Eine Woche Deutschland

Geschrieben am 31. März 2009 in Japan, doitsu, ビデオ, 日記, 暇な時 von Daniel || 7 Kommentare

Seit ziemlich genau einer Woche bin ich zurück in Deutschland und damit ist die erste Woche in der alten Heimat überstanden inklusive einem kleinen Kulturschock und dem Jetlag. Und ja, jede Menge Tränen beim Abschied, vor allem bei meiner Freundin.

Aber zunächst mal ein paar Worte zum Flug mit BA und Zwischenlandung in London. Der Flug mit British Airways erwies sich als angenehmer als erwartet. Ich hatte vorher nur Horrorstories gehört, aber entgegen aller Befürchtungen war sowohl das Essen als auch das Entertainment-System (ES) an Bord sehr gut. Und weil das ES sogar VOD (Video-On-Demand) und AOD (Audio-On-Demand) unterstütze und einigermaßen aktuelle Filme (Madagaskar 2) sowie Klassiker (Die Glorreichen Sieben) zu bieten hatte, war es meiner Meinung sogar besser als das von Scandinavian Airlines beim Hinflug. Zum Essen gab es zunächst Mittags entweder ein Steak mit Kartoffeln oder Chinesische Nudeln mit Fleischbällchen. Da habe ich doch glatt mal die Nudeln genommen. Zum Abendessen war die Wahl dann genauso leicht: entweder etwas Ungenießbares aus Pampe oder Reis und Gemüse mit Seelachs. Zwischendurch gab es als Snack noch ein leckeres belegtes Brötchen und einen Kuchen. Doch, war schon lecker.

Nach 11 Stunden und 30 Minuten Flugzeit landete die Maschine (747) dann am Londoner Heathrow Airport, wo ich einen geplanten Aufenthalt von 3 Stunden gehabt hätte vor meinem Weiterflug nach Düsseldorf. Naja, der Weiterflug hat sich um ca. 30 Minuten nach Hinten verschoben wegen schlechten Wetters oder weißgottwas, war mir auch egal, denn zu dem fraglichen Zeitpunkt wollte ich nur noch aus diesem drecks-faschistischen und paranoidem Land raus. Weg. Nie wieder England. Nie. Wieder. Auch nicht auf Durchreise. Punkt.

“Warum?” wird jetzt der geneigte Leser fragen. Darum! Und weil ich mir total verarscht vorkam. Nicht nur, dass ich erneut durch die Security musste, nein, ich wurde auch noch von einem Bobby angekackt. Zur Security: ich verstehe nicht, warum ich da noch einmal durch musste! Ich war in Tokio schon gefilzt und durchleuchtet worden, warum also bei einem Transitflug, einem Durchgangsflug, einem einfachen Weiterflug nochmal die ganze Kacke? Im Flugzeug wachsen keine Waffen und kein Sprengstoff, verdammt nochmal!

Vor allem, war die Durchsuchung viel strenger als in Japan (die ganzen “Damen” mit hohen Absätzen mussten z. B. ihre Schuhe ausziehen, damit die extra durchleuchtet werden konnten), und unfreundlicher! Aber sowas von! Ich musste mich auch fast komplett meiner Kleidung entledigen sowie meinen Rucksack und meine kleine Reisetasche ausräumen. Und weil’s mir dann, nachdem ich endlich durch die “Schleuse” (Metalldetektor) gehen konnte, zu viel wurde als mich die (allerdings recht sexy) Blondine mit den dicken Tüten drauf hinwies meine Baseballkap abzunehmen, da war bei mir der Ofen sowas von aus! Ich riss meine vom Flug und dem ganzen Kofferschleppen schön mit Schweiß vollgesogen Cap vom Kopf und hielt ihr diese direkt unter die Nase, keine 5 cm entfernt von ihren hochgetuschten künstlich ausfranzten Augenbrauen. She was not amused. Ihr Kollege direkt neben mir, ihr gegenüber, guckte nur doof, denn damit hatte er wohl auch nicht gerechnet. Ich hatte für die zwei, als ich dann endlich weiter gehen durfte, nur noch ein laut vor mich Hinmurrendes “This is so fucking ridiculous. You people are fucking retarded. This whole country is so fucking retarded!” übrig. Nur mal als Vergleich: bei meinem Hinflug musste ich in Kopenhagen (Dänemark) umsteigen. Dort gab’s keine zweites Security-Screening, sondern für Transitflüge hieß es einfach nur “Durchgehen”. So geht das. Das ist Kunden- und Touristenfreundlich sowie Service-orientiert!

So, dieses Desaster brachte mich dann schon mal in die richtige Grundstimmung. Ich beschloss nach dieser Eskapade einfach kein Geld zu tauschen um mich mit Getränken oder etwas zu Essen zu stärken. Die 3 Stunden konnte ich auch wohl noch ohne Zeugs aushalten. Wer mich so behandelt kriegt kein Geld von mir. Aber erst die nächste Eskalationsstufe in diesem Paranoiastaat brachte mich richtig auf die Palme.

Ich hatte mich gerade total erschöpft auf einen der vielen Wartesitze im riesigen Gatebereich (von den Gates A1 bis A29(?) brauchte man 15 bis 20 Minuten zu den Gates B1 bis BXX bzw. C1 bis CXX, und zwar mit Transitbahn!) niedergelassen um etwas zu Chillen, da kam mir der Gedanke, ich könnte ja ein Foto von der Anzeigentafel machen, auf der die Flughinweise und -daten angezeigt werden. Ganz, gaanz, gaaaaaaaaanz dummer Fehler! Nicht tun! Unter keinen Umständen! Der Polizei-Oberförster, der da zufällig gerade in der Gegend stand, guckte mich böse an und meinte laut und forsch “No pictures!”. 3 Mal. Ich muss wohl, entweder aus Müdigkeit oder aus purer Ungläubigkeit, total dämlich geguckt haben, als er mir diesen Befehl das erste Mal erteilte. Darum hat er es noch 2 Mal wiederholt, bevor ich ihm mit einem “Ok.” geantwortet habe. Und dann ging er weiter, übersah aber im oberen Teil bzw. eine Ebene höher, auf der Reling quasi, die - vornehmlich - asiatischen Touristen, die schön alles mit Videokamera filmten. Genauso übersah er übrigens den ungefähr 10jährigen Jungen, der neben seinem Vater saß und freudestrahlend mit dessen Digicam alles mögliche im Bilde festhielt. Aber sind wir mal ehrlich, so ein einsamer Jungeselle, mit Vollbart und durchgeschwitztem Baseballkap sieht ja alle mal mehr nach TouristTerrorist aus als die anderen zwei gerade genannten Gruppen. Da muss man als Beschützer Ihrer Durchlaucht wohl Prioritäten setzen.

Bei mir zumindest setzte diese Undifferenzierte Vorgehen sowie Art und Weise der Botschaftsübermittlung jedoch ganz andere Dinge in Gang, ja gar in Wallung. Mein Blut nämlich. Ich hatte so eine Wut im Bauch, dass ich mir erstmal in meinem Notizbuch eine Liste von Leuten machte, an die ich meine ganzen Beschwerdebriefe über diese Zwischenfälle schreiben wollte: Heathrow Airport Manager, Heathrow Airport Security Chief, British Airways Management, Bürgermeister von London, Premierminister, Oppositionsführer, Botschafter Englands in Deutschland, Botschafter Deutschlands in England und natürlich Ihrer Majestät.

Naja, so ungefähr jedenfalls. Nachdem ich aber zwei, drei Tage drüber geschlafen hatte, dachte ich mir nur noch, dass es auch einfach reicht ab jetzt dieses Land für die nächsten 10 Jahre nicht mehr zu betreten oder bis zu meinem Ableben völlig zu ignorieren. In diesem Sinne: Fuck you, England! Fuck you!

Achja, direkt am Morgen danach, also keine 24 Stunden nachdem ich in Narita abgeflogen war, stürzte dort eine FedEx Frachtmaschine ab woraufhin sämtliche Flüge nach Europa erstmal Ersatzlos gestrichen wurden (O-Ton meiner Freundin). Nochmal Glück gehabt.

YouTube Preview Image(japanisches Newsvideo)

Aber nun bin ich ja zurück in Deutschland und ich wollte noch kurz was zum Kulturschock sagen. Also erstmal bin ich beim Fahrrad radeln ins Dorfzentrum tatsächlich völlig geistesabwesend auf der linken Fahrbahnspur gefahren. Mehrfach. Verdammt. Und dann im Supermarkt, beim Einkaufen, habe ich die ganze Zeit drauf gewartet, dass wer meine Einkäufe nimmt und in Tüten einpackt oder zumindest mir Tüten zum Einpacken dazu legt. Komisch, passierte einfach nicht. Was mir auch aufgefallen ist, dass hier in Deutschland die Menschen viel ernster gucken, oft auch böse gucken, und viel, viel hektischer im Allgemeinen sind. So erstmal mein Gefühl. Was mir noch nicht untergekommen ist, sind unfreundliche oder auch kackendreiste Menschen. Aber keine Sorge, ab nächstem Wochenende bin ich ja wieder in Düsseldorf, dass wird also noch auf mich zukommen. *seufz* Bin ja hier auf’m 田舎 (inaka: ländliche Gegend), das ist ja eh immer etwas anders als die große Stadt.

Drei Dinge waren aber schon mal wieder richtig geil, nach so langer Zeit: das erste richtige Deutsche Weizen, die erste “richtige” “italienische” Pizza und der erste richtige türkische Döner. Boah, so geil. In diesem Sinne: guten Hunger! :-)

Bunkyo Survival Guide - Edition 2008/2009 (Rohfassung)

Geschrieben am 21. März 2009 in Hintergrund, Japan, Vorbereitung, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Ein letzter Eintrag vor meinem Ablug. Hierbei handelt es sich um ein sehr vorläufiges Guide-Book für die Leute, die von der HHU hier an die Bunkyo kommen. Ich hatte damit so im Mai 2008 angefangen und immer mal wieder Infos hinzugefügt, daher der eher memoartige Charakter des Dokuments. Leider habe ich dann irgendwann aufgehört, weil das Leben irgendwie zu selbstverständlich und “normal” geworden ist und der Alltag überhand genommen hat; und spätenstens dann braucht man kein Guide-Book mehr. Ich habe leider auch keine Zeit mehr mich um die Formatierung oder Rechtschreib-/Grammatikfehler oder inhaltliche Schwächen/Unfug/Unsinn/Fehlinformationen zu kümmern oder noch Infos anzufügen. Daher: bitte nicht allzu streng sein. Danke.

PS: Wenn ihr neuere/bessere oder zusätzliche Infos habt, schreibts doch bitte einfach in die Kommentare! Das wäre super! Danke!

PPS: Ab dem SS2009 hat die Bunkyo für euch leider keinen Ansprechpartner mehr im Büro sitzen, der Englisch beherrscht. Ihr werdet euch also entweder auf dem Campus jemanden suchen müssen, der Englisch und Japanisch gut beherrscht, wenn ihr euch schnell und unkompliziert verständigen wollt. Oder ihr verständigt euch, wie alle Anfänger ;-), mit Händen und Füßen. (Gilt natürlich nicht, wenn eure japanischen Sprachkenntnisse schon auf entsprechen hohen Niveau sind! ;-) )

Anyway: viel Spaß in Japan! Genießt die Zeit! Sie geht leider viel zu schnell vorbei…

日本へ、文教ドミトリーへ ようこそ! An die Austauschstudenten der HHU - Ausgabe 2008/2009

Vorwort

Herzlich willkommen in Japan und im Wohnheim der Bunkyo-Universität liebe Austauschstudenten der Heinrich-Heine-Universität. Dieser Ratgeber soll euch einen ersten Eindruck und Überblick verschaffen und euch außerdem ein paar hilfreiche Hinweise und Tipps zur Verfügung stellen, die euch am Anfang sicherlich weiter bringen werden.

Grüße von den ehemaligen Bewohnern/Austauschstudenten JP und Daniel!
gez. JP, Daniel, April 2008 bis März 2009

Sondern-Tipp vorab: in der Wohnung direkt über euch (ihr: Zimmer 201, über euch: Zimmer 301) leben die anderen ein (oder zwei, je nachdem) Nicht-asiatischen Ausländer, die aus Neuseeland und/oder Kanada kommen. Die haben in ihrer Wohnung auch einen Guide von den vorherigen Studenten liegen, in dem ebenfalls nützliche Dinge stehen. Fragt den/die Jungs/Mädels einfach mal danach. Allerdings kann es gut sein, dass sie deren und unserer Guide sich widersprechen. Der Guide von “Bart” (sollte in der Küche neben diesem Dokument hängen) z. B. hat ein paar Stellen, die sich mit dem der Kanadier/Neuseeländer widersprechen. Da müsst ihr dann halt auf euer eigens Gefühl vertrauen. :-) 頑張ってね!

Vor dem Abflug

Ihr solltet euch vor dem Abflug Medizin gegen Übelkeit, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Durchfall (also irgendwas starkes gegen eine Erkältung und/oder Jet-Lag-Symptome) einpacken in euren Koffer (nicht ins Handgepäck, denn je nach Airline ist das verboten).

Sobald ihr wisst, dass ihr den Austauschplatz bekommen habt, solltet ihr sofort Auslandsbafög (frühestens geht’s erst 6 Monate vor Abflug) beantragen! Hier zählt jeder Monat! Je später ihr nämlich den Eintrag einreicht, desto später erhaltet ihr den Bescheid, desto später bekommt ihr Geld. Ihr müsst auch nicht alle Dokumente auf einmal einreichen, ihr könnt die nach und nach immer wieder nach reichen.

Ihr solltet frühzeitig Geld tauschen gehen, denn je nach Bank kann es zwischen 2, 3 Tagen und 2, 3 Wochen dauern bis die eure Bestellung in Yen umgetauscht haben. Es kommt hier wirklich auf den Betrag und die Bank an, dass kann sehr unterschiedlich sein. Am besten erkundigt ihr euch frühzeitig bei eurer Bank.

Wenn ihr euch was voraus schicken wollte (ist anzuraten, wenn ihr soviel Zeug mitnehmen wollt, dass ihr am Flughafen extra Gebühren für’s Gepäck zahlen müsst; meist ist das ab dem 21 Kilo Gewicht der Fall; Handgepäck geht bis 8kg! Die Angaben sind je nach Airline natürlich verschieden!), dann benutzt diese Adresse:

Saitama-ken Koshigaya-shi Sengendai nishi 1-15-7 domitori-bunkyo 201-go
Japan
oder in Kanji
埼玉県越谷市千間台西1-15-7ドミトリー文教201号
Japan

Allgemeines

• ihr solltet auch euren Guide für die Nachfolger schreiben, wichtig: Datum & Kontaktadresse für Nachfragen nicht vergessen
• Schickt die Teile des fertigen Guides, die man vor dem Abflug wissen sollte, kurz vor der Abreise an die HHU per Mail (z. B. an Frau Fujita oder die Fachschaft, je nachdem wie “heftig” der Inhalt so ist/wird :-) ), so dass er an die Nachfolger direkt gegeben werden kann noch vor ihrem Abflug. Den kompletten Guide solltet ihr in der Küche aufhängen, so dass man ihn schnell findet.

Vorhandene Dinge

• dies sind Dinge, die ihr nicht extra mitbringen braucht, weil sie schon hier sind
• Glässer, Tassen, Besteck, Geschirr, TV, Radio, Wecker, Wasserkocher, Reiskocher, Mikrowelle, Grill, Gasherd, o-hashi
• Stadtplan, Karte von Saitama-ken, Karte von Koshigaya, Zugstrecken/-linienplan
• dt. 3fach Steckdose (mit Schalter)
• mind. 4 Steckeradapter
• ein AC-Spannungswandler (leider keine passende Steckdose da, müsste ein jap. Steckeradapter hier im Supermarkt um die Ecke gekauft werden)
• mehrere jap. Stecker und Steckdosen
• mind. 6 Handtücher, zusätzlicher Futon, 2 Wolldecken
• Tacker, Tesa, Heftzwecken, Kugelschreiber, Bleistifte
• Whiteboard, Boardmarker, Briefpapier, Notizpapier
• Weltkarte, 2x Japankarte

Über die elektrischen Geräte

Die Waschmaschine muss an den Wasserhahn angeschlossen werden, daher werdet ihr einen Schraubenzieher brauchen, der auch vorhanden sein sollte. Falls nicht, solltet ihr evtl. im Koffer (NICHT im Handgepäck) ein Schweizer Taschenmesser mitbringen. @männliche Studenten: damit könnte ihr die Mädels hier beeindrucken, kein Witz!

Geld abheben & Kontoeröffnung/銀行口座を開く (ぎんこうこうざをひらく)

Um ein Konto bei einer Japanischen Bank zu eröffnen müsst ihr euren Namenstempel (hanko) haben. Außerdem das gaikokujintorokusho und die kenkohonkensho (Krankenversicherungskarte). Die vorläufigen Dokumente reichen hier aus. Bereitet euch darauf vor, dass ihr mind. 1000 Yen sofort einzahlen müsst. Außerdem dürft ihr euch höchstwahrscheinlich euren PIN-Code und das Kartendesign selbst aussuchen. Achja, da ihr in Sengendai せんげん台 (bzw. 千間台) wohnt, könnt ihr auch nur in der Bank vor Ort (ist am Bahnhof) ein Konto eröffnen und nicht z. B. in Kita-Koshigaya oder sonstwo. Keine Ahnung warum, war bei uns aber so.

Geld abheben könnt ihr mit eurer deutschen EC-Karte (Sparkasse, etc.) direkt hier im Postamt am Automaten. Ist überhaupt kein Problem. Das kostet so ca. 4 oder 5 Euro Gebühren pro Abhebung, daher solltet ihr möglichst immer etwas mehr abheben und keine Kleckerbeträge (es sei denn ihr seid zufällig お金持ち).

Geld einzahlen auf eurer Bankkonto geht ganz einfach. Geht einfach in eine Filiale der Bank, wo ihr das Konto eröffnet habt, und begebt euch zu einem der Automaten. Dort drückt ihr den Knopf für “Geld einzahlen” (wichtiges Kanji ist: 入) und anschließend(!!!!!) erst steckt ihr eure in den Automaten. Den Rest werdet ihr selbst schnell raus haben, der ist nämlich kinderleicht. Zur Not fragt einen der netten Bank-Angestellten, die helfen gerne (auch wenn einige vor Ausländern Angst haben und erstmal die englisch-sprechenden Kollegen zur Hilfe rufen).

携帯電話/Handy/Mobiltelefon

Wenn ihr ein Handy kaufen wollt, dann braucht ihr den hanko, das Bankkonto, euren Reisepass und das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho). Ein Handy nur mit dem vorläufigen Dokument und dem Bankkonto + Reisepass kaufen geht seit Anfang 2008 nicht mehr, wie wir schmerzlich erfahren mussten. Dass heißt, ihr müsst nach eurer Ankunft mind. 1 Wochen, wahrscheinlich eher sogar 2 Wochen auf euer Handy warten. Wenn es also irgendwie geht, lasst euch von (deutschen) Freunden, die gerade in Japan sind oder kurz vorher waren, ein Handy mitbringen, dass ihr dann einfach weiter benutzen könnt. Oder, wenn ihr bereits japanische Freunde habt, dann fragt sie, ob sie euch nicht auf deren Namen ein Handy besorgen können.

Ihr könnte die Handys am besten direkt bei コジマ, einem Elektronik-Geschäft hinter der Uni keine 5 Minuten zu Fuß, besorgen. Genauso wie den Internetanschluß.

Internet im ドミトリー/domitori

Wenn ihr Internet im Wohnheim haben wollt, und das werdet ihr wollen, dann müsst ihr dazu in einen denki-ya (電気屋) gehen und da danach fragen. Nehmt am besten eure jap. Tutoren mit, die können euch dabei helfen. Die Telefonleitung ist schon da, ihr braucht nur einen Vertrag, der das freischaltet und natürlich ein Sende-/Empfangsgerät (DSL-Modem + WLAN-Router oder so). Das könnt ihr alles auch erst besorgen, wenn ihr das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho)habt (wie beim Handy). So lange müsst ihr mit dem sehr instabilen WLAN, dass hier so frei und ungesichert rumschwirrt, vorlieb nehmen oder ein Internetcafe bzw. die Uni-PCs in der Bibliothek benutzen.

コジマ電気屋 - Kojima-Elektrogeschäft, liegt hinter der Uni, keine 3 Minuten mit dem Fahrrad. Dort helfen einem die sehr netten Mitarbeiter beim Vertragsabschluß um im Domitori Internet zu bekommen. Ihr braucht dafür nur euren hanko (Namensstempel) und das vorläufige gaikokutorokusho. Das jap. Bankkonto wäre wünschenswert, es geht aber wohl auch mit Kreditkarte (haben wir nicht gemacht, weil wir da schon unsere Konten hatten!). Wenn ihr Glück habt bekommt ihr für den Vertragsabschluß auch einen Bonus von 20.000 Yen, für den ihr euch Elektronik-Artikel (z. B. einen SD-Karten für’s Handy, Kopfhörer, WLAN-Router oder mobile Festplatte, leider kein iPod, iPod-Zubehör oder PS3, PSP, NDS (Zubehör ist aber erlaubt) etc.) kaufen könnt.

Strom-, Wasser- und sonstige Rechnungen sowie Miete

Vor der eigentlichen Strom- bzw. Gasrechnung kommt ein お知らせ (also eine Information) mit den ungefähren Verbrauch und Kosten für die erste Woche (Strom) bzw. ersten 14 Tage (Gas). Nach ein paar Tagen kommt dann die eigentliche Rechnung, die meist genau der Vorabinfo entspricht. Ihr müsst diese dann im lokalen Konbini (z. B. 7-11 hier ums Eck) bezahlen.

Die Miete bezahlt ihr im Bunkyo-Service und ihr werdet vermutlich die ersten zwei Monate auf einmal bezahlen müssen, allerdings erst nach den ersten 3 Wochen (ungefähr). Ihr bekommt dann ein Stempelheft, in dem jedesmal vom Bunkyo-Service-Personal abgestempelt wird, wenn ihr die Miete bezahlt. Ihr könnt auch direkt alles im Voraus zahlen, wenn der Kurs gerade gut genug ist und ihr entsprechend Bargeld dabei habt. (Wir haben nicht gefragt ob man mit Karte oder per Konto-Einzug zahlen kann. Das wissen wir also leider nicht.)

DO’s and DON’Ts

• Wenn ihr irgendwo euren Namen eintragen müsst, dann fragt immer nach ob in Katakana oder Romaji oder in beiden! Und wenn ihr in Romaji schreiben sollt, dann benutzt immer GROSSBUCHSTABEN! (Oder fragt zumindest vorher nach, ob Groß-/Kleinschreibung egal ist!) Ist wichtig für die Kontoeröffnung! Ansonsten heißt es, nachdem ihr mühsam drei Seiten ausgefüllt habt, dass ihr das leider nochmal machen dürft.
• Dokumente mit SCHWARZEN Kugelschreiber ausfüllen - alles andere lässt euch wie Idioten aussehen, laut Midori.
• Wenn ihr mit dem hanko etwas abstempelt, dann passt auf, dass ihr nicht abrutscht und den Abdruck verschmiert! Ansonsten heißt es: noch einmal!
• Wenn ihr euch auf Dokumenten verschrieben habt und ihr habt das durchgestrichen und korrigiert, dann stempelt die Stelle einmal mit dem hanko ab. Dann weiß man, dass ihr das beabsichtigt habt. Zur Not den gerade verfügbaren japanischen Ansprechpartner fragen, wie man vorgehen soll.

(Un)Interessante Orte in der Nähe

Sengendai

• Saty (Depato und Supermarkt): hier gibt’s Klamotten, Essen, Getränke, Obst, Gemüse und eigentlich alles, was man für den Haushalt oder die persönliche Hygiene braucht. Auch Glühbirnen, Elektroteile und Schreibwaren, sowie Spielzeug und - natürlich - Mobiltelefone. Positiv: riesige Auswahl, 4 Liter Sake-Flaschen, 4 Liter Whiskey-Flaschen, Sprite; Negativ: abgepacktes frisches Essen (Bento, etc.) ist teurer als im Tobu-Supermarkt am Bahnhof
• Tobu-supermarkt am Bahnhof….

Obukuro

In Obukuro (eine Station vor der Kita-Koshigaya, der Station wo man aussteigt, wenn man zur Uni will) gibt es nichts besonders (außer ihr zählt die unzähligen Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe und offensichtlicher afrikanischer/amerikanischer Abstammung, die hier zu wohnen scheinen, als etwas Besonderes). Laut Guide der Neuseeländer/Kanadier sollen da viele tolle 居酒屋 (izakaya, Kneipen) sein, aber gecheckt habe ich nicht, weil ich Nachmittags da war. Dafür gibt es dort einen größeren 100 Yen Shop (Schienen überqueren, dann findet ihr den schon) und ein paar größere Supermärkte.

Kita-Koshigaya

西口 ==> dort gibt es direkt gegenüber vom Ausgang, neben dem CD/DVD-Laden, in dem mehrstöckigen Gebäude auf der 2. Etage einen großen 100-Yen-Shop ([ザ]ダイソー), dessen Auswahl weitaus größer ist als die des 100-Yen-Shops in Sengendai oder Obukuro.

Ueno, Asakusa, Akihabara

Stundenplan-Erstellung

Als 交換留学生 (こうかんりゅうがくせい) (Austauschstudenten) dürft ihr nicht nur die Kurse der 別科学性 べっかがくせい (”Sonderstudenten”, also Koreaner, Chinesen, und alle anderen von Unis, die kein besonderes Abkommen mit der Bunkyo haben) belegen, sondern auch alle anderen. Das ist natürlich ein riesen Vorteil, und gleichzeitig auch ein Nachteil, denn die meisten Kurse sind, natürlich, auf Japanisch. Daher empfehlen wir zunächst nur Englisch-Kurse (Communicative English, Reading Courses, etc.) zusätzlich zu den japanisch Sprachkursen zu belegen im ersten Semester.

Pro Semester reichen zwischen SWS 22 bis 28 Semesterwochenstunden. Man muss es ja nicht übertreiben. Achja, ihr werdet etwas länger Zeit haben euch zu überlegen, welche Kurse ihr nun belegen wollt und welche nicht. Die べっかせい müssen sich viel früher entscheiden und sie müssen auch noch einen extra Brief / Dokument mit den belegten Kursen einreichen. Bei uns hat es gereicht das als Kopie einfach im Büro bei Midori oder Kurihara-san abzugeben. Wichtig sind Kursname, Kursnummer (sofern vorhanden), Zeit (Stunde/Tag), Dozentenname und ggf. Raumnummer.

Wir mussten übrigens 留学生生活 belegen im 1. Semester, weil hier für alle Austauschstudenten wichtige Informationen verteilt werden, die ihr sonst womöglich nicht bekommen werdet (oder nur durch Zufall erfahrt). Leider. Versucht diesen - abgefuckt - langweiligen Unterricht zu umgehen. Legt euch da andere Kurse hin oder was weiß ich, aber verschwendet eure Zeit nicht dort.

Unterricht

Wenn ihr beim Einstufungstest versagt habt, weil ihr einfach noch vom Flug zu fertig wart (or whatever reason) und ihr versehentlich in der 3-B-Klasse (5-B ist nicht so schlimm, das Niveau ist ok, 2-B keine Ahnung) landet, dann sollte ihr euch das max. eine Woche antun und dann um Versetzung in die 3-A bitten. 3-B ist nämlich für alle HHU-Studis, die den 4. Sprachkurs mit 2,0 oder besser abgeschlossen haben eine Tortur sondergleichen. Die Genfer-Menschenrechtskonvention verbietet schließlich Folter, aber da die hier nicht greift tut euch selbst einen Gefallen und bitte um ein “Level-Up” in den 3-A-Kurs!

Präzision “Folter”: in den 3-B-Kursen macht ihr Stoff, den ihr im 1. und 2. Sprachkurs in Düsseldorf gemacht habt. Das läuft zu Beginn zwar alles unter dem Motto “Die ersten zwei Monate sind zur Wiederholung da.” aber glaubt mir, wenn ihr das Desaster 3-B-Kurs nur eine Woche mitgemacht habt, dann wollt ihr das mit Sicherheit keine vollen zwei Monate durchmachen. Ich wiederhole kurz: es geht nur um die 3er Kurse, nicht um die 2er oder 5er! 5-B ist schon ‘ne Nummer anspruchsvoller, vor allem wenn ihr den bei Kondo-sensei habt. Das Ziel des 5-A-Kurses ist übrigens, dass ihr den JLPT Stufe 1 locker schafft und das ihr die neuere Prüfung “Ryugakusei …” mit sehr guten Punkteergebnis absolvieren könnt. Achja, wer in C-Kursen (oder schlechter) landet: wie zur Hölle habt ihr das Auswahlverfahren in Düsseldorf überhaupt überstanden und warum seid ihr hier? ;-)

Bücher

gute Grammatik-Bücher:

• A Dictionary of Basic Japanese Grammar
• A Dictionary of Intermediate Japanese Grammar
• 日本語文型辞典 (ISBN: 978-4-87424-154-7 C3081 円3300 - くろしお出版)

Fernsehprogramm

Eine Liste der Sender, die ihr empfangt. den rest könnt ihr bei Wikipedia nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Japanisches_Fernsehen.

eine gute seite, die das tv-programm von jetzt und den nächsten tagen enthält: http://www.tvguide.or.jp

Kurztrip nach Hakone und Kamakura

LERNT DEUTSCHES LIEDGUT, weil ihr werdet auf dem Kurztrip am ersten Abend den anderen Studis mind. ein Deutsches Lied vorstellen (=vorsingen) müssen. Wir haben hier “Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst du noch?” und “Dshingis Khan” vorgetragen. Lernt lieber was NEUES! Z. B. “Die Ärzte - Hurra”, oder “Die Ärzte - Manchmal haben Frauen”, “Die Ärzte - Westerland” oder was von Rammstein, Illegal 2001 (z. B. Inselsong oder Dosenbier), Klee, Juli, etc…. - egal was ihr singt, es reicht, wenn ihr die erste Strophe + Refrain vortragt. Und macht es möglichst SPASSIG für die anderen Studis! Das ist das wichtigste! :)

Man kann bei Saty & Co. die leeren Kartons umsonst mitnehmen. Die sind meistens in der Nähe der Kasse gestapelt. Ist ganz gut wenn man zum Ende hin sich seine angesammelten Schätze (Bücher, Andenken, Klamotten, etc) nach Hause schicken will. Achja, per Schiff kosten 30kg an die 14000 Yen, mehr geht nicht! Weniger Gewicht kostet mehr: bsp: zwei 15kg Pakete kosten 20000 Yen und mehr. Es ist also günstiger ein großes Paket zu verschicken als mehrere kleinere.

Sayonara Japan

Geschrieben am 20. März 2009 in Japan, Nightlife, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

(Boah, bin derbe betrunken… hahaha :-), also den Eintrag nicht zu ernst nehmen)

Sonntag, den 22. März, geht mein Flieger zurück nach Deutschland und irgendwie will ich gar nicht wirklich zurück, gleichzeitig aber doch. Meine Freunde und Familie fehlen mir, aber meine Freundin wird mir auch fehlen. Ahhh, alles nicht so einfach. :-(

Aber mal davon ab, ich denke, dies wird mein letzter Beitrag aus Japan für eine lange Zeit (mind. 1 Jahr).

Eigentlich wollte ja noch was zu den ganzen Abschiedsfeiern und so, die fast alle im Februar stattfanden, sagen, aber irgendwie fehlte mir die Motivation dazu. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass es einfach ganz nett war nochmal mit vielen der Freunden und Bekannten, welche man so im Verlauf des einen Jahres kennengelernt hat, zusammen zu kommen. Und natürlich mussten wir Austauschstudis beim letzten offiziellen Abschiedstrinken Mitte/Ende Februar nochmal eine kurze Rede halten und so berichten wie es uns in Japan gefallen hat. Natürlich sehr gut. :-)

So, nun nochmal kurz zu meinem koreanischen Mitbewohner: eigentlich bin ich ja hervorragend mit ihm ausgekommen in dem halben Jahr, das wir zusammen gewohnt haben, aber eine “kleine” Sache stört mich doch: nachdem er Mitte Februar abgehauen ist, tauchten noch diverse Gas-/Wasser-/Stromrechnungen auf (auch welche von Januar, wo er noch da war!), für die er mir gerade mal 5000 Yen dagelassen hatte. Das hat natürlich hinten und vorne nicht gereicht (allein für Gas haben wir zusammen im Monat schon knapp 8000 Yen bezahlt). Kurz: uncool. Genauso uncool war, wie dreckig er gelebt hat in seinem Bereich, aber auch in der Küche und Bad, wobei ich die immer mal wieder gesäubert habe. Aber sein Zimmer, nachdem er abgehauen ist, war wirklich eine reine Müllhalde. Uncool².

Davon abgesehen, war es wirklich ein sehr geiler Mitbewohner. Und hier mal zur Info an die künftigen Studis an der Bunkyo: ich habe das mit dem Geld im Büro gesagt (natürlich mit Beweisen, also die ganzen Rechnungen mitgebracht und auf den Tisch gelegt) und die haben mir ohne viel zu Zögern direkt das fehlende Geld gegeben. Sehr geil. Und apropos Büro: was in Deutschland undenkbar ist, ist hier möglich: ich muss nur die Miete bis zu meinem Auszug zahlen, d. h. ich musste nur die Miete bis zum 22. März bezahlen, also nicht den vollen Preis. Und auch nur den Teil bis zum 22., der sich von meinem Anteil (also 50% der Gesamtmiete von 61000 Yen: 30500 Yen) berechnet (bis zum 22. also 22000 Yen)! Sehr geil, oder?

Während der Zeit vom 18. Februar bis zum 15. März habe ich meistens rumgechillt oder mit meiner Freundin verbracht. Zwischendurch waren wir in Nikko im Onsen sowie in der näheren Umgebung in mehreren Onsen und ich habe es wirklich lieben gelernt, auch wenn ich gerade mal nur eine Stunde in der Hitze aushalten (meine Freundin könnte immer für 2 oder 3 Stunden, meint sie). Zwischendurch waren wir auch in der Chiba-Präfektur, ganze 20 Minuten mit dem Auto entfernt, und sind bei KikumanKikkoman (weltweit größter Hersteller und Expoteur für Soja-Soße und -Produkte) auf einer Werksführung dabei gewesen. Das geile dabei ist, dass die Führung komplett kostenlos ist und man sogar eine kleine Flasche Soja-Soße am Ende geschenkt bekommt. :-)

Am 16. März war dann noch Abschlußfeier (卒業式) der normalen japanischen Studenten und ich habe die Gunst der Stunde genutzt um möglichst viele Erinnerungsfotos zu schießen. Außerdem habe ich noch mit dem 学長 (Schul/Uni-Präsident; Amerikaner, der seit Ewigkeiten in Japan lebt) ein kleines Gespräch geführt und ein Foto gemacht. Der Gute hört leider Ende März auf und geht in Rente und dafür habe ich ihm erstmal alles Gute gewünscht. Warum war ich überhaupt beim oberstern Big-Boss der Uni? Nunja, ich habe wie ein Bekloppter ungefähr 30 Minuten die Uni nach meinem Englisch-Dozenten Mr. Graham abgesucht um mich bei ihm zu verabschieden. Leider konnte ich ihn nicht finden, also kam mir irgendwann die Idee mal den Big-Boss zu fragen. Der wußte sogar, wo die entsprechende Info stand :-) Daraufhin konnte ich meinen Lieblingsdozenten hier auch auffindig machen und mich bei ihm verabschieden. Zuvor haben wir uns aber noch ungefähr eine Stunde über Japan, japanische Studis und Unis und deren Englisch-(Un)Fähigkeiten unterhalten und ausgetauscht. War sehr lustig. Zwischendurch lief mir noch Nohara-sensei über den Weg, also habe ich mich bei ihm auch direkt persönlich verabschiedet: sehr netter älterer Deutsch-Dozent, hat mir sogar ein Abschiedsgeschenk mitgegeben (Essstäbchen und noch was anderes, weiß nicht was, hab das Tütchen noch nicht geöffnet).

So, die Tage danach bis heute habe ich mit meiner Freundin verbracht und das letzte bisschen Omiyage-Shopping (Andenken-Shopping) gemacht. Und heute kamen nochmal Simon und JP vorbei und wir haben ordentlich Einen gehoben. Tatsache: wir haben so viel gesoffen (vor allem ge”meyert”!), dass wir gegen 2 Uhr Nachts nach McD gegangen sind und auf dem Hinweg sowie auf dem Rückweg nur Mist gebaut haben. Fotos werden nachgereicht, weil muss und weil war zu geil. *lol* :-) Ich habe jetzt zumindest einen roten Autobahn-Pümpel sowie eine “Manga-Kissa-ten”-Flagge in meinem 和室 (japanischen Zimmer) liegen. Haha.

Heute wird nochmal der Tag mit meiner Freundin verbracht und morgen geht dann der Flieger zurück nach Deutschland. Ich denke, ich werde nochmal ein paar Infos nachliefern, wenn ich wieder in Deutschland bin, aber soweit soll es das erstmal gewesen sein. Macht’s gut und haltet die Ohren steif. Ciao & Sayonara.

PS: Ich bin immer noch sternhagel voll. Danke Simon! *haha*

Dank dir! (Update)

Geschrieben am 17. Februar 2009 in Japan, 日記, 暇な時 von Daniel || 1 Kommentar

Danke Nasennebenhöllenentzündung!

Aktualisiert am Mittwoch, 18. Februar 2009 (siehe unten)

Dank dir fällt die für heute geplante, gebuchte und schon bezahlte (130.000 Yen) Okinawa-Reise aus.

Dank dir musste ich als Gastgeber meine Gäste bei der letzten Abschiedsparty sich selbst überlassen und im Bett mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, verstopfter Nase & starken Halsschmerzen verbringen. Das hatte nicht nur eine sehr grausame, von halbstündigen schmerzerfüllten Wachphasen unterbrochen Nacht zur Folge! Nein! Ich konnte auch die von allen zusammen selbst zubereiteten Köstlichkeiten (takoyaki, buta-gimchi, yakiudon, etc) nicht gurmieren.

Dank dir durfte ich es gestern (Montag, 16. Februar 2009) erleben, wie es bei einem HNO-Arzt in Japan zugeht. Und hier möge der interessierte Leser bitte aufmerksam weiter lesen.

Dank dir habe ich am eigen Leib erfahren dürfen wie sich bei lebendigen Leib mumifzierte Gefangene im alten Ägypten gefühlt haben müssen. Ich denke, es ist auch vergleichbar mit einem Schwertschlucker, der sein Werkzeug durch die Nase einatmet.

Dank dir durfte ich erfahren, wie es sich anfühlt mit einem Staubsauger die Nase frei gesaugt zu bekommen. Irgendwie ekelhaft währenddessen, aber befreiend danach - also ziemlich genau anti-proportional zu Alkohol und Drogen. Erst scheiße und danach geil fühlen hat was. Ich glaube, ich lasse das ab jetzt regelmäßig machen.

Dank dir durfte ich die Unfähigkeit einer japanischen Arzthelferin ertragen, die erst im vierten Anlauf (und im rechten Arm, statt wie die drei Versuche vorher im Linken) eine Ader fand an der sie die Nadel, an welcher die Antibiotika-Nährmittellösung hing, ohne starke Schmerzen zu verursachen anbringen konnte. Und mit “sie” meine ich den Chefarzt, denn der konnte das Elend auch nicht länger mit ansehen. (Habe heute noch blaue Flecken deswegen!) Die Infusion tat ihre Wirkung aber prächtig: keine zwei Stunden später konnte ich wieder ohne Schmerzen atmen und vier Stunden später waren sogar die Halsschmerzen so gut wie weg. Der ganze Spaß hat mich nur knapp 5500Yen gekostet: 4000 Untersuchung, Nasenstaubsauger & Infusion, der Rest für die Medikamente. Und mit ein bisschen Glück kriege ich die Moneten wieder: Jasso sei dank!

Dank dir werden mir die Todes- und Schmerzensschreie sowie das Schluchzen und Trauern der ganzen (Klein)Kinder, welchen auf dieselbe Art das Gehirn rausgesaugt wurde, noch in Jahren in den Ohren nach klingen.

Dank dir durfte ich diese Torturdiesen Spaß heute nochmals über mich ergehen lassen. Was für eine Freude. Und morgen ein letztes Mal, so das Versprechen des Arztes. Heute hat mich das noch mal schlappe 5500 Yen gekostet: Nasensaugen & Infusion: 1500 Yen + offizielles Krankschreiben für die Reiseagentur, damit wir unser Geld möglichst (oder zumindest in Teilen) zurückbekommen: 4000 Yen

Fazit: man darf in Japan ruhig krank werden. Spass macht es aber nur, wenn man eine japanische Freundin (oder Freund) hat, die einen begleitet & gut Englisch kann um als Dolmetscher dem Doc auf Japanisch zu erklären woran der Patient leidet sowie hilft, die ganzen vor fachchinesischen Zeichen wimmelnden Fragebögen auszufüllen (die manchmal nicht mal Japaner verstehen) und die sich überhaupt rührend um einen sorgt und kümmert. Der Punkt entfällt natürlich, wenn man perfekt Japanisch kann und keine Freundin/Freund hat.

Und deswegen werden meine Freundin, vormals weibliche Begleitung, und ich den Rest unseres Urlaubs mit DVDs, Video-Spielen und viel Ruhe und Gelassenheit hier bei mir im Wohnheim verbringen. Donnerstag/Freitag wird es zur Abwechslung einen kurzen Trip in den Norden in eines der vielen 鬼怒川温泉 (きぬがわおんせん Kinugawaonsen) geben. Bis dahin aber wird sich erholt, relaxt und gechillt.

Disclaimer: Ich war in Deutschland schon seit gut 15 - 20 Jahren nicht mehr beim HNO, daher habe ich nicht wirklich Ahnung, ob es da nicht heutzutage genauso zugeht.

PS: Heute morgen meinen koreanischen Mitbewohner Han zum Bahnhof gebracht. Er flog heute zurück nach Korea. Und ich hatte ihn vorher ja so oft gelobt, aber ich muss doch noch mal ein paar schlechte Seiten aufzählen. Aber dazu mehr im nächsten Blog-Eintrag, wenn ich mich wieder besser fühle. Also nächste Woche oder nie. ;-) Same goes for bondegi!

Update Mittwoch, 18. Februar 2009

So, heute um 11 Uhr war ich also zum dritten Mal beim HNO. Mittlerweile kannte ich ja auch das Prozedere, also setzte mich meine Freundin einfach nur ab und fuhr dann nach Hause um ein paar Vorbereitungen für unseren 1-Tages-Onsen-Trip (siehe oben) zu besorgen.

Also HNO-Mitgliedskarte abgegeben (jeder Arzt scheint hier sein eigenes Süppchen zu kochen, sowas wie eine DAK-Karte, die bei jedem Arzt verwendet werden kann gibt’s scheinbar nicht) und dann im Wartezimmer, welches mit Kindern und Müttern sowie alten Menschen überschaubar bestückt war. Ergo, kam ich auch relativ flott dran, was sich als sehr nützlich herausstellte, denn wir hatten ja um 13 Uhr eine Reservierung im 久兵衛野 (kyubeiya, Restaurant-Name) für しゃぶしゃぶ 放題 (shabu-shabu houdai (einmal zahlen, essen so viel wie man möchte)) und ソフトドリンク放題 (softdrink houdai).

Die Krankenschwester, welche schon beim ersten Besuch gnadenlos gescheitert ist meine Ader zu treffen, schaffte es auch dieses Mal wieder mir Schmerzen zuzufügen. Und auch dieses Mal musste der Chefarzt wieder selbst machen. Da ich heute aber wieder klar denken und auch einigermaßen sprechen konnte, diese Infusionen wirken wahre Wunder, konnten wir uns zumindest gut verständigen, wenn auch wahrscheinlich im gehobenen kindgerechten Ärzte-Japanisch. Er fragte mich dann auch, ob es mir wieder gut geht 「気持ちいいですよね?」「はい、お陰様で、よく治れました。どうもありがとうございました。」und entschließ mich dann. Erst wollten die noch, dass ich Freitag nochmal komme, aber jetzt mal halblang, genug ist genug. Da habe ich dann erstmal freundlich, aber bestimmt einen Riegel vorgeschoben.

Dieses Mal hat mich der Spaß nur schlappe 1300 Yen gekostet. Aber mal zur Info, dass sind die 30% Selbstbeteiligung, die anderen 70% zahlt meine japanische Krankenversicherung. Das gilt auch für die ganzen anderen Untersuchungen und Medikamente. Übrigens: Praxisgebühr gibt’s hier net! Aber bei Medikamenten muss man halt auch, wie in Deutschland, zuzahlen.

So, danach holte mich meine Freundin nach kurzer Nachricht auch ab, ihr Haus ist nur 5 Minuten mit Auto entfernt, und es ging zum Restaurant. War ganz nett, doch. Danach fuhren wir noch zu ihr, weil ich mal ihr Haus und wie sie lebt sehen wollte. Weil sie aber nicht aufgeräumt hatte, einigten wir uns darauf, dass ich erstmal einen Spaziergang im Park, ca. 1 Minute zu Fuß vom Haus entfernt, mache und sie währenddessen den Laden auf Vordermann bringt.

Der Park war ganz nett, in der Mitte ein großer Teich sowie an einem Ende eine kleine Aussichtsplattform und überall Schilder ala “Bitte nehmen Sie Ihre Hundekacke wieder mit!”, “Bitte nicht den Rasen betreten!”, “Bitte nicht Ihre Haustiere hier wegwerfen!” und “Angeln verboten“. Alle 10 Meter. Und ratet mal wie viele Angler ich gesehen habe. Genau: mehr als 0. Es waren so um die 5 oder 6 (im verlinkten Bild oben im Hintergrund zu sehen). Haha. Soviel also dazu.

Danach (ca. 30 Minuten später) habe bin ich dann zu meiner Freundin und sie hat mir ihre, von Innen doch recht große, von außen aber sehr klein wirkende Wohnung gezeigt. War sehr, sehr informativ, kann ich aber leider gerade nicht besser beschreiben, weil ich keine Zeit habe. :-)

Zum Abschluß des Tages waren wir dann noch eben im Saty, ein paar frische Sachen für’s Abendessen (Pasta) gekauft, uns im Eisladen eine Kugel Eis gegönnt und dann zurück nach Hause. Da habe ich gerade den Kühlschrank und das Eisfach auf Vordermann gebracht und jede Menge unnützes oder schon vergammeltes Zeug entsorgt. Das meiste von meinem ehemaligen Mitbewohner. Bah, 気持ち悪い.

Und jetzt werden wir den Abend beenden mit ein paar Filmen und lecker Essen. Aber erstmal muss ich dafür das Notebook zur Seite stellen und die an meinen Füßen liegende schlafende Schönheit aufwecken. Dornröschen anyone? ;-)

Scheiß Halsschmerzen

Geschrieben am 15. Februar 2009 in Japan, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

scheiß Husten, scheiß verstopfte Nase, scheiß Erkältung!

Eigentlich sollte die Überschrift 日本語能力試験二級:合格 (JLPT Level 2: bestanden) heißen.

Aber diese Scheiß Erkältung, die ich mir wohl die letzten Tage bei einer der Abschiedsparties von irgendwem (ich habe da auch schon einen Verdacht) eingefangen habe, kotzt mich tierisch an.

Nicht nur, dass ich bei meiner eigenen Abschiedsparty heute Abend nichts alkoholisches trinken werde können. Nein! In zwei Tagen fliegen meine weibliche Begleitung und ich für vier Tage nach Okinawa, um eigentlich unseren Urlaub zu genießen. Mit dem dicken Hals und einer verstopften Nase wird das wohl aber nichts mit dem Wasserspielen im Meer: Tauchen, einsame Insel zu zweit, Grottenerkundung, etc. - halt all die Dinge, die man auf einer “Südseeinsel” so machen möchte.

Verdammt. Ich könnt kotzen … wenn man Hals nicht so sau weh tun würde.

PS: Guckt mal bei Google-Bildersuche, Flickr oder Wikipedia oder so nach: bondegi - Darüber werde ich im nächsten Blog-Eintrag mal was schreiben.

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