit erstmal was zu Trinken kaufen gegangen in einem der Konbinis hier am Bahnhof, während JP und die anderen schon wieder nach Hause getrabt sind.

Eigentlich hätte es mir spätestens dann ab der Händchenhaltend-nach-Hause-gehen-Szene suspekt vorkommen müssen, aber als Deutscher (oder überhaupt Mitteleuropäer) erwartet man so “aggressive” Frauen nicht unbedingt. Will heißen: zu Hause angekommen, verzogen wir uns auf mein Zimmer und, äh, das eine führte zum anderen. Naja, fast. Fast, weil erstens Mutter Natur ihr einen Strich durch die Rechnung machte und zweitens die Wände hier aus Papier sind. Was *sie* allerdings nicht davon abhielt, mich, äh, *positiv* zu beeindrucken. :) Entsprechend störten wir natürlich meinen Mitbewohner und den Rest des Wohnblocks. Tja, und weil *sie* das auch irgendwie scheiße und ziemlich peinlich fand, hat sie mich direkt für’s Wochenende (Sonntag) in ein LH (Bedeutung: besonderes Hotel für, äh, “Liebesbedürftige”) eingeladen. Äh, wie meinen? Hier laden die Mädels die Kerle zu so etwas ein und nicht umgekehrt? Ich darf mal kurz Pause bzw. Stop drücken, oder? Denn ich fühle mich gerade ein kleines, ein ganz kleines bisschen überrannt! (Was nicht heißen soll, dass es sich schlecht anfühlt, nur ziemlich ungewohnt….)

Bevor ich nun auf das LH-WE eingehen, stellt sich natürlich die Frage, was hat diese so unrealistisch wirkende Episode mit meiner Erkältung zu tun? Naja, ganz einfach: bei ihrer “Erste-Hilfe-Einführungsveranstaltung” (oder wie immer man es nennen möchte) hat sich mich mit ihrer (bis dahin fast auskurierten) Erkältung angesteckt. Klasse, oder? Gott, ich könnte ihr heute noch ihren verdammten süßen Arsch dafür versohlen, aber sowas von…..

Naja, von Donnerstag morgens (12. Juni) bis zum verabredeten Tag am Wochenende war jedenfalls noch einiges an Zeit, und in dieser Zeit schickte *sie* mir erstens über 1 Mrd. gefühlte Handy-Mails und außerdem konnte sich ihre Erkältungsviren gut in meinem Körper breit machen. So, für Freitag Abend war ich dann eigentlich auf eine Geburtstagsparty eingeladen, die bei William stattfand, allerdings “zwangen” mich Han-Solo und der verrückte Huan (Korea-Steve) nach dem üblichen Fußball-Club-Training dazu, mit ihnen bei Cho-san einen Trinken zu gehen. Also bin ich mit zu den Korea-Boys und während ich da war und versuchte, so schnell und höflich wie möglich wieder wegzukommen, um doch noch auf der Geburtstagsparty zu erscheinen, verlegte *sie* unser LH-Treffen von Sonntag auf Samstag vor. Ohja, na klasse, also kein Totalabschuß erlaubt am Freitagabend. Gegen 1:30 Uhr bin ich dann also nach Hause, um genau gegen 2 Uhr auf das Geburtstagskind (Mika), William (Host) und Naomi (last guest) zu treffen. Die Party war also gerade zu Ende, und ich durfte Mika noch mein Fahrrad ausleihen, damit sie und Naomi zu einer Freundin fahren konnten (ihr letzter Zug war nämlich schon vor ca. 2h abgefahren).

Am Samstag, 14. Juni, waren *sie* und ich also verabredet. Um Punkt 15 Uhr trafen wir uns also in Shinjuku, wo wir den Nachmittag verbrachten mit Shopping und “Sightseeing”. (Das *sie* sich extra sexy angezogen hat [knappe Hotpants, kein BH, etc., muss ich nicht extra erwähnen, oder?].) Gegen Abend sind wir dann durchs Kabukicho gestreift, dass Rotlichtviertel in Shinjuku. Und bevor *sie* mich dann in eins der LHs geschleift hat, waren wir noch essen und haben uns über dies und das unterhalten. Dabei hat sie mir u. a. gebeichtet, dass sie seit Mittwoch-Nacht weder richtig Schlafen noch irgendetwas essen konnte, weil sie die ganze Zeit nur “mich im Kopf” hatte. Äh, wie meinen? Moment mal. Stop! Das geht mir hier zu schnell… Versteckte Kamera ist doch sowas von 80ties, also bitte! …. Sie meinte das allerdings wirklich ernst, wie sich dann in der Nacht im LH herausstellte…. Woah….. Und wie teuer so ein scheiß LH ist. Mein elektronisches Wörterbuch war günstig dagegen. Ok, der Whirlpool hat extra gekostet (wußte ich vorher nicht). Und das wir am Sonntag morgen 2 Stunden überzogen haben, war auch scheiße teuer. Ich war schon froh, dass sie den Hauptteil bezahlt hat, schließlich ging die ganze Sache ja von ihr aus… Nicht, dass ich undankbar wäre, aber irgendwie überfordert hat mich das Wochenende schon. Und das nicht nur, weil ich dann ab Sonntag Mittag *ihre* Erkältung so richtige zu spüren bekam….

So, das war also die Story meiner Erkältung und meiner ersten LH-Erfahrung in Japan. Irgendwie hatte ich mir das auch anders vorgestellt, aber hey, mal ehrlich, ich beschwere mich nicht. Wirklich! Dafür war das Wochenende einfach zu geil! :) Problem jetzt ist, dass *sie* das gerne so oft wie möglich wiederholen möchte….. Äh, HALT! Ich bin kein お金持ち (Millionär), verdammt. Außerdem möchte ich nicht nur ‘ne Beziehung, die ausschließlich auf “Geschlechtstrieben” aufbaut. Hilfe! Irgendwer, bitte!!! ….. (Obwohl, warum eigentlich nicht…? :) )

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Alltag, er hat mich wieder

Geschrieben am 26. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 大学, 女たらし, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Woche vom Sonntag, 18. Mai, bis Montag 26. Mai 2008

Da hier so langsam aber sicher der Alltag eingekehrt ist, gibt es auch nicht mehr ganz so viel zu berichten. Daher werde ich absofort eher Wochenzusammenfassungen veröffentlichen als jeden Tag einzeln zu beschreiben. Ausnahmen nicht ausgeschlossen.

Zum Wetter: es wird momentan langsam aber sicher wärmer, viel wärmer. Um kurz nach 9:30 Uhr schon >20°, gegen 11 Uhr 25° und am Mittag bzw. Nachmittag an die 30° ist schon anstrengend. Daher hält man sich eher in Gebäuden auf, weil die hier alle Klimaanlagen haben. Die draußen zwischendurch mal auftretenden, und durchaus starken, Winde erfrischen einen zwar kurz, aber angenehmer ist es wirklich in klimatisierten Gebäuden. Wobei Temperaturen an die 30° hier ja erst der Anfang vom Sommer sind. Da geht noch mehr, soweit ich gehört habe. Das ist übrigens so warm, dass mein Eis am Stil bereits anfängt zu schmelzen, wenn ich es nur aus dem Kühlschrank hole. Äh, ok, das “schmelzen” ist ja noch normal, aber die Geschwindigkeit mit der das hier passiert jedoch nicht - also im Vergleich zu Deutschland. (In der Küche haben wir keine Klimaanlage, deshalb ist es dort wärmer als in den anderen Räumen.)

Am Dienstag, dem 20. Mai 20008 war ich nicht beim Fußball, sondern bin früher nach Hause, weil ich Abends zum Yakitori-Restaurant wollte, in dem Hadi arbeitet. (Mal davon abgesehen hatte ich mir am Freitag vorher ne Zerrung geholt, die noch nicht wirklich besser geworden war.) Ich wusste, dass sie an dem Abend Schicht hatte, weil ich mich die Woche vorher beim Besuch dort bei ihren Kolleginnen nach ihren Arbeitzeiten erkundigt hatte. Sie war auch etwas überrascht, allerdings positiv (so schien es mir), als ich dann vorbei kam. Ich bin bis ca. 12 Uhr geblieben und während Hadis Pause haben wir uns zusammen etwas länger unterhalten und ich habe ihr meine Visitenkarte gegeben. Sie hat sich dann noch direkt nach Dienstschluß bei mir gemeldet per Handy-Mail. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Mittwochs war ich dann nur zum Japanisch-Unterricht in der 2. Stunde, weil ich es mir mal erlaubt hatte meinen kleinen Kater auszuschlafen. Diesen langweiligen “Japaner-treffen-Ausländer-und-unterhalten-sich-über-Kulturunterschiede”-Unterricht in der 1. Stunde hatte ich mir dadurch erspart.

Überhaupt mal zum Unterricht: am meisten kotzt mich momentan der stinklangweilige 留学生生活 (Alltagsleben der Austauschstudenten) genannte Unterricht an. Wie der Name schon sagt, nehmen da nur die Austauschstudenten dran teil. Unterrichtet wird der ganze Scherz von Kondo-sensei, dem wohl ältesten, und daher meiner Meinung nach strengstens und zugleich langweiligsten, Dozenten hier in der Abteilung. Eine typische Stunde läuft wie folgt: Kondo fragt die jeweiligen Gruppenführer ob alle Gruppenmitglieder da sind. Da muss dann entsprechend verständlich und korrekt drauf geantwortet werden. Ich muss nicht extra erwähnen, dass schon das manchmal Schwierigkeiten bedeutet für diejenigen, die halt noch nicht so lange Japanisch studieren. Danach werden für alle Austauschstudenten wichtige Informationen, sofern vorhanden, oder uninteressante Texte vorgestellt, vorgetragen und erklärt. Dazwischen geht Kondo die Teilnehmerliste des Kurses durch und ruft immer mal wieder einzelne Namen auf, die dann die von ihm gestellte Frage zum Text (oder zur gerade erklärten Info) korrekt und vollständig beantworten sollen. Kann das jemand nicht, und das ist der Regelfall, dann wird halt direkt der nächste aufgerufen. Das Spiel geht so lange bis entweder jemand die korrekte Antwort gibt oder er keinen Bock mehr hat und die Frage selbst beantwortet. Nun, normalerweise wären die Fragen leicht zu beantworten für jemanden, der 1 Jahr oder länger Japanisch studiert hat. Allerdings nuschelt sich der gute oft so einen in seinen Bart, dass das die durchaus nicht gerade schweigsame Geräuschkulisse des Kurses ihn natürlich übertönt und man entweder die Frage nicht mitkriegt oder überhört, dass man aufgerufen wurde. Ehrlich, das ist doch kein Unterricht, dass idiotisch. Die verfickten Infos kann er mir auch so in mein Postfach legen, und falls ich Fragen haben sollte kann ich immer noch fragen. Aber so? Gott, es kotzt mich so an.

Dann haben wir da noch den restlichen Unterricht. Der Englisch-Unterricht wird auch in Zukunft auf max. Mittelstufen Niveau bleiben und ist daher eigentlich nur Zeitverschwendung. Im nächsten Semester werde ich diesen Kappes wahrscheinlich kicken, Credit Points brauch ich hier eh keine. Und der andere Japanisch Unterricht ist eigentlich nur bei Kobayashi-sensei (3A-Kurs) und Ota-sensei (5B-Kurs) wirklich interessant. Die Stunden bei den anderen, vor allem alten, Dozentinnen sind so dermaßen kotztlangweilig, das geht auf keine Kuhhaut. Wir machen Minna no Nihongo 2 - Hörverstehensübungen (wer’s genau wissen will: heute, 26. Mai, Lektion 30) … weißte Bescheid, Schätzelein, ne!?! Und Kanji-Unterricht? Bitte, warum? Die kann ich auch alleine lernen. Im Kurs jedes einzelne Kanji durchgehen und mir einmal zeigen lassen wie man das schreibt und wie die Lesungen sind muss ich jedenfalls nicht. Oder im Chor Vokabeln bzw. Texte vorlesen. Gott.Verdammte.Hühnerkacke. Naja, aber ich bin schon froh, dass ich nicht so einen Scheiß machen muss wie Timo an der Keiō. Der arme muss wohl seine ganzen Texte immer komplett auswendig lernen, damit er sie fehlerfrei vortragen oder hinschreiben kann.

Zurück zum lustigen Teil der Woche: Fußball am Freitag, den 23. Mai 2008. Mein Bein machte wieder mit, also konnte ich spielen. Ein typischer Fußballabend im Club läuft wie folgt ab: zunächst einmal ein großen Kreis formen, dann eine kleine Selbstvorstellungsrunde, gefolgt von einigen kleinen Dehn- und Streckübungen. Danach werden 2 Kreise geformt, einer weiblich und einer männlich. Dann wird durchgezählt, der Mittelwert gebildet, mit Pi potenziert und zum Schluß die 3. Ableitung nach Spaßfaktor gebildet. Kurz: es werden kleine Männer und Frauen-Teams (4-6 Leute pro Team) gebildet, wobei danach jedem Männer-Team ein Frauen-Team zugeordnet wird. Die so entstehenden Gruppen (8-12 Leute) machen dann wiederum so ca. 20-30 Minuten lang Aufwärmspielchen. Danach treten diese Mischteams gegeneinander in kleinen Fußballspielchen (Spielzeit zw. 4 und 8 Minuten pro Spiel) an. Dies geht so an die 40 oder 50 Minuten. Im Anschluß werden die Geschlechter wieder getrennt und die Mädels trainieren und spielen für sich, genauso wie die Männer. Und zack sind 3 Stunden um und man ist total im Arsch. Warum? Naja, besonders der letzte Teil schlaucht halt. In den gemischtgeschlechtlichen Spielen wird von den Männer kaum Gas gegeben, sondern es wird eher versucht zu zaubern - nicht, dass ich das könnte, ich bin eher der ‘die-axt-im-wald-haut-alles-um’-Spieler-Typ.

Nach dem Training ging’s mit Huan und Han-Solo zum nächst-besten Supermarkt und wir haben uns ein paar Bier gezogen. Keine Ahnung warum dass dann wieder so geendet ist, dass wir bei mir derbst einen gehoben haben, aber es war schon lustig. Han ist irgendwann stockbesoffen und total übermüdet geflüchtet (wohnt ja direkt über mir) und Huan ist keine 20 Minuten später total tot auf dem Klo eingepennt. Naja, nach Hause konnte der jedenfalls nicht mehr alleine, daher hatte ich ihm mal den Ersatzfuton rausgesucht. Am nächsten Morgen, Samstag, dem 24. Mai, ist er dann gegen kurz nach 10 Uhr nach Hause geradelt. Ich habe bis zum Abend nicht viel gemacht, hier und da ein paar Hausaufgaben erledigt, versucht Kanji zu lernen und ein paar Filme geguckt.

Abends war ich dann mit Naomi am Bahnhof verabredet. Sie hatte den ganzen Vormittag und Nachmittag mit ein paar anderen Studenten Geld für die Erdbeben-Opfer in China gesammelt. Dabei sollen so an die 120000 Yen zusammengekommen sein, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Respekt. Wir sind dann zu zweit in eins der Restaurants am Bahnhof gegangen und haben feinst diniert. War ein netter Abend, der nur dadurch gestört wurde, dass sie gegen kurz vor 23 Uhr von ihrer Mutter, die zufällig in der Nähe in einem Fitness-Studio Tennis gespielt hatte, abgeholt wurde.

Tags drauf, Sonntag, den 25. Mai 2008, war ich dann bei 談さん (Dan-san), einer jungen, süßen Chinesin mit ein paar anderen Chinesen zum Mittagessen eingeladen. Und zufälligerweise war auch noch der Geburtstag der anderen kleinen Chinesin Go-san, was ich aber nicht wusste, sonst hätte ich ihr ein Geschenk mitgebracht. Zu Essen gab es übrigens reichlich, und eigentlich war es auch ganz lecker, bis auf der Gurken-Paprika-Würstchen-Mix, der war eindeutig zu versalzen. Naja, aber einem geschenkten Gaul, …. Dan-san wohnt zusammen mit den meisten anderen Austauschchinesen in einem Little-China-Town - könnten man es wohl nennen, aber es gleicht eher einem Little-China-Hinterhof-Wohnhaus-Block - nahe der Uni. Und wie es der Zufall so will, kam kurz nach dem Essen auch noch Huan vorbei. Der musste sich dann auch gleich mal erkundigen warum ich mit zwei Mädels alleine abhänge (die anderen Chinesen waren schon wieder weg) und ob wir “es” gleich noch tun wollten. Natürlich nicht! … oder doch? ;) Naja, jedenfalls konnte wir zwei Kerle darüber ruhig auf Japanisch unterhalten, weil die Mädels gerade mal 6 Monate oder so Japanisch studiert haben und unserer Diskussion daher nicht so ganz folgen konnten. :)

Nachdem Huan dann wieder weg war, war ich auch nicht mehr lange da. Gegen kurz vor 16 Uhr bin ich nach Hause abgedampft, wo ich den Rest des Tages mit Lernen verbringen wollte, dann aber doch die runtergeladenen Filme angeguckt habe. Verdammt. Zwischendurch bekam ich allerdings noch eine Mail von Huan, ich sollte ja die Finger von Dan-san lassen, sonst würde er mich umbringen. Sie wäre sein Gerät und nicht meins! :lol: Janeisklar, Atze! Nummer ziehen und anstellen würde ich mal sagen. ;)

The Forbidden Kingdom: der neue Streifen mit Jet Li und Jackie Chan, solide gemachte american eastern action comedy :)! Sollte man auf jeden Fall gesehen haben. :)
Iron Man: nette Comic-Verfilmung.
Harold & Kumar Escape from Guantanamo Bay: Comedy mit ein paar netten Szenen, muss man aber nicht gesehen haben.
National Treasure: Book of Secrets: Nicolas Cage als Schatzjäger ala Indy. Ist ganz cool, aber Teil 1 war besser.
The Mist: Monsterhorrorfilm basierend einer Kurzgeschichte von Stephen King mit ganz netten Gore-Effekten
Stardust: toller Märchenfilm, mit Robert De Niro in einer richtig geilen Nebenrolle, als schwuchtelig-schwuler Luftschiff-Kapitän.
Sunshine: Sci-Fic Film ähnlich wie Event Horizon, aber schlechter. Viel schlechter. Muss man nicht gesehen haben.

Koreanisches Sitt-In

Geschrieben am 4. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 3 Kommentare

Donnerstag, 01. Mai 2008

Nichts wirklich Erwähnenswertes ist heute vorgefallen. Tja, ich denke, dass wird jetzt öfter mal vorkommen und von daher werde ich von nun ab etwas unregelmäßiger bloggen und, so wie Kai (übrigens Danke für deine Bibelvergleiche, immer wieder erheiternd :) ), mehrere Tage oder eine ganze Woche zusammenfassend kommentieren. Ausnahmen wird es aber wohl noch geben wenn z. B., so wie jetzt, die Golden Week vor der Tür steht (mehrere Feiertage am Stück und viele Firmen geben dann die ganze Woche frei). Und ich nehme einfach mal vorweg, dass JP und ich Freitag, Samstag und Sonntag noch so einiges gemacht haben, bin bisher nur leider noch nicht dazu gekommen, dass auch zu vertextlichen.

Freitag, 02. Mai 2008

So, Vormittags gab’s ‘ne Menge Unterricht. Nachmittags auch. War was Interessantes dabei? Nö, nicht wirklich. Im 書道 Kurs habe ich gelernt, wie man von oben nach unten malt (上 und 土 dienten zur Übung), nachdem ich das mit dem von links nach rechts schon gekonnt habe.

Was hingegen spannend war, war dann der Abend. Weil es tagsüber zwischendurch dauernd geregnet hatte und es zum Abend hin schlimmer wurde, hatte ich mich spontan entschlossen nicht zum Fußball zu gehen, sondern stattdessen mich ein paar anderen anzuschließen und zum gepflegten SittIn bei Cho (mit William im Bild) zu gehen. Der wohnt zusammen mit I (ja, I, dass ist sein Name: die Dame im Bild ist übrigens eine hübsche Japanerin mit dem Namen Emi) keine 4 Minuten zu Fuß von der Uni. Um kurz nach 17 Uhr sind wir also alle, 8 Leute zunächst, von der Uni zu Cho gegangen. JP war zwischendurch nach Hause gefahren um zu Duschen, sich umzuziehen und Bier zu organisieren, er kam aber später nach.

Chos Wohnung ist zwar etwas kleiner als unsere, aber nichts desto trotz noch recht groß. Dort wurde dann auch erstmal beschlossen wer Alkohol und wer was zu Futtern besorgen sollte. Da Cho, I und ich alle im gleichen Alter und die restlichen 5 Mädels alle jünger als wir sind, haben wir halt ganz pragmatisch beschlossen, dass wir Kerle den Stoff und die Mädels die Snacks besorgen sollten. Wir rechneten so mit 10 Leuten insgesamt und jeder tat seinen Teil von 1.500 Yen in einen großen Pott, welcher dann entsprechend aufgeteilt wurde: 8.000 Yen für Alkohol und der Rest für Essen, Pappteller und Becher.

Cho, I und ich sind dann in einen kleinen (eigentlich sogar winzigen) Supermarkt ums Eck verschwunden und haben uns mit Bier, Sake und koreanischen Schnaps im Wert von 8.750 Yen eingedeckt. Die kleine Differenz hat Cho dann mal ausgelegt. Netter Zug. :) Danach ging’s wieder zurück zu Is und Chos kleiner heimischen Hütte, die direkt am Fluß gegenüber der Uni liegt. Richtig nett eigentlich. Die Mädels trafen mit den, ich muss sagen, mehr als reichlichen Fresssalien keine 5 Minuten später ein. Die Runde wurde dann noch durch drei, vier Nachzügler, die später eintrafen, ergänzt und insgesamt waren wir, wenn ich mich nicht verzählt habe, 13 oder 14 Leute.

Tja, und wie beginnt man nun so einen koreanischen SittIn? Nun, zuerst einmal wurden aus Chos 和室 (washitsu = jap. Zimmer = Zimmer, in dem Tatami-Matten liegen und das man nur mit Socken betritt) alle (flachen und kleinen) Tische entfernt und Zeitungen ausgebreitet, auf denen die Speisen und Getränke verteilt wurden. Danach setzten wir uns im Kreis um die so angeordneten Leckereien. Das Zimmer war dafür gerade groß genug bei so vielen Leuten. Und weil Cho die ganzen Selbstvorstellungen genau so liebt wie ich und JP hat er natürlich vorgeschlagen, dass wir uns, obwohl wir uns alle schon kannten, erstmal kurz selbst vorstellen sollten (自己紹介 = jikoshoukai). Das sorgte natürlich für viel Gelächter im Raum, aber er hat es tatsächlich durchgezogen. :) Achja, die ganze Wohnung roch übrigens nach koreanischem Kimchi. Warum? Der Kühlschrank war voll davon. Zumindest die eine Hälfte. Die andere war voller Bier und Sake.

Wie verlief dann der weitere Abend? Naja, es gab natürlich einiges an Trinkspielen, z. B. das allseits und scheinbar weltweit bekannte “Die Zahlen, die eine 3, 6, 9 enthalten dürfen nicht gesagt werden” und div. Variationen davon. Leider hatte Cho dann beschlossen, dass der Verlierer eines Saufspiels einen richtig ekelhaften “Cocktail” aus Nori-Blättern, Keksen, Bier, Sake und Bohnen trinken musste. Ein ganzes Glas voll. Thank God, he lost the game first. Aber er hat’s echt weggezogen. Danach hat JP versagt und hätte eigentlich trinken müssen. Tja, hätte, wenn da nicht diese tolle Ausstiegsregel gewesen wäre, dass man einen anderen, den man nicht leiden kann (oder leiden sehen möchte), trinken lassen kann. Dieser durfte dann nicht ablehnen. Was macht JP also? Ihr dürft mal raten wer den zweiten widerlichen Drink wegmachen durfte: genau. Ich. Und ich schwöre ich, ich habe schon viel Mist getrunken (gell, Stefan?), aber das hier war mit Abstand das widerlichste was ich je trinken musste. Die koreanischen(!) Nori und die Bohnen in dem Todescocktail stanken derart bestialisch, dass ich fast schon alleine wegen des Gestanks gekotzt hätte. Ich war dann aber doch tapfer und zog das Zeug weg. (JP hat davon ein Video gemacht und sobald er mir das gibt, lad’ ich das mal hoch.)

Weil derjenige, der verloren hatte und trinken musste, das nächste Getränk anrichten durfte, war ich diesmal ein humaner Verlierer und goss den Becher nur 3/4 voll mit koreanischen Sake (24% oder so), ohne widerliche andere Zutaten. Aber bei den 3/4 vollen 0,5l Becher vielen den ganzen Japanerinnen trotzdem die Kinnladen runter und man konnte richtig sehen, wie in ihren Augen geschrien stand: Bitte lass mich nicht verlieren, bitte, bitte nicht kami-sama. Tja, Cho hat dann einfach nochmal verloren, aber er hat das Zeug nicht einfach so weggezogen. Nein, er war so frei da wieder Kekse, Nori-Blätter und Bohnen reinzuschmeißen. Und dann erst hat er es weggezogen. Er wann dann auch sehr schnell der Strammste von allen.

Im weiteren Verlauf des frühen Abends, wie gesagt es ging um kurz nach 17 Uhr los mit Versammeln und Einkaufen und gegen 18 Uhr dann mit der Trinkerei, kamen dann noch viele hübsche und interessante Gespräche zusammen. Ich hatte das Vergnügen mich intensiver mit Naomi zu unterhalten, und wenn ich sie auf meiner Skala einordnen sollte, dann wäre sie irgendwo zwischen 5 und 6, also solides Mittelfeld. Das liegt aber hauptsächlich an ihrer Körperfülle, denn sie ist etwas stämmiger als die Durchschnittsjapanerin. Sie ist übrigens im Foto hier zu sehen. Und hier hätten wir dann Cho, Han und JP (von links nach rechts).

Gegen 22:15 Uhr oder so bin ich noch mal raus bei Regen zum nächsten Konbini und habe Sake + Bier Nachschub im Wert von 2.500 Yen oder so besorgt. Gegen 23 Uhr hat sich die Party dann aufgelöst, weil die meisten noch ihren letzten Zug erwischen wollten. Ich war jedoch mit dem Fahrrad da, also bin ich noch ein bisschen mit Cho und I alleine da geblieben und habe noch ein, zwei Schluck Sake genossen. Danach wollte ich auch nach Hause aufbrechen, allerdings hat sich das schwieriger als gedacht gestaltet, weil der total hackestramme Cho unbedingt drauf bestand mich nach Hause zu fahren, also mich zu begleiten. Er setzte sich also auf sein Rad und folgte mir. Im T-Shirt. Bei Dauer-Regen und gefühlten 13° oder so.

Richtig abhalten konnte ich ihn auch nicht davon. Ok, sind wir also zusammen die 20 Minuten zu mir nach Hause gedüst. Und eigentlich hatte ich ihn noch reingebeten, aber irgendwie wollte er dann doch nicht wirklich mit rein kommen. Schon seltsam. Vielleicht hätte ich einfach nur noch bestimmter drauf bestehen müssen, weil Asiaten ja gerne erst einmal “nein” sagen, in der Hoffnung, dass sie noch ein paar mal öfter diesselbe Frage gefragt werden, um dann “ja” sagen zu können. Da ich allerdings a) zu dem Zeitpunkt auch tierisch besoffen wurde (irgendwann kommt der ganze Alk dann doch mal durch) und b) dummer Europäer bin, der fragt halt nur ein, maximal ein zweites Mal, habe ich mich nicht weiter darum gekümmert bzw. darum gesorgt und Cho eine gute Rückfahrt gewünscht.

Er ist auf jeden Fall heile nach Hause gekommen, soviel habe ich dann, als wir alle wieder nüchtern und fit waren, doch noch erfahren. Ob er sich überhaupt daran erinnert? Ich sollte ihn mal fragen. Alles in allem war es aber eine sehr nette kleine SittIn-Party. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Essen? Essen. Essen!

Geschrieben am 1. Mai 2008 in Nightlife, Veranstaltung, 大学, 女たらし, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Mittwoch, 30. April 2008

Uni

Heute war ein kurzer, aber interessanter Tag. Zunächst einmal hieß es im “Alle japanischen Studenten, die Ausländer treffen wollen, bitte hier teilnehmen”-Unterricht wieder Gruppen bilden und über die jeweiligen landesüblichen Essen und Essensvorlieben diskutieren. Danach gab’s dann noch eine Ladung Sprachkurs-Unterricht.

Und dann war da noch die Überraschung des Tages: wir, dass waren Jens, William, Han-Solo, I-san (Koreanerin) und ich mussten (bzw. durften) zusammen mit den 10 wichtigsten Dozentinnen und Dozenten am Lehrstuhl bzw. des Campus eine kleine Mittagsmahlzeit einnehmen. Und natürlich war im Programm auch vorgesehen, dass wir dabei ein bisschen Smalltalk betreiben sollten. Also haben wir uns kurz versammelt vor unserem gewohnten Gebäude, in dem die Sprachkurse stattfinden, und sind dann in geschlossener Gruppe zu Gebäude 3 marschiert und in den 7. Stock gefahrstuhlt. Dort in einem der Büros erwarteten uns auch schon die Dozenten. Vorne weg Mr. Graham, der uns freudestrahlend begrüßte. Außerdem waren da noch ein paar andere Dozenten, die wir schon getroffen oder gesehen hatten, z. B. der Deutsch-Dozent Nohara-sensei und auch den Dozenten aus der ersten Stunde von morgens, dessen Namen ich mir nie merken können werde.

Auf dem Tisch standen vor jedem ein paar Becher und Getränke (Tee) sowie eine undurchsichte, in Holzmusterung gehaltene Bento-Box (Lunchpaket), die nach dem Öffnen ihren sehr schmackhaften und teuer wirkenden Inhalt preisgab. Natürlich gab es mal wieder eine Selbstvorstellungsrunde. Die 20395804328504325 wenn ich mich nicht verzählt habe. Die Dozenten haben sich aber netterweise auch noch einmal vorgestellt. Und dann ging’s auch schon los mit dem Smalltalk, während wir so nach und nach unsere kleine Bento-Box auslöffelten (naja, eher ‘ausstäbchenten’, aber das hört sich noch bescheuerter an ‘gefahrstuhlt’ ;) ). Vorweg: ich habe alles aufgegessen, JP nicht. Wehe, dass gibt bei der dieses Wochenende beginnenden Golden Week deswegen Regen!

Naja, die Gespräche drehten sich zu Beginn noch sehr ums Studentenleben, und ob wir uns denn auch schon für Clubs gemeldet hätten und wer schon in welchem Club welche Erfahrung gemacht hat und so. Irgendwann landete dann das Gespräch bei Autos, insbesondere bei Deutschen Autos der Marken BMW und Mercedes. Da konnte dann ein junger Hüpfer von Lehrer wohl nicht mehr länger hinter den Berg halten und musste stolz rausposaunen, dass er seit gut 2 Jahren einen BMW fährt. Welchen jetzt genau, datt hab’ ich nicht ganz mitgekriegt, war mir aber auch egal. Von Autos kamen wir irgendwie auf “besoffen Auto fahren” und von da dann zwangsläufig zum Thema Alkohol und Bier (und ja, damit wird auch dieser Blogeintrag also nicht ohne Erwähnung von Bier oder Alkohol auskommen, sorry Kai :) ).

Und beim Thema Bier ging der Graham (nicht vergessen: lebt seit >30 Jahren in Japan, gebürtiger Ami und Bier-Liebhaber) richtig ab: welche Sorten wir unbedingt meiden sollten, welche wir unbedingt testen müssten und welche besonders teuer und/oder selten sind. Außerdem ging es natürlich um die Genusskultur und deren Unterschiede zwischen Deutschland und Japan. JP hat zwar am meistens geredet von uns, aber hin und wieder durfte ich auch mal eine Anekdote bzw. einen Kommentar einwerfen. William lächte nur freundlich vor sich hin (wahrscheinlich weil er lost in translation war) und von I-san war überhaupt nichts zu hören (Han war schon wieder zum Unterricht verschwunden, der war gar nicht mehr dabei). Nur bei der Selbstvorstellung und der Frage nach Uni-Clubs hat die mal einen Mucks von sich gegeben. Danach Funkstille. Die ist mir unheimlich. Unheimlich unsympatisch irgendwie. Keine Ahnung, aber sowas macht keinen Spaß.

JP und ich versuchten also den werten Dozenten (und den wenigen Dozentinnen) deutsche Trinkgewohnheiten zu erklären, z. B. dass es für Männer eine Todsünde ist verschiedene Biersorten zu mischen (oder auch mit Cola zu ver”edeln”), wohingegen Frauen das verziehen wird. Außerdem versuchte JP den Bier- und Karnevalskrieg zwischen Düsseldorf und Köln zu erklären. Das war von besonderem Interesse und rief viele erstaunte “Aha? Ist das so?” hervor. Als wir dann noch erklärten, dass man bei uns in Deutschland auf dem Campus Bier kaufen kann und es völlig normal ist, dass Studenten selbiges auch auf dem Campus verzehren, war das Erstaunen noch größer. Das ist hier scheinbar nicht üblich, auch wenn ich es natürlich schon gemacht habe. :) Dafür bekamen wir dann aber auch die Info, dass während des ureigenen Uni-Matsuri (Uni-Fest), dass wohl eine Woche dauern soll, in der ganzen Woche ab 17 Uhr auch Alkohol verkauft und verzehrt wird. Das ist die einzige Ausnahme, soweit ich die Herren da richtig verstanden habe.

Nach gut 1 1/2 Stunden war das nette und am Ende doch sehr anregende Gespräch dann am Ende und wir wollten eigentlich gehen, als uns Nohara-sensei fragte, ob wir ein Wörterbuch Deu-Jap hätten. “Äh, natürlich, elektronsiche.” “Nein, nein, die mein ich nicht.” sagte er und meinte dann noch, dass er uns richtige Wörterbücher schenken wollte. Also folgten wir ihm brav zu seinem Büro, wo er jedem von uns ein Deu-Jap-Wörterbuch (eine Richtung, Jap-Deu ist nicht drin) im Wert von 4.000 Yen geschenkt hat. Natürlich haben wir uns mehrfach artig bedankt, aber irgendwie standen wir dann doch etwas verdattert auf dem Flur rum mit den Büchern in unseren Händen. Kriegen bei uns in Ddorf die jap. Austauschstudenten, die dorthin kommen, eigentlich auch Wörterbücher im Wert von ca. 30 Euro geschenkt? Ich glaube nicht. Diese Land hier ist toll.

Freizeit

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit rumchillen oder so. Wirklich interessant war es nicht. Umso interessanter war dafür hingegen der Abend. Ich hatte nämlich beschlossen mal in eins der jap. Lokale, welche hier am Straßenrand zu Hauf vorhanden sind, essen zu gehen. JP hat sich dann auch noch dazu durchgerungen mitzukommen.

Wir sind dann in einem Yakitori-Restaurant auf halben Weg zwischen Bahnhof und Wohnheim gegangen. Und schon beim Reingehen fiel mir eine Kellnerin besonders auf. Nicht nur, dass sie ihr Lächeln im Gesicht festgetacktert haben musste, nein, sie wirkte auch irgendwie überhaupt nicht besonders Japanisch. Als JP und ich uns dann an einen Tisch setzen, und sie unsere Bestellung aufnahm konnte ich schon besser ausmachen, was sie so “unjapanisch” machte. Zunächst einmal hatte sie blaue Augen (gut, können auch spezielle Kontaktlinsen sein, dazu gleich mehr), dann hatte sie helleres brauenes Haar, war einen Kopf größer und hatte mehr Arsch und Oberweite als die Durchschnittsjapanerin. Und sie konnte perfekt Englisch, und damit meine ich “akzentfrei Englisch sprechen mit deutlicher und gute Aussprache” - ebenfalls sehr viel besser als die Durchschittsjapanerin. JP sind mal wieder nur die anderen Gäste (vor allem die weiblichen) aufgefallen, die wohl nur alle paar Jahre mal einen Ausländer aus der Nähe sehen und dann dementsprechend reagieren und tuscheln, etc. pp.

Das Essen war jetzt insgesamt nicht besonders erwähnenswert, man sollte nur anmerken, dass die Cocktails in dem Laden klein, teuer und nicht geschmackvoll sind. Zumindest der eine, den ich hatte. Als es dann ans Bezahlen ging, hatte ich das Glück, dass JP das vorerst auslegen wollte. Ich stand also so hinter ihm an der Kasse um und drehte mich nochmal Richtung Innenraum. Und da stand sie wieder und lächelte, wie sie es den ganzen Abend schon gemacht hatte. Und dieses mal wollte ich, weil sie nicht allzu weit von mir weg stand, mal sehen ob ich nicht ihr Namensschild lesen könnte. Sie bemerkte dass blitzschnell und schob mir das Namensschild, welches direkt über ihrer Brust war, ins Gesicht mit einem breitem Grinsen.

Da stand ハディ (Hadi) und weil sich das überhaupt nicht Japanisch anhört habe ich sie direkt mal gefragt, ob sie Japanerin ist und schon kamen wir ins Gespräch. Ihr Vater kommt wohl aus Jugoslawien und ihre Mutter ist halt Japanerin. Sie fragte natürlich wo wir herkommen, was wir hier so machen usw. Und sie war hoch erfreut, als ich meinte, dass JP und ich keine 200m Luftlinie vom Restaurant wohnen würden. Darauf hin kam dann auch prompt die Aufforderung doch bitte öfter mal vorbei zu kommen und ihr bei der Gelegenheit Deutsch bei zu bringen. Na immer gerne doch, ich muss schließlich nicht extra erwähnen, dass sie ziemlich sexy war, oder? :) (PS: Ihre Augenfarbe scheint zwar Blau zu sein, aber sie hatte trotzdem noch extra Kontaktlinsen drin, wie ich aus der Nähe dann feststellen konnte.)

PS: Im 7-11 kann man Sandwichwes mit ganzen und halben Erdbeeren kaufen. In Plastik eingeschweißt. Möchte ich das wirklich probieren?

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