Bunkyo Survival Guide - Edition 2008/2009 (Rohfassung)

Geschrieben am 21. März 2009 in Hintergrund, Japan, Vorbereitung, 大学, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Ein letzter Eintrag vor meinem Ablug. Hierbei handelt es sich um ein sehr vorläufiges Guide-Book für die Leute, die von der HHU hier an die Bunkyo kommen. Ich hatte damit so im Mai 2008 angefangen und immer mal wieder Infos hinzugefügt, daher der eher memoartige Charakter des Dokuments. Leider habe ich dann irgendwann aufgehört, weil das Leben irgendwie zu selbstverständlich und “normal” geworden ist und der Alltag überhand genommen hat; und spätenstens dann braucht man kein Guide-Book mehr. Ich habe leider auch keine Zeit mehr mich um die Formatierung oder Rechtschreib-/Grammatikfehler oder inhaltliche Schwächen/Unfug/Unsinn/Fehlinformationen zu kümmern oder noch Infos anzufügen. Daher: bitte nicht allzu streng sein. Danke.

PS: Wenn ihr neuere/bessere oder zusätzliche Infos habt, schreibts doch bitte einfach in die Kommentare! Das wäre super! Danke!

PPS: Ab dem SS2009 hat die Bunkyo für euch leider keinen Ansprechpartner mehr im Büro sitzen, der Englisch beherrscht. Ihr werdet euch also entweder auf dem Campus jemanden suchen müssen, der Englisch und Japanisch gut beherrscht, wenn ihr euch schnell und unkompliziert verständigen wollt. Oder ihr verständigt euch, wie alle Anfänger ;-), mit Händen und Füßen. (Gilt natürlich nicht, wenn eure japanischen Sprachkenntnisse schon auf entsprechen hohen Niveau sind! ;-) )

Anyway: viel Spaß in Japan! Genießt die Zeit! Sie geht leider viel zu schnell vorbei…

日本へ、文教ドミトリーへ ようこそ! An die Austauschstudenten der HHU - Ausgabe 2008/2009

Vorwort

Herzlich willkommen in Japan und im Wohnheim der Bunkyo-Universität liebe Austauschstudenten der Heinrich-Heine-Universität. Dieser Ratgeber soll euch einen ersten Eindruck und Überblick verschaffen und euch außerdem ein paar hilfreiche Hinweise und Tipps zur Verfügung stellen, die euch am Anfang sicherlich weiter bringen werden.

Grüße von den ehemaligen Bewohnern/Austauschstudenten JP und Daniel!
gez. JP, Daniel, April 2008 bis März 2009

Sondern-Tipp vorab: in der Wohnung direkt über euch (ihr: Zimmer 201, über euch: Zimmer 301) leben die anderen ein (oder zwei, je nachdem) Nicht-asiatischen Ausländer, die aus Neuseeland und/oder Kanada kommen. Die haben in ihrer Wohnung auch einen Guide von den vorherigen Studenten liegen, in dem ebenfalls nützliche Dinge stehen. Fragt den/die Jungs/Mädels einfach mal danach. Allerdings kann es gut sein, dass sie deren und unserer Guide sich widersprechen. Der Guide von “Bart” (sollte in der Küche neben diesem Dokument hängen) z. B. hat ein paar Stellen, die sich mit dem der Kanadier/Neuseeländer widersprechen. Da müsst ihr dann halt auf euer eigens Gefühl vertrauen. :-) 頑張ってね!

Vor dem Abflug

Ihr solltet euch vor dem Abflug Medizin gegen Übelkeit, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Durchfall (also irgendwas starkes gegen eine Erkältung und/oder Jet-Lag-Symptome) einpacken in euren Koffer (nicht ins Handgepäck, denn je nach Airline ist das verboten).

Sobald ihr wisst, dass ihr den Austauschplatz bekommen habt, solltet ihr sofort Auslandsbafög (frühestens geht’s erst 6 Monate vor Abflug) beantragen! Hier zählt jeder Monat! Je später ihr nämlich den Eintrag einreicht, desto später erhaltet ihr den Bescheid, desto später bekommt ihr Geld. Ihr müsst auch nicht alle Dokumente auf einmal einreichen, ihr könnt die nach und nach immer wieder nach reichen.

Ihr solltet frühzeitig Geld tauschen gehen, denn je nach Bank kann es zwischen 2, 3 Tagen und 2, 3 Wochen dauern bis die eure Bestellung in Yen umgetauscht haben. Es kommt hier wirklich auf den Betrag und die Bank an, dass kann sehr unterschiedlich sein. Am besten erkundigt ihr euch frühzeitig bei eurer Bank.

Wenn ihr euch was voraus schicken wollte (ist anzuraten, wenn ihr soviel Zeug mitnehmen wollt, dass ihr am Flughafen extra Gebühren für’s Gepäck zahlen müsst; meist ist das ab dem 21 Kilo Gewicht der Fall; Handgepäck geht bis 8kg! Die Angaben sind je nach Airline natürlich verschieden!), dann benutzt diese Adresse:

Saitama-ken Koshigaya-shi Sengendai nishi 1-15-7 domitori-bunkyo 201-go
Japan
oder in Kanji
埼玉県越谷市千間台西1-15-7ドミトリー文教201号
Japan

Allgemeines

• ihr solltet auch euren Guide für die Nachfolger schreiben, wichtig: Datum & Kontaktadresse für Nachfragen nicht vergessen
• Schickt die Teile des fertigen Guides, die man vor dem Abflug wissen sollte, kurz vor der Abreise an die HHU per Mail (z. B. an Frau Fujita oder die Fachschaft, je nachdem wie “heftig” der Inhalt so ist/wird :-) ), so dass er an die Nachfolger direkt gegeben werden kann noch vor ihrem Abflug. Den kompletten Guide solltet ihr in der Küche aufhängen, so dass man ihn schnell findet.

Vorhandene Dinge

• dies sind Dinge, die ihr nicht extra mitbringen braucht, weil sie schon hier sind
• Glässer, Tassen, Besteck, Geschirr, TV, Radio, Wecker, Wasserkocher, Reiskocher, Mikrowelle, Grill, Gasherd, o-hashi
• Stadtplan, Karte von Saitama-ken, Karte von Koshigaya, Zugstrecken/-linienplan
• dt. 3fach Steckdose (mit Schalter)
• mind. 4 Steckeradapter
• ein AC-Spannungswandler (leider keine passende Steckdose da, müsste ein jap. Steckeradapter hier im Supermarkt um die Ecke gekauft werden)
• mehrere jap. Stecker und Steckdosen
• mind. 6 Handtücher, zusätzlicher Futon, 2 Wolldecken
• Tacker, Tesa, Heftzwecken, Kugelschreiber, Bleistifte
• Whiteboard, Boardmarker, Briefpapier, Notizpapier
• Weltkarte, 2x Japankarte

Über die elektrischen Geräte

Die Waschmaschine muss an den Wasserhahn angeschlossen werden, daher werdet ihr einen Schraubenzieher brauchen, der auch vorhanden sein sollte. Falls nicht, solltet ihr evtl. im Koffer (NICHT im Handgepäck) ein Schweizer Taschenmesser mitbringen. @männliche Studenten: damit könnte ihr die Mädels hier beeindrucken, kein Witz!

Geld abheben & Kontoeröffnung/銀行口座を開く (ぎんこうこうざをひらく)

Um ein Konto bei einer Japanischen Bank zu eröffnen müsst ihr euren Namenstempel (hanko) haben. Außerdem das gaikokujintorokusho und die kenkohonkensho (Krankenversicherungskarte). Die vorläufigen Dokumente reichen hier aus. Bereitet euch darauf vor, dass ihr mind. 1000 Yen sofort einzahlen müsst. Außerdem dürft ihr euch höchstwahrscheinlich euren PIN-Code und das Kartendesign selbst aussuchen. Achja, da ihr in Sengendai せんげん台 (bzw. 千間台) wohnt, könnt ihr auch nur in der Bank vor Ort (ist am Bahnhof) ein Konto eröffnen und nicht z. B. in Kita-Koshigaya oder sonstwo. Keine Ahnung warum, war bei uns aber so.

Geld abheben könnt ihr mit eurer deutschen EC-Karte (Sparkasse, etc.) direkt hier im Postamt am Automaten. Ist überhaupt kein Problem. Das kostet so ca. 4 oder 5 Euro Gebühren pro Abhebung, daher solltet ihr möglichst immer etwas mehr abheben und keine Kleckerbeträge (es sei denn ihr seid zufällig お金持ち).

Geld einzahlen auf eurer Bankkonto geht ganz einfach. Geht einfach in eine Filiale der Bank, wo ihr das Konto eröffnet habt, und begebt euch zu einem der Automaten. Dort drückt ihr den Knopf für “Geld einzahlen” (wichtiges Kanji ist: 入) und anschließend(!!!!!) erst steckt ihr eure in den Automaten. Den Rest werdet ihr selbst schnell raus haben, der ist nämlich kinderleicht. Zur Not fragt einen der netten Bank-Angestellten, die helfen gerne (auch wenn einige vor Ausländern Angst haben und erstmal die englisch-sprechenden Kollegen zur Hilfe rufen).

携帯電話/Handy/Mobiltelefon

Wenn ihr ein Handy kaufen wollt, dann braucht ihr den hanko, das Bankkonto, euren Reisepass und das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho). Ein Handy nur mit dem vorläufigen Dokument und dem Bankkonto + Reisepass kaufen geht seit Anfang 2008 nicht mehr, wie wir schmerzlich erfahren mussten. Dass heißt, ihr müsst nach eurer Ankunft mind. 1 Wochen, wahrscheinlich eher sogar 2 Wochen auf euer Handy warten. Wenn es also irgendwie geht, lasst euch von (deutschen) Freunden, die gerade in Japan sind oder kurz vorher waren, ein Handy mitbringen, dass ihr dann einfach weiter benutzen könnt. Oder, wenn ihr bereits japanische Freunde habt, dann fragt sie, ob sie euch nicht auf deren Namen ein Handy besorgen können.

Ihr könnte die Handys am besten direkt bei コジマ, einem Elektronik-Geschäft hinter der Uni keine 5 Minuten zu Fuß, besorgen. Genauso wie den Internetanschluß.

Internet im ドミトリー/domitori

Wenn ihr Internet im Wohnheim haben wollt, und das werdet ihr wollen, dann müsst ihr dazu in einen denki-ya (電気屋) gehen und da danach fragen. Nehmt am besten eure jap. Tutoren mit, die können euch dabei helfen. Die Telefonleitung ist schon da, ihr braucht nur einen Vertrag, der das freischaltet und natürlich ein Sende-/Empfangsgerät (DSL-Modem + WLAN-Router oder so). Das könnt ihr alles auch erst besorgen, wenn ihr das endgültige 外国人登録証 (gaikokujin torokusho)habt (wie beim Handy). So lange müsst ihr mit dem sehr instabilen WLAN, dass hier so frei und ungesichert rumschwirrt, vorlieb nehmen oder ein Internetcafe bzw. die Uni-PCs in der Bibliothek benutzen.

コジマ電気屋 - Kojima-Elektrogeschäft, liegt hinter der Uni, keine 3 Minuten mit dem Fahrrad. Dort helfen einem die sehr netten Mitarbeiter beim Vertragsabschluß um im Domitori Internet zu bekommen. Ihr braucht dafür nur euren hanko (Namensstempel) und das vorläufige gaikokutorokusho. Das jap. Bankkonto wäre wünschenswert, es geht aber wohl auch mit Kreditkarte (haben wir nicht gemacht, weil wir da schon unsere Konten hatten!). Wenn ihr Glück habt bekommt ihr für den Vertragsabschluß auch einen Bonus von 20.000 Yen, für den ihr euch Elektronik-Artikel (z. B. einen SD-Karten für’s Handy, Kopfhörer, WLAN-Router oder mobile Festplatte, leider kein iPod, iPod-Zubehör oder PS3, PSP, NDS (Zubehör ist aber erlaubt) etc.) kaufen könnt.

Strom-, Wasser- und sonstige Rechnungen sowie Miete

Vor der eigentlichen Strom- bzw. Gasrechnung kommt ein お知らせ (also eine Information) mit den ungefähren Verbrauch und Kosten für die erste Woche (Strom) bzw. ersten 14 Tage (Gas). Nach ein paar Tagen kommt dann die eigentliche Rechnung, die meist genau der Vorabinfo entspricht. Ihr müsst diese dann im lokalen Konbini (z. B. 7-11 hier ums Eck) bezahlen.

Die Miete bezahlt ihr im Bunkyo-Service und ihr werdet vermutlich die ersten zwei Monate auf einmal bezahlen müssen, allerdings erst nach den ersten 3 Wochen (ungefähr). Ihr bekommt dann ein Stempelheft, in dem jedesmal vom Bunkyo-Service-Personal abgestempelt wird, wenn ihr die Miete bezahlt. Ihr könnt auch direkt alles im Voraus zahlen, wenn der Kurs gerade gut genug ist und ihr entsprechend Bargeld dabei habt. (Wir haben nicht gefragt ob man mit Karte oder per Konto-Einzug zahlen kann. Das wissen wir also leider nicht.)

DO’s and DON’Ts

• Wenn ihr irgendwo euren Namen eintragen müsst, dann fragt immer nach ob in Katakana oder Romaji oder in beiden! Und wenn ihr in Romaji schreiben sollt, dann benutzt immer GROSSBUCHSTABEN! (Oder fragt zumindest vorher nach, ob Groß-/Kleinschreibung egal ist!) Ist wichtig für die Kontoeröffnung! Ansonsten heißt es, nachdem ihr mühsam drei Seiten ausgefüllt habt, dass ihr das leider nochmal machen dürft.
• Dokumente mit SCHWARZEN Kugelschreiber ausfüllen - alles andere lässt euch wie Idioten aussehen, laut Midori.
• Wenn ihr mit dem hanko etwas abstempelt, dann passt auf, dass ihr nicht abrutscht und den Abdruck verschmiert! Ansonsten heißt es: noch einmal!
• Wenn ihr euch auf Dokumenten verschrieben habt und ihr habt das durchgestrichen und korrigiert, dann stempelt die Stelle einmal mit dem hanko ab. Dann weiß man, dass ihr das beabsichtigt habt. Zur Not den gerade verfügbaren japanischen Ansprechpartner fragen, wie man vorgehen soll.

(Un)Interessante Orte in der Nähe

Sengendai

• Saty (Depato und Supermarkt): hier gibt’s Klamotten, Essen, Getränke, Obst, Gemüse und eigentlich alles, was man für den Haushalt oder die persönliche Hygiene braucht. Auch Glühbirnen, Elektroteile und Schreibwaren, sowie Spielzeug und - natürlich - Mobiltelefone. Positiv: riesige Auswahl, 4 Liter Sake-Flaschen, 4 Liter Whiskey-Flaschen, Sprite; Negativ: abgepacktes frisches Essen (Bento, etc.) ist teurer als im Tobu-Supermarkt am Bahnhof
• Tobu-supermarkt am Bahnhof….

Obukuro

In Obukuro (eine Station vor der Kita-Koshigaya, der Station wo man aussteigt, wenn man zur Uni will) gibt es nichts besonders (außer ihr zählt die unzähligen Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe und offensichtlicher afrikanischer/amerikanischer Abstammung, die hier zu wohnen scheinen, als etwas Besonderes). Laut Guide der Neuseeländer/Kanadier sollen da viele tolle 居酒屋 (izakaya, Kneipen) sein, aber gecheckt habe ich nicht, weil ich Nachmittags da war. Dafür gibt es dort einen größeren 100 Yen Shop (Schienen überqueren, dann findet ihr den schon) und ein paar größere Supermärkte.

Kita-Koshigaya

西口 ==> dort gibt es direkt gegenüber vom Ausgang, neben dem CD/DVD-Laden, in dem mehrstöckigen Gebäude auf der 2. Etage einen großen 100-Yen-Shop ([ザ]ダイソー), dessen Auswahl weitaus größer ist als die des 100-Yen-Shops in Sengendai oder Obukuro.

Ueno, Asakusa, Akihabara

Stundenplan-Erstellung

Als 交換留学生 (こうかんりゅうがくせい) (Austauschstudenten) dürft ihr nicht nur die Kurse der 別科学性 べっかがくせい (”Sonderstudenten”, also Koreaner, Chinesen, und alle anderen von Unis, die kein besonderes Abkommen mit der Bunkyo haben) belegen, sondern auch alle anderen. Das ist natürlich ein riesen Vorteil, und gleichzeitig auch ein Nachteil, denn die meisten Kurse sind, natürlich, auf Japanisch. Daher empfehlen wir zunächst nur Englisch-Kurse (Communicative English, Reading Courses, etc.) zusätzlich zu den japanisch Sprachkursen zu belegen im ersten Semester.

Pro Semester reichen zwischen SWS 22 bis 28 Semesterwochenstunden. Man muss es ja nicht übertreiben. Achja, ihr werdet etwas länger Zeit haben euch zu überlegen, welche Kurse ihr nun belegen wollt und welche nicht. Die べっかせい müssen sich viel früher entscheiden und sie müssen auch noch einen extra Brief / Dokument mit den belegten Kursen einreichen. Bei uns hat es gereicht das als Kopie einfach im Büro bei Midori oder Kurihara-san abzugeben. Wichtig sind Kursname, Kursnummer (sofern vorhanden), Zeit (Stunde/Tag), Dozentenname und ggf. Raumnummer.

Wir mussten übrigens 留学生生活 belegen im 1. Semester, weil hier für alle Austauschstudenten wichtige Informationen verteilt werden, die ihr sonst womöglich nicht bekommen werdet (oder nur durch Zufall erfahrt). Leider. Versucht diesen - abgefuckt - langweiligen Unterricht zu umgehen. Legt euch da andere Kurse hin oder was weiß ich, aber verschwendet eure Zeit nicht dort.

Unterricht

Wenn ihr beim Einstufungstest versagt habt, weil ihr einfach noch vom Flug zu fertig wart (or whatever reason) und ihr versehentlich in der 3-B-Klasse (5-B ist nicht so schlimm, das Niveau ist ok, 2-B keine Ahnung) landet, dann sollte ihr euch das max. eine Woche antun und dann um Versetzung in die 3-A bitten. 3-B ist nämlich für alle HHU-Studis, die den 4. Sprachkurs mit 2,0 oder besser abgeschlossen haben eine Tortur sondergleichen. Die Genfer-Menschenrechtskonvention verbietet schließlich Folter, aber da die hier nicht greift tut euch selbst einen Gefallen und bitte um ein “Level-Up” in den 3-A-Kurs!

Präzision “Folter”: in den 3-B-Kursen macht ihr Stoff, den ihr im 1. und 2. Sprachkurs in Düsseldorf gemacht habt. Das läuft zu Beginn zwar alles unter dem Motto “Die ersten zwei Monate sind zur Wiederholung da.” aber glaubt mir, wenn ihr das Desaster 3-B-Kurs nur eine Woche mitgemacht habt, dann wollt ihr das mit Sicherheit keine vollen zwei Monate durchmachen. Ich wiederhole kurz: es geht nur um die 3er Kurse, nicht um die 2er oder 5er! 5-B ist schon ‘ne Nummer anspruchsvoller, vor allem wenn ihr den bei Kondo-sensei habt. Das Ziel des 5-A-Kurses ist übrigens, dass ihr den JLPT Stufe 1 locker schafft und das ihr die neuere Prüfung “Ryugakusei …” mit sehr guten Punkteergebnis absolvieren könnt. Achja, wer in C-Kursen (oder schlechter) landet: wie zur Hölle habt ihr das Auswahlverfahren in Düsseldorf überhaupt überstanden und warum seid ihr hier? ;-)

Bücher

gute Grammatik-Bücher:

• A Dictionary of Basic Japanese Grammar
• A Dictionary of Intermediate Japanese Grammar
• 日本語文型辞典 (ISBN: 978-4-87424-154-7 C3081 円3300 - くろしお出版)

Fernsehprogramm

Eine Liste der Sender, die ihr empfangt. den rest könnt ihr bei Wikipedia nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Japanisches_Fernsehen.

eine gute seite, die das tv-programm von jetzt und den nächsten tagen enthält: http://www.tvguide.or.jp

Kurztrip nach Hakone und Kamakura

LERNT DEUTSCHES LIEDGUT, weil ihr werdet auf dem Kurztrip am ersten Abend den anderen Studis mind. ein Deutsches Lied vorstellen (=vorsingen) müssen. Wir haben hier “Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst du noch?” und “Dshingis Khan” vorgetragen. Lernt lieber was NEUES! Z. B. “Die Ärzte - Hurra”, oder “Die Ärzte - Manchmal haben Frauen”, “Die Ärzte - Westerland” oder was von Rammstein, Illegal 2001 (z. B. Inselsong oder Dosenbier), Klee, Juli, etc…. - egal was ihr singt, es reicht, wenn ihr die erste Strophe + Refrain vortragt. Und macht es möglichst SPASSIG für die anderen Studis! Das ist das wichtigste! :)

Man kann bei Saty & Co. die leeren Kartons umsonst mitnehmen. Die sind meistens in der Nähe der Kasse gestapelt. Ist ganz gut wenn man zum Ende hin sich seine angesammelten Schätze (Bücher, Andenken, Klamotten, etc) nach Hause schicken will. Achja, per Schiff kosten 30kg an die 14000 Yen, mehr geht nicht! Weniger Gewicht kostet mehr: bsp: zwei 15kg Pakete kosten 20000 Yen und mehr. Es ist also günstiger ein großes Paket zu verschicken als mehrere kleinere.

履歴書用紙 oder “Wie man sich in Japan bewirbt”

Geschrieben am 10. Februar 2009 in Hintergrund, Japan, Vorbereitung, 写真 von Daniel || Keine Kommentare

Laut wadoku.de bedeutet die Überschrift dieses Blog-Posts:

履歴書 りれきしょ (schriftlicher) Lebenslauf {m}; Curriculum {n} vitae.
用紙 ようし [4] Formular {n}; Papier {n}.

Also “Lebenslaufformular“.

Und auf der japanischen Wikipedia kann man folgendes Nachlesen:

履歴書(りれきしょ)とは、学業や職業の経歴など、人物の状況を記した書類の事である。就職や転職時の選考資料として用いられる。また、学歴や職歴によって給与や資格等を決定する手続き(査定)において、それを証明する各種の書類とともに提出する。なお、アメリカ合衆国およびカナダの英語圏地域にて用いられるレジュメ(Résumé、日本では英文履歴書とも呼ばれる)は、JIS規格などで書式が定められている日本の履歴書とは異なり、書式が自由であり、むしろ日本でいう「職務経歴書」に近いものである。

Also nichts anderes als die japanische Version eines Lebenslauf, um sich bei Erstbewerbungen oder Arbeitsplatzwechsel ganz nach Tradition und Vorschrift zu bewerben. Es gibt dabei in Japan verschiedene Versionen: eine um sich für Part-Time oder arubaito zu bewerben, eine für einen richtigen Arbeitsplatz nach der Uni und eine für einen Arbeitsplatzwechsel. Zumindest werden diese drei Varianten so im Handel verkauft.

Hier mal ein paar dieser Formulare, die ich heute für 105 Yen im (ihr ahnt es) 100-Yen-Shop (richtig!) gekauft und gerade eben eingescannt habe.

Hier nur die Variante für arubaito bzw. parto, alle anderen (plus die gezeigte, natürlich) findet ihr in diesem kleinen Downloadpaket (23MB) (Hinweis: ich war zu faul den Kontrast nachträglich zu verbessern, die Scans sehen also ziemlich grau aus).

Warum komme ich gerade drauf? Naja, ich hatte vorgestern im Buchladen mal wieder einfach nur so rumgestöbert und dabei bin ich auf einen Leitfaden für Universitätsabsolventen gestoßen “Wie bewerbe ich mich richtig?”. Und da dachte ich so bei mir, ey, dachte ich mir so, wenn ich schon in Japan arbeiten möchte, dann sollte ich doch zumindest mal wissen wie man hier eine Bewerbung richtig schreibt und wie man sich hier im Bewerbungsgespräch angemessen verhält. Also bin ich mit meiner weiblichen Begleitung einen Tag später in eine andere Buchhandlung und wir haben uns mal ein paar dieser Bücher angesehen: “Das 1×1 des erfolgreichen Bewerbens”, “Die wichtigsten Taktiken im Bewerbungsgespräch”, “So überzeugen Sie Personaler am Besten”, “Bewerbung for Dummys”, etc. etc.! Es gibt auch lauter Bücher (fast schon Kataloge), die einfach nur Firmen (aus jeweils eingegrenzten Branchen, z. B. IT) auflisten mit deren Kontaktadressen, Hintergrunddaten (Mitarbeiterzahl, Filialen, durchschnittliches Monatsgehalts eines Neulings, etc.) und was man beachten sollte bei einer Bewerbung.

Im Endeffekt war die Auswahl einfach zu groß und wir sind am Ende ungekaufter Dinge wieder gegangen, allerdings mit dem Ergebnis: es ist eigentlich egal welches der Bücher ich nehme, es muss ja schließlich nicht perfekt sein und soll mir nur vermitteln wie die Dinge hier in Japan diesbezüglich laufen. Denn das ist mal klar, es läuft hier ein bisschen anders als in Deutschland, nicht nur was das Schreiben bzw. den Aufbau der Bewerbung angeht.

Mit diesem Gedanken bin ich gestern nochmal in den ersten Buchladen gewandert und habe mir dann drei Bücher zu den Themen “Wie schreibt man eine Bewerbung richtig?”, “Das ABC des Bewerbungsgesprächs” (inc. Bildern, wie man sich anzukleiden hat) sowie “Das rote Buch zur Jobsuche” zugelegt. Die Bücher heißen nicht wirklich so, aber ich kann die Namen gerade nicht auswendig und weil ich sie heute Nachmittag versehentlich schon mit in das erste von höchstwahrscheinlich drei 30kg Paketen, die ich für umgerechnet 125€ pro Paket nach D zurück schiffen lassen muss, gepackt habe, komme ich da jetzt auch nicht so leicht dran.

Und weil ich zufällig heute beim Stöbern im 100-Yen-Shop über die entsprechenden Formulare gestoßen bin, habe ich mir gleich ein paar eingesackt. Und weil ich gerade zu faul bin über die erste Februarwoche und die ganzen Abschiedsparties (die nächste findet übrigens übermorgen - also Donnerstag - statt) zu schreiben, kam eben nur dieser kurze Info-Beitrag in der Rubrik Lebenstipps zustande. Oder so.

PS: Achja, die Bücher sind natürlich auf Japanisch. Nuhr so. Alles andere wäre nicht angebracht.

Logik? Sommerferien != Semestertrennlinie — außerdem: ‘ne Currywurst

Geschrieben am 20. September 2008 in Japan, Veranstaltung, Vorbereitung, Vorurteile, 大学, 日記 von Daniel || Keine Kommentare

Mitte/Ende August bis 5.September 2008

So, habe schon so einige Beschwerden gehört, warum denn hier nix mehr geschrieben wird. Um die Wahrheit zu sagen, ich wurde vom Faulheits-Virus befallen seit Ende der Sommerferien. Ich habe natürlich eine Menge Fotos während meiner Japan-Rundreise gemacht (>3000) und viel erlebt, aber seit ich zurück bin in Sengendai, da habe ich irgendwie kein Bock zu gar nichts. Mal davon abgesehen, dass ich mir schon wieder eine kuriose Krankheit irgendwo zugezogen habe: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Schmerzen in den Beinen und im Rücken sowie rasende Kopfschmerzen. Da kommt einfach keine Lust zum Schreiben auf. :-(

Aber um mal kurz auf die Überschrift zurück zu kommen, und das ist jetzt interessant für alle, die hier ein Auslandsjahr an dieser Uni machen wollen (oder müssen): Sommerferien hier sind nicht die Trennlinie für Sommer- und Wintersemester.

Was heißt das?

Nun ja, in Deutschland beginnt nach den Sommerferien, also im Herbst, ja immer ein neues Schuljahr bzw. ein neues Jahr an der Uni mit dem Wintersemester. (Erkennt man übrigens daran, dass überall Erstis, wie Fliegen, die einem überall hin folgen, weil man Scheiße am Schuh hat, rumsurren.) Das Uni-Jahr endet dann ein Jahr später vor den Sommerferien, und zwischendurch gibt’s nochmal Winterferien, die Winter- und Sommersemester trennen.

In Japan beginnt ein neues Schuljahr (und somit auch die Uni) allerdings im Frühling (genauer: März/April). Das heißt, dass nach den Sommerferien das Schuljahr bzw. “Unijahr” weiter geht (im Fall der Uni mit dem Wintersemester).

Kurz: In Deutschland fängt die Uni mit dem Wintersemester an und hört mit dem Sommersemester auf. In Japan umgekehrt. (Mal davon abgesehen heißt es hier auch Frühlings- und Herbstsemester, wenn man es direkt übersetzt. 春学期・秋学期)

Wozu nun diese ganze langatmige Erklärung? Naja, es fällt mir, als jemand der mehr als 20 Jahre lang mit dem deutschen Schul- und Universitätssystem aufgewachsen ist und entsprechend sozialisiert wurde, ziemlich schwer zu akzeptieren, dass es A) Hausaufgaben über die Sommerferien auf gibt und B) dass nach den Sommerferien nicht direkt das Wintersemester beginnt, sondern erst nochmal 2 Wochen Restunterricht aus dem Sommersemester nachgeholt werden.

WTF? Diese absurde Regelung gilt übrigens nur für die 別科-Kurse, also für die Japanisch-Sprachkurse für Austauschstudenten. Klasse, oder? Ich kam mir da ziemlich verarscht vor, muss ich sagen. Und natürlich habe ich auch am Montag nach den Ferien erstmal direkt den Unterricht verpasst, weil ich dachte, dass Wintersemester geht sofort los. Denn für’s Wintersemester habe ich extra den Unterricht, der mich zu Tode gelangweilt hat im Sommersemester, aus meinem Stundenplan eliminiert.

Jaja, natürlich hätte ich mir mal meine 出席カード (Stempelkarte für Anwesenheit) genauer angucken können, da steht’s nämlich drauf. Aber als ob ich dieser scheiß Anwesenheitskarte irgendeine genauere Beachtung schenken würde.

Neben diesem Reinfall habe ich allerdings auch noch ein paar nette Erlebnisse gehabt, die ich ein anderes Mal ausführlicher beschreibe. Hint: Onsen in Kasukabe, neuer Mitbewohner, Besuch einer Grundschule (again….), Regen, japanische Wortspiele, Abenteuer in der Bib

Samstag, 6. September 2008

Samstag. Uni. 09:15 Uhr. Raum 01, 2. Etage, Gebäude 8 (R8201). 第二回別科日本語能力試験.

Der Einstufungsstest Japanisch für das Wintersemester (秋学期: eigentlich “Herbst”-Semester, wenn man es genau nimmt) lag an. Hatten wir ja schon mal, nämlich als ich hier im April ankam. Das Testergebnis damals war ja nicht so berauschend gewesen aufgrund meiner starken Erkältung und damit einhergehender Konzentrationsschwäche (was noch milde ausgedrückt ist).

Den Test heute hätte ich auch mit zwei geschlossenen Augen im Dunkel, bei Gegenwind und mit verbundenen Armen auf dem Rücken schreiben können und hätte ihn immer noch mit Leichtigkeit bewältigt. Den Englisch-Test habe ich mir dieses Mal erspart und bin vorher abgehauen, was ich auch durfte im Gegensatz zu den anderen (”Sonder”)Studenten (別科生).

Die Ergebnisse sollten dann in zwei Wochen folgen (siehe unten).

Dienstag, 16. September 2008

Gehse inne Stadt
Wat macht dich da satt
Ne Currywurst
Kommse vonne Schicht
Wat schönret gibt et nich
Als wie Currywurst

Mit Pommes dabei
Ach, dann gebense gleich zweimal Currywurst …

von Herbert Grönemeyer - Currywurst

Motto des Tages (aus deutscher Sicht): Currywurst

Motto des Tages (alle anderen): 食文化交流会 (shokubunka kouryuukai)

Übersetzung: Alle Austauschstudis bereiten ein (traditionelles/häufige aufgetischtes) Gericht aus ihrem Heimatland zu für alle anderen Austauschstudis und die Profs/Dozenten

Ich hatte erst überlegt, ob ich Pizza machen sollte, aber da wir nur Gasherdplatten zur Verfügung hatten, habe ich den Gedanken wieder verworfen. Und dem Vorschlag der Office-Ladies “Was mit Kartoffeln und Sauerkraut” hatte ich direkt mal eine Absage erteilt. Was blieb da noch übrig? Es musste ein einfaches, schnell zubereitbares Gericht sein und da kam mir der geniale Einfall mit der Currywurst. Die Office-Damen waren auch alle direkt mal begeistert von der Idee, auch wenn sie sich nicht direkt etwas darunter vorstellen konnten und ich ihnen erstmal auf der japanischen Wikipedia-Seite über Currywurst zeigen musste. Was ein, zwei gute Bilder doch so ausmachen. Meist mehr als 1000 Worte. Meine Alternativen wären übrigens Frikadellen oder Gulasch gewesen.

Die ganze Vorbereitung mit Auswahl des Rezepts, Zutaten einkaufen, etc. fand natürlich in den Tagen vor dem 16.09. statt. Und ja, ich habe meine Ausgaben alle erstattet bekommen, schließlich war dieser Aktionstag ja von der Uni geplant und nicht von den Studis.

Am Tag selbst gingen die Vorbereitungen gegen 9 Uhr los und zwar mit dem Aufbau der Kochnischen für die ganzen Kochgruppen. Da ich meine eigene 1-Mann-Kochtruppe war, war ich relativ fix fertig. Und da es draußen regnete bauten wir den ganzen Kram im Eingangsbereich von Gebäude 10 auf. Lustiges Detail am Rande: Takako, eine der jap. Studentinnen, die im Club ist, der sich halt mit Austauschstudis befaßt, ist beim Versuch ein Gasschlauch von einem der Herde zu lösen, mit ihrem Kopf voll auf eine Tischkante geknallt (und zwar nicht zu knapp; man könnte sagen “voll auf die 12″) und hat dabei ihre Kontaktlinsen verloren. Und natürlich: wir haben alle gelacht, am lautesten Mika.

Gegen 12 Uhr sollte aufgetischt werden und einige der Chinesen begannen also schon gegen 10 Uhr damit ihre Gerichte anzukochen (wohl wegen der langen Garzeit). Da aber um genau die Zeit der Regen aufhörte, wurde uns nun kurzerhand doch noch “befohlen”, die ganze Bagage nach draußen zu verfrachten, weil im Gebäude wäre das ja viel zu gefährlich mit dem Gas und so. Janeisklar, Atze. Deshalb haben ja auch mehrheitlich japanische Wohnungen Gasherde IN ihren Küchen, weil die so GEFÄHRLICH sind. Logik sollte man in Japan manchmal lieber sein lassen, echt. Naja, machste eh nix, also abbauen, raus mit dem ganzen Mist und nochmal neu aufbauen. 15 Minuten später waren die Chinesen dann auch wieder schön am Rödeln.

Von den Koreanern waren übrigens nur Han-kun, mein neuer Mitbewohner, und I Suru, die Koreanerin, die mit uns hier im Wohnheim wohnt, anwesend und beide hatten meine Idee geklaut: die Ein-Mann-Kochtruppe. :-) Die Chinesen hingegen waren echt fleißig wie die Bienen und eine Gruppe half der anderen aus wo es nur ging, und wenn es auch nur das Vorkosten war.

Meine Currywurst hingegen war ja von vornherein als Fastfood geplant und irgendwann gegen 11:30 Uhr hatte ich dann so die Schnauze voll den Leuten das immer und immer wieder zur erklären, dass ich einfach mal mit dem Aufsetzen der Curry-Soße began. Leider hatte ich mich ein bisschen mit der Menge verkalkuliert - gut die Hälfte an Würstchen und Soße hätte es auch getan, aber ich war zum Glück nicht der einzige. Denn als gegen kurz nach 12 Uhr sich die ganzen Dozenten wichtig und breit gemacht hatten um die aufgetischten Gerichte, da konnte man schon erkennen, dass wird heute mit Sicherheit nicht alles zum Mittag weggeputzt, da haben wir heute Abend auch noch gut was von.

Bevor wir aber von den 8 Köstlichkeiten aus den 6 verschiedenen teilnehmenden Ländern (Japan [die Office-Damen haben auch kräftig mitgekocht], China, Korea, Vietnam, Neusseland, Deutschland) kosten konnten, musste jede Gruppe ihr Rezept bzw. Gericht kurz auf japanisch vorstellen. Eigenlob stinkt bekanntlich, daher lobe ich einfach mal Nyus (Vietnamesin) Gericht (*köstlich*) und die Vorstellung desselben. Die Chinese hingegen konnte zwar alle ihre Gerichte wunderbar zubereiten und auch gerade noch so den Namen aufsagen, dass war’s dann aber auch schon. Williams (Neuseeländer) Vorstellung habe ich nicht mitbekommen, weil ich gerade irgendwie abgelenkt war von einem der Chinesen, der wissen wollte was ich gekocht hatte *grrr*. Das die zwei (Ausnahme) Koreaner ihre Gerichte perfekt vorstellen konnten, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Ich mein, die müssen ja auch nicht diese “Sonder”-Sprachkurse machen, so wie der Rest von uns, sondern können schön den normalen Uni-Unterricht besuchen.

So, dann wurde genüsslich verköstigt was das Herz begehrte. Ein Chinese hatte da auch was ganz interessantes gezaubert, was ich auch unbedingt mal ausprobieren muss: Hühnchen gewokt in Cola (gewokt=mit Wok gebraten/gedünstet). Klingt gut, oder? :-)

Gegen 14 Uhr war das ganze dann vorbei und im Büro der Damen vom Grill bzw. der Office-Ladies stapelten sich die Reste und jeder der mochte und wollte, konnte sich sein Abendessen einer kleinen Plastikbox einpacken und mitnehmen (was ich natürlich auch gemacht habe). Meine Currywurst kam ganz gut an, wobei die “scharfe” Soße nicht jedermanns (bzw. jeden Japaners) Geschmack war. Han-kun hingegen meinte, die Soße wäre zu lasch und ich hätte noch mehr von der extra-scharfen Chili-Soße und den Scharfmacher-Gewürzen rein geben sollen. Aber so sind sie, die Koreaner, sie essen halt gern scharf und würzig und luschen nicht so rum wie die Japaner. ;-)

Ab 14 Uhr standen dann übrigens Beratungsgespräche an. Kondo-sensei bat zum Duell, äh, Duett bzw. Gespräch im unter 6 Augen, im Gespann mit Saegusa-sensei. Jeder Student musste da einzeln durch. Mein Gespräch war allerdings erst für Donnerstag, den 18., geplant daher sah ich dem Rest des Tages gelassen entgegen. Oona-san, die älteste Chinesin (30+) unter den chinesischen Studis, war die erste, die durch die Tortur musste. Und als ich sie 20 Minuten später in der Eingangshalle etwas hilflos sitzen sah, erkundigte ich mich mal vorsichtig nach dem Gesprächsverlauf, auch
als Vorbereitung für mein eigenes Gespräch 2 Tage später. Wie sich herausstellte wurde sie erbarmungslos in die B- bzw. C-Klassen zurückgestuft, wohl aufgrund ihres schlechten Ergebnisse bei der Klausur vom 6. September (siehe oben), so wie aufgrund ihrer Noten im Unterricht. Hauptproblem war wohl (wie bei allen Chinesen, wenn es nach Kondo-sensei geht) die japanische Aussprache, die sie immer noch nicht korrekt beherrschen soll, obwohl sie schon im 2. Jahr hier an der Uni ist und diesen Sonderkurs mitmacht. Entsprechend schlecht drauf war sie und sprach davon, dass sie keine Lust mehr auf diese Uni hätte und lieber wieder Arbeiten gehen wolle. Verständlich. Gerade noch A Kurs und *zack*, weil Kondo-sensei ein kleiner Chinesen-Rassist ist, B- bzw. C-Kurs. *BÄHM* Da konnte ich dann auch erstmal nichts zu sagen und bin nach Hause.

Allerdings habe ich eine ungefähre Ahnung, warum die Aussprache (oder überhaupt das Japanisch-Niveau) der (meisten) Chinesen hier einfach nicht besser wird: die hängen fast immer nur untereinander rum und sprechen nur auf Chinesisch, da kann sich dann ja auch nichts verbessern. *seufz* Zum Glück benutze ich hier Deutsch nur noch, wenn ich im Internet rumhänge, ansonsten benötigte ich meine Muttersprache hier so gut wie nicht mehr. :-)

Nachtrag zu den Würstchen, die ich für die Currywurst benutzt hatte: ihr musst wissen, dass in Japan grundsätzlich alle Lebensmittel in kleinen und kleinsten Packungen abgefüllt werden, was zur Folge hat, dass man hier Rostbratwürste in normaler, d.h. deutscher, Größe de facto nicht bekommt. Die Würstchen hier sind in 7er oder 8er, wenn man Glück hat 15er oder 20er, Packungen abgepackt und ein Würstchen ist gerade mal 1/3 bis 1/4 so groß wie eins in Deutschland. Ergo war das Kalkulieren nicht ganz so einfach, zumal ich außerdem für mehr als 30 Leute kochen sollte. Insgesamt ist es mir aber ganz gut gelungen, denke ich.

Donnerstag, 18. September 2008

10:40 Uhr. Kopfschmerzen von einem anderen Stern. Seit Tagen keinen Alkohol mehr angerührt. Trotzdem Kopfschmerzen. Gespräch mit Kondo-sensei und Saegusa-sensei.

Erstmal wird mir gratuliert, ich hätte mich ja super verbessert im Gegensatz zum Test im Frühling. Damals wäre ich ja gerade mal Nummer 27 von 35(?) Austauschstudenten gewesen. ‘Das ist auch logisch, schließlich war ich so krank, dass ich mich nicht mal erinnern konnte wie man bestimmte Katakana schreibt!!!’ dachte ich da nur bei mir. Und Katakana lernt man an der (dts.) Uni in der 1. oder 2. Woche. Die Ergebnisse konnte man also von einem logisch betrachteten Standpunkt aus gar nicht miteinander vergleichen. Die zwei Dozenten taten es trotzdem und lobten mich, dass es dieses Mal sogar unter die Top 10 (Top 6 sogar, wenn ich mich nicht verzählt habe) geschafft hätte. Aber ich erwähnte ja bereits, dass man Logik hier manchmal einfach nicht benötigt. Wäre toll, wenn das auch für die Gesetze der Physik gelten würde, ich wollte schon immer mal den Fuji-san (Fujiyama ist eine falsche Bezeichnung) hoch- und runterfliegen.

Jedenfalls darf ich in der A-Klasse bleiben und werde eventuell auch in dem Unterricht für Aufsätze in die A-Gruppe versetzt. Wobei die zwei sich da noch einmal beraten wollten, nachdem ich ihnen gestanden habe, dass Aufsätze schreiben so mit das Ätzenste ist, was ich hier machen muss an der Uni und ich es entsprechend nicht besonders mag.

Später habe ich dann im Büro noch meine ganzen Noten für die anderen Klassen erfahren: Alles A, bis auf 2 Bs und ein C. (jap=deu Note: AA=1, A=2, B=3, C=4, E=5, F=6) Das C habe ich im unterirdischen, zu recht völlig unterbewerteten und scheiße langweiligen Unterricht 留学生生活 (das Leben der Austauschstudenten) bekommen. Warum? Nun, ich habe von 5 Tests oder so 3 verhauen (mit 50%, lol), weil ich nie gelernt habe. Und bei einem Test habe ich auf der zweiten Seite bei jeder Frage geantwortet “Weiß ich nicht. Habe ich keine Lust zu beantworten. Ich geh jetzt nach Hause.” Warum dann trotzdem ein C und kein E oder F? Naja, weil ich mich in außeruniversitären Veranstaltungen aktiv eingebracht habe, z. B. das Schrein-durch-die-Gegend-tragen beim Koshigaya-Matsuri (祭 matsuri = Fest) und weil ich anderen Studenten mit Rat und Tat geholfen habe. An ersteres kann ich mich erinnern (und da kommt auch noch ein Bericht zu, versprochen), aber an letzteres?! *lol*

Woher ich diese Details weiß? Nun ja, jeder Dozent ist angehalten über jeden Studenten im Unterricht seine Einschätzung in einem Mini-Bericht festzuhalten und die durfte ich einsehen. Was im Übrigen in diesem Jahr zum ersten Mal den Studenten erlaubt ist. In den Jahren vorher durften diese detaillierten Bewertungensprofile der Dozenten nicht von den Studenten selbst eingesehen werden. Aber wozu ist ein Bewertungsprofil gut, wenn derjenige, der bewertet wird, keine Einsicht erhält. Wie soll er dann wissen was er falsch macht, was er richtig macht, was er besser machen könnte, etc.? Mal wieder keine Logik vorhanden, aber das Thema hatten wir ja schon zur genüge heute.

Bis zum nächsten Eintrag; meine Finger bluten und ich will mich noch ein bisschen Ausruhen bevor morgen mein Geburtstag ist und ich wieder ein Jahr älter werde. *seufz*

Sommerpause

Geschrieben am 11. August 2008 in Japan, Vorbereitung, 旅行, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

So, nach der erzwungenen Sommerpause jetzt die “normale” Sommerpause für ungefähr 2 Wochen.

Der Trip geht nach Osaka, Kyoto, Nara, Kobe und Hiroshima. Zum Abschluß soll es dann nach Sapporo gehen.

Und das alles in der Obon-Woche, in der ganz Japan am Reisen ist. Gnarf. Wird schon schief gehen.

Bis in 2 Wochen dann.

Ich packe meinen Koffer

Geschrieben am 28. März 2008 in Vorbereitung, doitsu, 写真 von Daniel || 1 Kommentar

Koffer packen

Und es steht geschrieben, dass du nur 20kg in den Koffer packen solltest, da dich sonst der Schlag trifft beim Anblick der zusätzlichen 30 Ocken pro Kilo Gepäck. Update: Man darf max. 8kg Handgepäck mit an Board nehmen und bestimmte Gegenstände sind verboten (wie bereits berichtet).

Achja, Geld habe ich auch gewechselt, aber die Bank hat mir einen SCHEISS Kurs von 1 Euro zu 148 Yen gemacht, so dass ich für die bestellten 150.000 Yen 1008 Euro zahlen musste, statt 940 Euro oder so bei dem aktuell realen Kurs. Grrr. Überall wo man hinguckt ABZOCKE!

Yen Fächer

Apropos Geld: Auslandsbafög ist bestätigt, d. h. ich kriege Moneten. Bleibt nur die Frage ob wirklich nur für ein Semester, denn so ganz werde ich aus dem Schreiben nicht schlau. Egal, das erste halbe Jahr ist erstmal gesichert und das ist ja auch schon was. :)

Update: Förderung mit Auslandsbafög geht für ein Jahr. Hab’s gerade auf der Rückseite des Schreibens gefunden.

Und ansonsten bin ich froh, dass JP und ich mit Scandinavian Airlines fliegen und nicht etwa mit British Airways, denn da hätten wir jetzt große Probleme.

Übrigens: ich wußte gar nicht, dass Japan weltweit Nr. 2 in der Solartechnologie-Herstellung ist. Direkt nach China und vor Deutschland. Ich dachte immer, Deutschland wäre da ganz weit vorne, sieht aber mittlerweile wohl nicht mehr so aus.

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