Wo ich gerade beim Fluchen bin!

Geschrieben am 15. Februar 2009 in Hintergrund, doitsu, ニュース, 大学 von Daniel || Keine Kommentare

Fuck you, Bachelor! Fuck you!

Schafft endlich diese sowas von unnötige Anwesenheitspflicht bei Seminaren und Vorlesungen ab!

PORNO UND GEWALT!

Geschrieben am 26. Januar 2009 in Japan, Veranstaltung, Vorurteile, doitsu, ニュース, 大学 von admin || Keine Kommentare

Dem dpa-Artikelschreibhanselerling Lars Nicolaysen würde ich gerade gerne derbst eins auf die Fresse geben gratulieren für zu diesenm nicht sonderlich guten hervorragenden Artikel, den SpOn veröffentlicht hat: PORNO UND GEWALT - Japan plant Handy-Verbot an Schulen! (Wer Ironie oder Sarkasmus findet, darf entsprechendes behalten!)

Seriously, WTF, dude?!

“Jeder Sechste der 16-Jährigen gab zudem an, täglich mehr als 50 SMS zu verschicken.” (Hervorhebung von mir!) In Japan werden keine SMS verschickt, sondern Emails! Die Japaner haben es hier weitaus besser als wir rückständigen Deutschen/Europäer. Mal davon ab, dass diese Mails von Mobiltelefon zu Mobiltelefon oder Mobiltelefon zu Rechner schweinebillig sind (je nach Tarif sogar kostenlos)! Warum wird hier dem Nicht-Japan-Kenner eingeredet, dass man in Japan SMS benutzt?! SMS sind sowas von 1990er und außerdem maßlos überteuert! Es wird Zeit, dass sich da endlich mal was ändert im deutschen/europäischen Mobilfunk!

“Eine andere Studie der Präfektur Osaka ergab, dass unter den 13-Jährigen jeder Sechste mehr als drei Stunden am Tag das Handy benutzt. Unter den 16-Jährigen tut das jeder Dritte.” Tut tut tut, wozu ist die Hupe gut?

“Mit Handys lassen sich Busse, Bahnen und selbst Taxis bezahlen, kostenlos Fernsehen schauen, Urlaubsreisen buchen, Manga-Comics und ganze Romane lesen.” Durchaus richtig, aber direkt der nächste Satz *grrrr*

“Zu den mobilen Angeboten gehören jedoch auch Pornos, Internet-Seiten, auf denen sich Selbstmörder zum Gruppensuizid verabreden und “deai-saito” - Seiten, über die Erwachsene oft an Sexkontakte mit Schülerinnen gelangen.”

W-T-F?!

Bei diesem Satz ist mir die Galle dann doch übergelaufen. Soviel Müll in einem Satz… wenn ich den Nicolaysen treffen würde, würde ich ihn fragen wie groß er ist und dann auf seine Antwort erwidern “Ich wußte gar nicht, dass man *piep* so hoch stapeln kann!?”! Was soll diese einseitige Negativ-Bild?! Was will mir der Autor damit sagen und vor allem was für ein Japan-Bild will er hier dem durchschnittlichen Bild-Leser, der gerade mal Castrop-Rauxel von Bottrop-Kirchhellen unterscheiden kann (wahrscheinlich ist selbst das schon zu hoch gegriffen für diese Klientel) vermitteln?!
*seufz* Jaja, was es nicht alles Schlimmes auf dieser Welt gibt…

“Andere wie Professor Shigeki Ito von der Universität Komazawa bezweifeln ohnehin, dass ein Verbot an Schulen groß etwas bringt. Schließlich benutzten die Kinder ihre Handys nach dem Unterricht sowieso weiter.” Naja, zumindest bringt er beide Seiten der Argumentation, also pro und contra Mobiltelefon-Verbot in Schulen. Und es ist ja auch überhaupt schön, dass sich mal jemand die Mühe macht und es den Nicht-Japanologen in Deutschland ermöglicht einen kleinen Einblick in die いじめる (quälen; ärgern; mobben; misshandeln; belästigen; drangsalieren; übel mitspielen) Problematik in japanischen Schulen zu geben.

Also, warum habe ich mich nochmal aufgeregt?!

PS: Hab’ gerade mein レポート (report) im Fach “Deutsche Jugend- und Kinderliteratur” bei Nohara-sensei fertiggestellt: Thema “Michael Ende ミヒャエル・エンデ”, Untertitel “Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer「ジム・ボタンの機関車大旅行」”. 9 Seiten voll mit, an deutschen akademischen Standards gemessenen, unterirdischen Beschreibungen und Meinungen - keine Analyse oder Vorgehensweise notwendig, die Meinung zum Werk war gefragt. Ja, liebe Freunde der guten Nachtmusik, so kriegt man an japanischen Unis seine CP hinterhergeworfen. Man rotzt ein 2000 Kanji umfassendes Skript hin, dass nichts anderes enthält als eine Zusammenfassung der entsprechenden Wikipedia-Artikel und die eigene, (im wissenschaftlichen Kontext eigentlich) völlig belanglose Meinung zum Werk des Autors. Haha. Gott, ist das traurig.

話せたらカッコイイと思う外国語, Here is Japan, Hörverstehen und anderes

Geschrieben am 11. Dezember 2008 in Hintergrund, Japan, Vorurteile, ニュース, 写真, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Heute mal ein paar Dinge, die ich in den letzten Tage im Netz gefunden habe.

Schnellzugriffsliste

話せたらカッコイイと思う外国語 - Coole Fremdsprachen
Here Is Japan - Videos
FuckedGaijin
Smilies
Online-Kurse, Lese- & Hörverstehen
Jesus war Shintoist!

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

話せたらカッコイイと思う外国語

Einer Umfrage über den Coolheitsgrad von Fremdsprachen in Japan von iShare nach ist Englisch ganz weit vorne. Logisch, aber überraschenderweise macht sich Deutsch auch nicht so schlecht.

1. Englisch - 64.8%
2. Französisch - 13.0%
3. Italienisch - 5.1%
4. Deutsch - 5.1%
5. Spanisch - 2.0%
6. Latein - 2.0% (seriously: WTF, Latein???)
7. Arabisch - 1.4%
8. Chinesisch - 1.4%
9. Koreanisch - 1.0%
10. Thailändisch - 1.0%
11. Russisch - 1.0%
12. Portugiesisch - 0.7%
13. Andere - 1.4%

coole Fremdsprachen

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Here is Japan & Tokyo Punch!

Ich bin ja normalerweise kein Freund von Amerika sowie dümmlichen und auf mich oft einfach nur hocharrogant-wirkenden Amerikanern, aber hier mache ich gerne mal eine Ausnahme, denn was Tokyo Cooney an Videos in seinem Youtube-Account angesammelt hat, ist wirklich sehenswert. Er nimmt mir die Arbeit ab selbst Videos über Japan drehen zu müssen, um meinen Bekannten und Verwandten so zu zeigen wie das hier im Land der aufgehenden Sonne so ist.

Ich empfehle für den Anfang seine Videos über sein Life in Japan. Hier mal als Appetithäppchen die Folgen 1 und 2 (über die diversen Getränke- und sonstigen Automaten in Japan) sowie 6 (über Geldautomaten und Ueno).
YouTube Preview Image
YouTube Preview Image
YouTube Preview Image

Zusammen mit Frederic, einem Franzosen, ist er übrigens mit Verantwortlich für die animierte Comedy-Serie Tokyo Punch!. Hier die Folge Roller Coaster Sushi:

YouTube Preview Image

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

FuckedGaijin

Durch die Artikel oben bin ich übrigens auf eine andere Seite gestoßen, die ich vor Urzeiten mal ausgegraben, aber dann wieder vergessen hatte. Shame on me. Here it is: www.fuckedgaijin.com - Empfehlenswert, besonders das Forum.

Der aktuell interessanteste Artikel auf der Startseite hat die verheißungsvolle Überschrift Working In Japan Makes You Sick. Grundlage ist der Telegraph Artikel Japan is least healthy place in the world to work, welcher mir durchaus zu denken gibt.

As many as three in five Japanese workers complain that they have become ill or unhealthy as a result of workplace grievances.
[...]
Overworking has emerged as an acute problem in modern day Japan, which even has a word - karoshi - for death from overworking. Japan also has a high rate of work-related fatalities.

Ich glaube, ich hätte doch besser Ihrer Majestäts Englisch und Hindi studieren sollen, wie?

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Smilies

Habe im Kruta Blog neulich eine kleine Liste von alltäglichen Smilies, die JapanerInnen so benutzen, gefunden. Ich gebe die mal einfach unkommentiert per Copy&Paste wieder:

($_$): Gierig
(^_^): Lachen
(*_*): Verliebt
(^_-): Frech zwinkern
(=_=): Schlafen
(@_@): Verwirrt
{{(>_< )}}: Vor Wut schütteln
(-_-)zzz: Gute Nacht!
W(`O`)W: Laut brüllen
( ._.): Suchend um sich schauen
|(-_-)|: Nicht zuhören
(’;'): Baby
m(_ _)m: Entschuldigung und sich verbeugen
p(^^)q: Glück wünschen (Plakat hochhalten)
(-,@): Zwinkern und Zunge zeigen
(*^_^*): Erröten und schüchtern lächeln
(>_< ): Autsch!
(?_?): Überrascht sein
< <(-_-)>>: Ohren zuhalten
(-,@): Zwinkern und Zunge zeigen

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Online-Kurse, Lese- & Hörverstehen

Nachtrag zu Vokabeln üben ・単語を練習する: 39 Free Japanese Courses You Should Sign Up For Right Now. Hinweis: keine Ahnung, ob die Angebote gut sind oder total BS, ich habe keines davon ausprobiert.

Dann wäre da noch die Seite nihongoresources.com - more than just a dictionary site, welche auf mich einen sehr brauchbaren Eindruck macht.

Wer japanischen Lesestoff benötigt und Grußelgeschichten für zwischendurch mag, der sollte sich ほぼ日刊イトイ新聞 - 「ほぼ日の怪談」 ansehen.

Zum Hörverstehen bietet sich für alle diejenigen, die nicht in Japan verweilen, an, sich Radio oder TV-Nachrichten im Internet anzuhören respektive anzusehen. Gute Quellen sind zum Beispiel die Radio-Nachrichten von NHK (staatliches Japanisches TV, denkt ARD) oder einer lokalen (hier in Koshigaya/Saitama) Radiostation, wobei ich gerade nicht ganz durchblicke, ob die nur Podcasts im Angebot haben (sieht so aus) oder auch einen Live-Stream (kann ich leider nicht finden).

Für alle die gerade neu in Japan sind oder demnächst nach Japan kommen und noch nie vorher hier waren und auch noch die Sprache lernen möchten, empfehle ich dringend: Schafft euch ein Radio an und stellt euch einen Sender ein, der nicht nur Werbung und/oder Musik spielt, am besten einen lokalen Sender. Warum Radio und nicht TV? 1. Ist japanisches TV grottig, wirklich grottig (ok, das ist meine bescheidene Meinung, aber ich habe recht!). Und 2. TV ist nicht auf Hörverstehen ausgelegt, da wird (besonders hier in Japan) sehr viel Wert auf Visuelles gelegt. Das ist im Radio anders, welches ja gerade auf Hörverstehen angewiesen ist und damit arbeiten muss. 3. Während man Radio hört kann man alles mögliche machen (Internet surfen, Mails schreiben, Wäsche zum Trocknen aufhängen, Essen vorbereiten, …). Mit TV auf der anderen Seite ist man so gut wie immer gezwungen sich des öfteren zum TV-Gerät zu drehen um zu sehen, was für bekloppte und selten dämliche (=gefährliche) Dinge die Japaner jetzt wieder anstellen.

Aber wenn ihr mir nicht glaubt, dann macht einfach mal den Test: eine Woche lang nur TV und eine Woche lang nur Radio. Believe me, with radio you will most definitely not go insane within the first two days.

Außerdem im Angebot: eine der vielen japanischen Video- oder Podcast-Portale wie z. B. www.podcastjuice.jp (Podcast), www.gyao.jp, www.woopie.jp oder www.fooooo.com (alle drei Video).

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Jesus war Shintoist!

Ok, ich übertreibe, aber ableiten könnte man dies durchaus aus Jesus heiratete Japanerin und wurde 106 Jahre alt, wenn man die folgende Meldung für bare Münze nimmt und dieser Quelle trauen darf: Dorf in Japan hütet Grab Jesu. Spezialität des Ortes: “Reiswein, mit dem passenden Namen ‘Christus-Dorf’” (Krone.at). Ich zitiere mal nur den Einleitungstext von Krone.at, dass reicht eigentlich schon um sich ein Bild zu machen:

Über der verschneiten Dorfstraße prangt ein blau-weißes Hinweis-Schild: “Zum Grab von Christus”. Doch nein, das hier ist nicht der Nahe Osten, sondern der Ferne. Genauer gesagt Shingo, ein kleines von Reisfeldern, idyllischen Bergwäldern und Apfelbäumen umgebenes 3.000-Seelen-Dorf im hohen Norden Japans. Der sieben Autostunden von Tokio entfernte Ort lockt den Besucher nicht nur mit Delikatessen wie Knoblauch-Eis, sondern auch mit einer erstaunlichen Legende: Demnach ist Jesus Christus nicht etwa auf dem Hügel Golgata gestorben, sondern hier, im 10.000 Kilometer entfernten Japan.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Das soll’s erstmal gewesen sein, hoffentlich ist die eine oder andere nützliche Info für den einen oder anderen dabei. Und falls wer einen interessanten Link-Tipp hat: immer her damit (besonders wenn es sich um japanische Podcasts/Live-Streams handelt!). :-)

JLPT 2008 - JLPT 2009 - JLPT 2010

Geschrieben am 8. Dezember 2008 in Hintergrund, Japan, ニュース, 大学 von Daniel || Keine Kommentare

Gestern war er also, der große Tag: Ich habe mich am 日本語能力試験・二級 (JLPT Level 2) versucht. Die Ergebnisse gibt es Mitte Februar.

Der Test fand übrigens nicht an meiner Austauschuni statt, sondern in der etwas weiter entfernten, aber immer noch gut erreichbaren Dokkyo Universität. Habe gerade gesehen, die haben ja ein Austauschabkommen mit der Uni Münster - fascinating. Die haben einen echt netten, großen Campus und überhaupt sah es da ganz gemütlich aus und nicht so altbacken, heruntergekommen und kalt wie hier an der Bunkyo.

Der ganze Ablauf war minutiös geplant und wurde bis auf die 100stel Sekunde genau abgestimmt. In meinem mir zugewiesenen Raum mit zugewiesenem Sitzplatz waren 2 MIB (Milchbubis in Black) für die Durchführung und Belehrung der Testteilnehmer zuständig. Beide, was sehr offensichtlich war, selbst noch sehr junge Studenten, die wohl von ihren Sempais für den langweiligen Job eingespannt worden waren. Sie haben vor jedem Test - der Test besteht aus 3 Teilen: Kanji/Vokabular, Hörverstehen und Leseverstehen/Grammatik - aus ihren kleinen DINA4 Handbüchern die Instruktionen schön artig vorgelesen und mit gelben und roten Karten angezeigt, was man während des Tests alles nicht tun darf (und wer es dennoch tut, der fliegt raus): essen, pinkeln gehen, telefonieren, abgucken, schummeln, andere Testteilnehmer ablenken, sich einen runterholen, uswusf. Und ja, sie haben auch jedesmal gecheckt ob man der, der man zu sein vorgibt, auch wirklich ist (anhand von Fotos, die man bei der Anmeldung mit einschicken musste). Ganz nach Vorschrift.

Was aber anscheinend nicht in ihrem kleinen Regelwerk stand war, wie man mit schlafenden Testteilnehmern umzugehen hat. Folgendes hat sich so wirklich zugetragen: Der Typ neben mir, in etwa genauso alt wie die zwei MIB, hatte entweder die Nacht vor dem Test durchgemacht mit einer hammerharten Lernsession, oder aber er war sich seiner so sicher, dass er durchgezecht hat mit seinen Freunden. Jedenfalls war das erste, was er machte, nachdem er sich neben mich setzte, seine Arme auf den Tisch zu legen und seinen Kopf auf selbige: Augen zu und ab dafür. Der MIB, der die Antwortbögen und Testaufgaben verteilte, musste ihn freundlich, aber bestimmt aufwecken um ihm seine Unterlagen zu geben. So weit, so gut. Den ersten Testteil (Kanji/Vokabular) hat der Junge dann auch gut durchgehalten und ist direkt, nach dem dieser zu Ende war, wieder eingenickt.

Als der zweite Test (Hörverstehen) began hat der MIB, der ihn vorher noch so mutig geweckt hatte, leider nur etwas ratlos neben dem schlafenden Bub gestanden, während die Prüfungs-CD schon die beiden Beispielaufgaben abgespielt hatte. Und als der Dornröschen-Prinz nach der ersten echten Aufgabe immer noch vor sich hin schlummerte habe ich ihm mal ordentlich auf’s Maul gegebenihn mal kurz angestubst, so dass er wieder wach war. Er hat dann auch bis zum Ende des Hörverstehens durchgehalten.

Leider, leider, leider ist er dann beim letzten Testteil (Leseverstehen/Grammatik) nach 5 Minuten komplett eingepennt, und zwar so richtig. So langweilig waren die Prüfungstexte jetzt auch wieder nicht. Von schnarchenden Testteilnehmern stand ja nun leider nichts im kleinen Regelbüchlein der MIBs und deswegen haben sie, wie alle anderen, den schlafenden Schnarchsack einfach ignoriert. 10 Minuten vor Ende des Tests wachte er dann wieder auf, guckte kurz auf seine Uhr um zu merken, dass er keine Zeit mehr hat und füllte per Zufallsprinzip seinen Antwortbogen aus (das geht, weil die Tests alle nach dem Multiple-Choice-Prinzip aufgebaut sind).

Das war schon ein echtes Highlight. Ich würde zugern das Ergebnis von ihm wissen, denn wenn er bestanden haben sollte und ich nicht, dann mache ich das nächstes Jahr bei Level 1 genauso: einfach alles per Zufall ausfüllen in den ersten 5 Minuten und dann den Rest des Tests schön ruhig ratzen.

Und apropos nächstes Jahr und Level 1: wie ich gerade auf Japan Probe, übrigens eine sehr empfehlenswerte Seite, lesen durfte, wird der JLPT ab dem Jahr 2010 aus 5 statt bisher 4 Schwierigkeitsstufen bestehen und zweimal jährlich, statt wie bisher einmal pro Jahr, abgehalten werden. Bei Wikipedia kann man das ebenfalls nachlesen. 2009 ist demnach das letzte Jahr in dem der Test in seiner jetzigen Form abgehalten wird.

Dann kann ich mich ja jetzt schonmal drauf einrichten, was ich 2009 über machen werde: Kanji, Kanji und nochmal Kanji lernen. Und ein bisschen Grammatik wäre auch nicht schlecht. Oder ich warte einfach bis zum Testtag 2009 und lade mir dann die bis dahin geleakten Aufgabenblätter aus dubiosen Chinesischen Webforen runter. Ein bisschen Physik, Gottes allmächtiger Wille und die vielen Zeitzonen machens möglich! Dank der Zeitdifferenz Deutschland-Japan (z. Z. 8h) bleibt dann nämlich noch genügend Zeit, um mal eben den Kram zu lernen/wiederholen, der auch wirklich dran kommt.

Und apropos Lernmaterialen: auch hier kann ich Japan Probe empfehlen, vor allem die zwei Posts zu den Themen Japanese Language Proficiency Test (JLPT) Listening Practice und Japanese Language Proficiency Test (JLPT) Kanji & Reading Practice. Some good stuff there! Go check it out.

Noch kurz ein Hinweis zur Chinesen/Koreaner/restliche Welt-Verteilung: es waren schon ein paar Europäer (Franzosen, Holländer) und Amerikaner (nicht nur US Amerikaner, auch Mexikaner, Kanadier) anwesend, obwohl die Chinesen/Koreaner/Taiwanesen-Fraktion deutlich überlegen war. Ich habe mich aber gut mit einem Mexikaner (mit US amerikanischen Vater und Spanischer Mutter) und ein paar Franzosen unterhalten. Auf japanisch. Kein Wunder, Franzosen und Englisch, das ist halt wie Feuer und Wasser oder Hund und Katze - geht nicht gut zusammen.

PS: Ich muss bei Gelegenheit mal den ganzen Kram bloggen, den ich in letzter Zeit meiner weiblichen Begleitung zum Deutschlernen geschickt habe. Ist sicher interessant für den einen oder anderen da draußen, der seinen ausländischen Freunden eine Freude machen will und sie zum Deutschlernen bewegen möchte. :-)

Japans Bubble-Economie erklärt

Geschrieben am 15. November 2008 in Hintergrund, Japan, ニュース von Daniel || Keine Kommentare

Fundstück der Woche:

Die weltweiten Investments der Japaner standen damals bei 350 Milliarden Dollar, einem Weltrekord noch vor Großbritannien. In der Hitparade der nach Bilanzsumme größten Banken weltweit fanden sich ausschließlich japanische Institute. Der Aktienmarkt in Tokio übertraf die Wall Street an Marktvolumen. Der Nikkei notierte bei 38 000 Yen - derzeit sind es rund 9 000 Yen. Allein die Telefongesellschaft NTT sollte mehr wert sein als alle 420 Papiere an der Deutschen Börse Frankfurt zusammen.

Japan: Welke Wirtschaft” von Finn Mayer-Kuckuk, erschienen im

So beginnt der wirklich lesenswerte Essay im Handelsblatt von Finn Mayer-Kuckuk, der versucht die Zusammenhänge und Hintergründe von Japans Bubble-Economie Ende der 1980er, Anfang der 1990er und der derzeitigen Weltfinanzkrise zu erläutern.

Hier ein paar weitere Zitate:

Kaum einer sah die Realität. Der ganze Zauber basierte auf einer Überbewertung von Immobilienwerten und der Annahme, dass es nur eine Richtung für Kursgrafiken gibt: nach oben. Genau wie jüngst in den USA.

Sowie:

Der Staat des Tennos ist heute mit 180 Prozent eines jährlichen Bruttoinlandsprodukts verschuldet. Keiner weiß, wie das Land diesen Schuldenberg jemals wieder abtragen soll. Vielleicht geschieht ein Wunder, und die Wirtschaft des Landes wächst noch einmal für zehn Jahre am Stück mit mehr als fünf Prozent. Doch realistisch gesehen ist damit bei einer kinderlosen, schnell alternden Gesellschaft kaum zu rechnen. [...] Die Japaner üben derzeit schon den Aufstand gegen die Getränkeindustrie, weil grüner Tee in Flaschen aus dem Automaten zehn Cent teurer wird.

Prädikat: Informativ & Lesenswert.

« Vorherige Beiträge

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: