Dezember, Dezember, Dezember

Geschrieben am 31. Dezember 2008 in Japan, Nightlife, Veranstaltung, Vorurteile, 写真, 大学, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

So, nachdem die Feiertage endlich überstanden sind, gibt es hier auch mal was Neues.

Noch knapp 3 Monate und ich muss ich wieder nach Deutschland zurück. Rückflug ist schon gebucht - British Airways (weia!) für 730 Teuronen - und geht am 26. März. Irgendwie traurig und schade, weil ich eigentlich nicht hier weg möchte. Auf der anderen Seite möchte ich mal wieder richtige Pizza, saftigen Döner oder einfach nur ne geile Pommes-Currywurst mit dick Mayo essen, von lecker Brot, Käse und Wurst sollte ich lieber gar nicht erst anfangen zu erzählen. Achja, meine Freunde mal wieder treffen und schön einen Heben, dass wär’ auch ganz geil (von meinen Eltern und Geschwistern ganz zu schweigen!). (^_^)

Und apropos Essen, wir haben hier am 13. Dezember 餅つき (餅:mochi sind japanische Reiskuchen, die traditionell vor allem zu Neujahr gegessen werden) hergestellt.

Also mit wir meine ich die ganzen älteren Semester aus der Nachbarschaft, die natürlich auch derbe Alkohol mitgebracht habe, sowie die Austauschstudis der Bunkyo Universität. Und wenn ich sage, wir haben mochi hergestellt, dann meine ich eigentlich die anderen haben kräftig hergestellt, während ich nur mit der Kamera daneben stand und alles im Bild festhielt. Denn nachdem ich schon bei dem 食文化 “Fest” alleine Currywurst gemacht habe, hatte ich irgendwie nicht den Bedarf mich jetzt hier beim mochitsuki zu verausgaben.

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Halloween? Schulfest!

Geschrieben am 2. November 2008 in Japan, Veranstaltung, Vorurteile, 写真, 大学, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

Freitag, 31. Oktober 2008 - Halloween

So, an diesem Tag startet das Bunkyo-Uni-Fest. Alle Studenten haben sich mächtig ins Zeug gelegt um ihre Fressbuden ans Laufen zu kriegen. Für die Vorbereitung alleine haben die hier eine ganze Woche Unterrichtsfrei bekommen. Ja, richtig gelesen. Unterrichtsfrei. Alle. Außer wir. Wir Austauschstudis hatten natürlich weiter regulär Unterricht. Kann ja auch nicht angehen das alle anderen frei haben und wir auch. Wo kämen wir denn da hin?

Diese ganze Kirmes hier bestätigt nur mal wieder mein bisher gewonnenes Bild japanischer Universitäten: es sind Kindergärten für Spätpubertierende, die sich 4 Jahre lang die Eier schaukeln und am Ende einen Abschluss hinterher geworfen bekommen. es sind Bildungsstätten, an denen gerne mal die Bildung beiseite geschoben wird um sich vom arubaito oder bukatsu Streß des Vortages zu erholen beim entspannten Mittagsschläfchen während der Vorlesung. Überhaupt haben hier bukatsu, arubaito und besonders die Job-Suche (bei Studenten im letzten Jahr) Vorrang vor der Bildung. So zumindest mein Eindruck.

Anyway. Das ganze Fest war sehr nett aufgemacht und es war spaßig sich das mal so aus der Nähe anzusehen. Aber: wenn man zuvor schon mal auf einem “normalen” “Straßen-Matsuri” war, dann weiß man eigentlich schon wie das so ist. Der einzige Unterschied zu einem normalen matsuri ist, dass dieses hier auf dem Campus der Uni stattfindet und das es (unter der Woche) keinen Alkohol gibt. Der Rest ist gleich. Selbst Besucher aus der Umgebung kommen vorbei, um sich das Spektakel anzusehen.

Achja, ich muss nicht extra erwähnen, dass mir jeder und jede was zu essen oder zu trinken andrehen wollte und mich gebeten hat doch unbedingt bei ihrem Stand vorbeizukommen um da was zu kaufen, oder? Nach dem 10. Mal freundlich absagen hatte ich dann allerdings die Schnauze voll und habe nur noch gesagt “Später, später.” und mich taub gestellt. Gott, irgendwann nervt es halt nur noch, auch wenn die Mädels hier noch sexy sind und unglaublich attraktiv aussehen. :-(

Bild des Tages
Bild des Tages vom Uni-Fest, Halloween 2008

Das Fest geht übrigens noch bis Sonntag und ab Samstag verkaufen die hier auch Alkohol. Warum die das am Starttag (Freitag) noch nicht gemacht haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings gehe ich ganz stark davon aus, dass Logik dabei auch dieses Mal keine Rolle gespielt hat.

So, und hier noch ein paar Bilder, damit ihr einen kleinen Eindruck von dieser Kirmesdiesem daigaku-matsuri bekommt.

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Beobachtungen

Geschrieben am 22. Oktober 2008 in Japan, Vorurteile, ビデオ, 写真, 暇な時, 見学 von Daniel || 1 Kommentar

April 2008 bis heute

Heute werde ich mal so meine allgemeinen Beobachtungen zum Besten geben, die mir im Verlaufe meines Aufenthalts hier so aufgefallen sind. Natürlich ist das keine vollständige Aufzählung und mir werden bestimmt noch einige Dinge ein- und auffallen, die ich bisher irgendwie verdrängt oder übersehen habe. Die Überschrift für diesen Artikel hätte übrigens auch “Auch in Japan gilt: ‘Es ist nicht alles Gold, was glänzt’ oder ‘Japaner sind auch nur Menschen’” lauten können. Na dann mal los. :-)

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Auch in Japan kacken Hunde auf die Straße. Allerdings entfernt der Hunde-Halter das in der Regel. In der Regel, also Ausnahmen inbegriffen.

Auch in Japan hupen Autofahrer gerne mal, wenn es brenzlig wird. Oder auch einfach nur, wenn es ihnen nicht schnell genug geht und sie es eilig haben.

Auch in Japan hat der Verkehr so seine Tücken.

Auch in Japan pissen Besoffene gerne mal ins nächst beste Gebüsch oder an den nächst besten Zaun/Baum/Auto/Blumenkasten. Gerne auch mal um 12 Uhr Mittags an einem Mittwoch, direkt vor dem Pachinko-Laden am Bahnhof.

Auch in Japan schlafen Stockbesoffene immer genau da, wo sie gerade umfallen, z. B. auf öffentlichen Klos, der Wiese am Fluss oder im Zug auf dem Weg nach Hause.

Auch in Japan schreien, kreischen und toben kleine Kinder Zeter und Mordio wenn es nicht nach ihnen geht und ihre Mami und Papi ihnen nicht das passende Spielzeug oder den Süßkram kaufen, den sie jetzt sofort haben wollen.

Auch in Japan gibt es Rush-Hours im Supermarkt, in denen sich lange Schlangen bilden. Allerdings schreit hier niemand “Hey, macht mal noch ne Kasse auf! Wozu werdet ihr hier eigentlich bezahlt, ihr faules Pack?!”. Und ja, in der Rush-Hour sind besonders häufig ältere Mitbürger anzutreffen, aber wen verwundert das?

Auch in Japan ist das TV-Niveau beklagenswert. (jap. TV-Guide, jap. TV-Werbespots und (natürlich :-) ) Robpongi - Japanese TV Online Videos)

Auch in Japan arbeiten Polizei und Feuerwehr (respektive Notärzte) rund um die Uhr (lies: alle zwei, drei Tage ist hier gegen Mitternacht, oder gerne auch mal um 1 oder 2 oder 3 Uhr Nachts ein Einsatz, bei dem die mit Sirenen und allem Piepapo durch die Nachbarschaft rasen).

Auch in Japan gehört es sich, dass im universitären Unterricht die Mobiltelefon abgestellt gehören. Oder zumindest in den Lautlos-Modus (マナーモード). Ansonsten passiert es, dass (Universitäts-!!!) Dozenten das Handy einsacken, wenn es im (Sprach-)Unterricht klingelt. Auch dann, wenn die Eigentümerin eine Mutter mit minderjährigen Kind (im Grundschulalter) und ggf. auf das mobile Telefonieren angewiesen ist. Genauso verhält es sich übrigens mit Bildern und Notizen, die man vor sich hin kritzelt, weil der Unterricht mal wieder scheiße langweilig ist. Ok, man könnte jetzt argumentieren, dass das gut ins Gesamtbild passt, da man hier als 28jähriger immer noch wie ein Jugendlicher in der Mittel- oder Oberstufe behandelt wird. *seufz*

Apropos Uni: auch in in Japan gibt es diese netten, aber todlangweiligen Vorlesungen, in denen man nur solange anwesend sein muss, bis der Zettel für die Anwesenheit rumgegangen ist. Unterschrift drauf und ab durch den Hinterausgang des Hörsaals in die Freiheit. (Pro-Tipp: die VL ist bei Nohara-sensei)

In Japan können (einige) LKWs, Busse, Krankenwagen und dergleichen sprechen. Die sagen zum Beispiel “Achtung, passen Sie bitte auf, ich bieg jetzt links (rechts) ab!” (oder so ähnlich).

In Japan spielt die Müllabfuhr eine lustige, erheiternde Melodie, wenn sie vorfährt um den Müll abzuholen.

In Japan wird der Müll nicht in Tonnen gesammelt und dann einmal alle X Wochen abgeholt wie in Deutschland, sondern hier wird der Müll in Plastiktüten (oder sonst wie) verpackt, in extra abgetrennte, meist mit Netz überspannten (manchmal auch mit Türen und Gittern versehenen) Abladeplätzen neben/vor den Häusern gesammelt und ein-, zweimal pro Woche abgeholt. Warum die Netze bzw. die Gitter und Türen? Damit Katzen und Krähen nicht an die Mülltüten gehen und diese auseinanderfetzen bei der Suche nach Futter. Btw: Krähen sind die Tauben Japans.

Und auch in Japan gibt es genug Leute, die ihren Müll einfach irgendwo in der Wallachhei oder am Straßenrand unbewacht abladen bzw. hinwerfen.

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Sonstiges

Ich habe hier gerade eine coole Erfindung entdeckt: eine Dose Sake für 150 Yen (180ml), die sich automatisch aufheizt, wenn man den Boden eindrückt. Und ich sage euch, die wird schweineheiß, die Dose. So heiß, dass man sie nicht länger als 3 Sekunden lang festhalten kann ohne sich die Finger zu verbrennen. Ziemlich cool. (Übrigens: warmer Sake ist meist kein allzu guter Sake - aka Aldi-Sake)

Apropos Euro:Yen-Kurs: Verdammte Hühnerkacke, wegen dieser verfickten Weltfinanzkrise ist der Kurs von 1:159 (irgendwann im Juli und August) auf 1:127 (momentan) runtergesackt. Das sind über 30 Yen Verlust pro Euro, oder auch 20% Wertverlust, und das ist schon heftig. Das hier einiges schief läuft, sieht man auch am Nikkei-Index (jap. Aktienindex), der hier in diesem Monat eine wilde Berg- und Talfahrt hinter sich hat und im Moment im Koma liegt. *seufz* Früher war halt alles besser. (Sogar ganze Länder sind nicht mehr sicher vor der Pleite :-( )

Letzter Satz zum Thema “Wechselkurs”: wer von euch Firefox als Webbrowser einsetzt, der sollte mal einen Blick auf das Addon Dcurrency werfen.

dcurrency firefox addon

Wirklich sehr nützlich, wenn man im Ausland unterwegs ist oder mit ausländischer Währung spekuliert.

Apropos Weltwirtschafts-/-finanzkrise: in Japan scheint, außer der Börse (siehe oben), das noch niemand mitbekommen zu haben. Warum? Weil die hier Bauen und Renovieren und Machen und Tun wie die Weltmeister! Die ziehen hier in der näheren Umgebung ein neuen Wohnhauskomplex nach dem anderen hoch und teeren die Straßen neu und sind auch sonst fleißig am Investieren in die Infrastruktur. Und überhaupt “Bauen”: das machen die hier fix wie nix - an einem Tag bereiten die da ganze Straßenabschnitte zum neu Asphaltiren vor und am nächsten Tag wird das mal eben ratz-fatz durchgezogen und fettich. Genauso mit den Wohnhäusern. Im Mai haben die am Fluß nahe der Uni gerade angefangen die Erde für ein Fundament zu ebenen. Nach einer Woche (max. 2) fingen die dann mit dem Fundament an und dann ging es Schlag auf Schlag. Das Haus steht seit ungefähr einem Monat, es müssen innen wohl nur noch ein paar Elektronik- und Gas-Wasser-Scheiße-Arbeiten gemacht werden. Im Prinzip könnte man da schon einziehen, wette ich. Und ja, auch hier in Japan gibt es sowas wie ein Richtfest (上棟式 じょうとうしき shoutoushiki: “Fest auf dem Gebäude/Dachfirst”) beim Häuserbau. Ich konnte das gerade noch miterleben, als ich Anfang August (oder Ende Juli?) nach der Uni an der Baustelle vorbei gekommen bin. Wie man sieht, dat geht ruck-zuck mit dem Bauen. Ob das an den lokalen Yakuza-Strukturen liegt oder ob hier die Bauherren einfach nur genug Schmiergeld bereitgestellt haben, weiß ich allerdings nicht.

Apropos Geld: In Japan gibt es keine Arbeitslosigkeit. Hier hat jeder einen Job. Zum Beispiel der Job als menschliche Straßenverkehrsregelungslichtmaschine (aka der Typ mit rotem Leuchtstab) den vorbeikommenden motorisierten und unmotorisierten Mitmenschen freundlich “den Weg zu winken” bzw. Verkehr zu regulieren. Das mag bei großen Baustellen an unübersichtlichen Verkehrsknotenpunkten wichtig und richtig sein, ist aber im kleinen Wohnviertel, wo morgens in der Rushhour gerade mal 3 Fahrräder vorbei kommen, irgendwie überflüssig. Dann wäre da noch der Job als Fahrradparkplatz-Aufseher, der die Fahrräder der Kunden oder Anwohner schon in Reih- und Glied anordnet, damit auch ja jeder Millimeter Platz genutzt wird. Auch schön: der Vor-dem-Pachinko-Laden-den-Bürgersteig-Sauberfegen-Mann. In einigen großen Kaufhäusern gibt’s sogar noch den Fahrstuhlbegleiter.

Und überhaupt: jeder Student hier macht arubaito, also neben dem Studium jobben. Dafür gibt es sogar ganze Kataloge, die man im Buch- und Zeitschriftenläden kaufen kann. Das kann man sich wie Stellenanzeigen in der Tageszeitung vorstellen, nur halt extra für Studenten und auf eine Stadt/Gegend (z. B. Sapporo oder Tokyo) begrenzt. Das wirklich Krasse ist, diese Dinger sind fast so dick wie die Gelben Seiten in Deutschland. Und kommen monatlich (oder sogar 2x monatlich?) neu raus. Die Firmen, vor allem Supermärkte, Kaufhäuser, Restaurants und Snackbars, sind hier wirklich auf diese studentischen Arbeitskräfte angewiesen. Ich behaupte: ohne die würde das System hier zusammenbrechen und das Ende der Welt wäre nahe - naja, zumindest für Japaner und deren Wirtschafts-/Gesellschaftssystem. Warum die keine Vollzeitkräfte einstellen? Vermutlich, weil das wie in Deutschland mit Hartz IV und den 1€-Jobs ist.

Und apropos Wirtschaft und Kaufhäuser (Tipp für Leute, die hier in Saitama/Koshigaya hinziehen oder Urlaub machen!): von Sengendai (/me Wohnsitz) nach Koshigaya (3 Stationen mit der Bahn) und von da zum neu errichteten Mall-Komplex Lake Town (ala Centro in Oberhausen) in nichtmal 30 Minuten (oder so). Über 500 Geschäfte warten auf euer Geld. Ich hab mir da ein paar neue Sportschuhe in meiner Größe gegönnt. :-)

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So, alle weiteren Auffälligkeiten folgen ein anderes Mal. Prost.

Korea-Connection & Meiji-Schrein

Geschrieben am 18. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 写真, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

Freitag, 16. Mai

Nachdem ich am Vorabend auswärts essen und erst relativ spät wieder heimgekommen war, habe ich einfach mal die Englisch-Stunde ausfallen lassen. Als ich dann in der Uni pünktlich zur 2. Stunde - Kalligraphie-Unterricht - völlig übermüdet auftauchte, hätte ich mir sowas von in den Arsch beißen können. Die Stunde fiel nämlich flach. Keine Ahnung warum, aber niemand war da. Ich habe dann später erfahren, dass wohl die Erstis irgendeinen Ausflug hatten und daher kein Unterricht stattfand.

Naja, habe dann die Zeit genutzt meine Hausaufgaben zu machen. Und weil ich damit ziemlich schnell fertig war, bin ich mit Midori um 20 vor 12 Uhr in die Mensa gegangen, vor dem großen Ansturm um kurz nach 12 Uhr. Mittagsgespräch war dann, was ich davon halten würde, wenn man die Austauschstudenten aus gleichen Ländern in getrennten Wohnungen unterbringen würde. Dann wären sie in jedem Fall gezwungen Japanisch zu reden. Klingt logisch und großartig dagegeben habe ich jetzt auch nichts, solange - tja, solange! - ich hier in der Wohnung bleiben kann, wo ich gerade bin. :)

Abends, so gegen 18 Uhr sollte dann in Cho-san’s Wohnung eine kleine Geburtstagsparty für Takako stattfinden. Dafür hatten Mika und Emi in der kleinen Küche in Gebäude 10 vorher schon fleißig Essen zubereitet, dass wir dann erstmal kurz rüber brachten zu Cho. Da ich aber vorhatte zum Fußball zu gehen, habe ich mich verabschiedet und bin mit Huan und Han rüber zum Sportplatz. Um 21 Uhr sind wir dann, direkt nach dem Fußball also, zurück zu Cho.

Es sollte allerdings nur ein kurzer Zwischenstopp werden. Zum einen hatte Huan mich während des Fußballs gefragt, ob ich danach nicht mit ihm mitkommen wollte, er wollte mich zwei seiner koreanischen Freunde (bzw. Senpai) vorstellen, die hier in Japan wohnten. Naja, eigentlich wohnt nur einer hier, der andere ist auf Urlaub hier und spricht entsprechend kein Wort japanisch. Zum anderen war eine ziemlich negative Stimmung auf der Party als wir dort ankamen. Cho war ziemlich ungesprächig, Takako verschwunden zusammen mit ein paar anderen Mädels. Die kleine Chinesin Oo-chan war etwas gesprächiger als sonst und nur so konnte man ihr eigentlich anmerken, dass sie betrunken war, außerdem waren Emi und Mika offensichtlich am streiten irgendwo draußen. Hinzu kam, dass es keine alkoholischen Getränke mehr gab und der von JP mitgebrachte Jägermeister war fast leer war. Dies könnte die insgesamt ziemlich seltsame, ungute Stimmung erklären. Oder auch nicht. Mir war’s egal, denn Huan und ich sind dann nach 20 oder 30 Anstandsminuten wieder abgeschwirrt um seine koreanischen Buddies zu treffen.

Am Bahnhof haben wir dann die zwei Kim-sans, übrigens beide >30 Jahre alt, getroffen - und ja, die hießen wirklich beide so. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging’s dann in die gleiche Kneipe, in der schon die Fußballclub-Begrüßungsparty stattfand. Dort gönnten wir uns dann verschiedenste Leckereien und einen Pitcher Tee + Sake nach dem anderen. Die Gespräche in unserer Runde drehten sich hauptsächlich um Frauen, Schimpfwörter, Japan als Asians eingebildeteste Nation (deren Meinung, nicht meine) und ums Japanisch Lernen. Einziges Problem an der Gesprächsrunde war, dass einer der Kims überhaupt kein Japanisch sprach und immer wieder versuchte mit mir auf Englisch zu reden. Die ersten paar Male versuchte ich ihm auch noch auf Englisch zu antworten, allerdings verstand er mich nie, daher habe ich es dann aufgegeben und die anderen zwei Korea-Jungs mussten dann halt unserer jap. Wirr-Warr für ihn übersetzen.

Samstag, 17. Mai

Gegen 1 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu der wirklich, wirklich kleinen - und GOTT war die dreckig - Wohnung von Kim. Dort gab’s dann erstmal einen kleinen Mitternachts-Snack und weitere Drinks. Um kurz vor 4 Uhr legten wir uns dann zum Pennen hin. Am nächsten Morgen gegen 9 Uhr gab’s dann koreanisches Frühstück (Kimchi-Reis mit Ei, was jetzt nicht sooo lecker war, und eine sehr, sehr gute Suppe) und gegen 10 Uhr verabschiedeten Huan und ich uns dann von den Zweien und gingen zurück zu Cho’s Wohnung um unsere Sachen, die wir am Vorabend dort deponiert hatten, abzuholen. Cho’s Stimmung war allerdings immer noch relativ mies, so hatte ich zumindest das Gefühl. Daher blieben wir auch nicht all zu lange, sondern verabschiedeten uns nach 30 Minuten wieder.

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Einmal Shinjuku und zurück

Geschrieben am 7. Mai 2008 in Japan, Nightlife, 写真, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || 3 Kommentare

Dienstag, 06. Mai 2008

Nachdem gestern, bei miesen Wetter übrigens, mal ein Ruhetag eingeplant gewesen war - irgendwann muss man ja die dämlichen Hausaufgaben mal machen und sich auch sonst ein bisschen ausruhen - und wir nichts gemacht hatten, sind wir heute nach Shinjuku (das „Herz Tokios“, hier gibt es die meisten und größten Wolkenkratzer und viele große Einkaufsgeschäfte) gefahren. Naja, das war eigentlich der Plan, aber JP hatte mich wohl am Vorabend falls verstanden und hatte deswegen eine Bahnverbindung nach Shibuya (da wollen wir dann demnächst mal hin :) ) rausgesucht. Machte aber nichts, wir sind dann einfach von da mit der Yamanote-Linie gefahren und 6 Minuten später waren wir auch schon da.

Wir hatten nicht wirklich ein Ziel vor Augen, also sind wir ein bisschen hier hin und ein bisschen dort hin in diese oder jene Geschäfte gegangen. Irgendwann gegen Abend sind wir dann, ganz zufällig versteht sich, ins Kabukicho-Viertel gekommen. Das Viertel hat seinen Namen vom Kabuki-Theater, wovon hier früher mal viele gebaut werden sollten. Tja, allerdings ist dann doch ein Rotlichtviertel draus geworden. Und ich hatte mich schon gefragt, warum hier plötzlich lauter geile Weiber in super sexy aufreizenden Klamotten sowie Yakuza-ähnliche Monster-Mafiosi rumliefen (Yakuza=jap. Mafia). Das erklärte natürlich einiges. Zum Glück sind wir nicht im Shinjuku ni-chome-Viertel gelandet, das Schwulenviertel Shinjukus, auch wenn einige der Yakuza-Typen genau so aussahen.

Apropos: hier laufen viele Kerle wie Schwule gekleidet rum, was wohl aber daran liegt, dass in allen Klamottenläden, in denen ich bisher war, die meisten Klamotten für Kerle einfach nur schwul aussahen. Da gab es so gut wie nichts “normales” für Männer, was nicht schwul aussieht. Oder z. B. auch die verfügbaren Größen! Schuhe in meiner Größe zu finden (vor allem Fußball-Schuhe), dass ist mir bisher noch nicht geglückt. Und bei Hosen, T-Shirts, Hemden etc. muss ich grundsätzlich nach der größten verfügbaren Größe gucken. Bei uns daheim in Koshigaya ist LL das verfügbare Maximum, hier in Shinjuku immerhin XL. LL ist irgendwas zwischen L und XL und meistens trotzdem zu eng/klein für mich; bin halt ein stämmiges Kerlchen. :)

Naja, immerhin haben wir dann im Rotlichtviertel einen relativ großen Schnappsladen entdeckt, der auch - Tusch bitte! - JÄGERMEISTER vertickt! Erstmal eine große Flasche für 1980 Yen (13 Euro) eingepackt. Und eine Flasche Tequila für 1400 Yen. JP hat sich ein paar Flaschen deutsches Bier gegönnt, aber Alt hat er immer noch nicht gefunden. Genauso wie wir auch hier kein dunkles Asahi oder Kirin oder Sapporo (die drei großen Biermarken hier in Japan) finden konnten. Berentzen Sauren Apfel gab’s hier leider nicht, den hatte ich aber vorher in einem anderen Laden gesehen, in dem JP sich Jägermeister für 2100 Yen gekauft hatte. :) (Die Getränke sind nicht für uns alleine, die werden bei den nächstens Partys als Urdeutsches (den Tequila mal ausgenommen) Getränk hervorgezaubert, um damit Eindruck zu schinden, versteht sich :) !)

Tja, danach sind wir auch schon wieder nach Hause. Das wir nicht besonders lange in Shinjuku waren, lag wohl hauptsächlich daran, dass wir erst gegen Mittag aufgestanden und dann um kurz vor 14 Uhr losgefahren sind. Um kurz nach 20:00 Uhr waren wir auch wieder zu Hause. (Die Zugfahrt von Sengendai bis Shinjuku dauert gut 1:15h oder so.) Aber ein paar Fotos habe ich trotzdem gemacht, wenn auch nicht so viele dieses Mal.

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