PORNO UND GEWALT!

Geschrieben am 26. Januar 2009 in Japan, Veranstaltung, Vorurteile, doitsu, ニュース, 大学 von admin || Keine Kommentare

Dem dpa-Artikelschreibhanselerling Lars Nicolaysen würde ich gerade gerne derbst eins auf die Fresse geben gratulieren für zu diesenm nicht sonderlich guten hervorragenden Artikel, den SpOn veröffentlicht hat: PORNO UND GEWALT - Japan plant Handy-Verbot an Schulen! (Wer Ironie oder Sarkasmus findet, darf entsprechendes behalten!)

Seriously, WTF, dude?!

“Jeder Sechste der 16-Jährigen gab zudem an, täglich mehr als 50 SMS zu verschicken.” (Hervorhebung von mir!) In Japan werden keine SMS verschickt, sondern Emails! Die Japaner haben es hier weitaus besser als wir rückständigen Deutschen/Europäer. Mal davon ab, dass diese Mails von Mobiltelefon zu Mobiltelefon oder Mobiltelefon zu Rechner schweinebillig sind (je nach Tarif sogar kostenlos)! Warum wird hier dem Nicht-Japan-Kenner eingeredet, dass man in Japan SMS benutzt?! SMS sind sowas von 1990er und außerdem maßlos überteuert! Es wird Zeit, dass sich da endlich mal was ändert im deutschen/europäischen Mobilfunk!

“Eine andere Studie der Präfektur Osaka ergab, dass unter den 13-Jährigen jeder Sechste mehr als drei Stunden am Tag das Handy benutzt. Unter den 16-Jährigen tut das jeder Dritte.” Tut tut tut, wozu ist die Hupe gut?

“Mit Handys lassen sich Busse, Bahnen und selbst Taxis bezahlen, kostenlos Fernsehen schauen, Urlaubsreisen buchen, Manga-Comics und ganze Romane lesen.” Durchaus richtig, aber direkt der nächste Satz *grrrr*

“Zu den mobilen Angeboten gehören jedoch auch Pornos, Internet-Seiten, auf denen sich Selbstmörder zum Gruppensuizid verabreden und “deai-saito” - Seiten, über die Erwachsene oft an Sexkontakte mit Schülerinnen gelangen.”

W-T-F?!

Bei diesem Satz ist mir die Galle dann doch übergelaufen. Soviel Müll in einem Satz… wenn ich den Nicolaysen treffen würde, würde ich ihn fragen wie groß er ist und dann auf seine Antwort erwidern “Ich wußte gar nicht, dass man *piep* so hoch stapeln kann!?”! Was soll diese einseitige Negativ-Bild?! Was will mir der Autor damit sagen und vor allem was für ein Japan-Bild will er hier dem durchschnittlichen Bild-Leser, der gerade mal Castrop-Rauxel von Bottrop-Kirchhellen unterscheiden kann (wahrscheinlich ist selbst das schon zu hoch gegriffen für diese Klientel) vermitteln?!
*seufz* Jaja, was es nicht alles Schlimmes auf dieser Welt gibt…

“Andere wie Professor Shigeki Ito von der Universität Komazawa bezweifeln ohnehin, dass ein Verbot an Schulen groß etwas bringt. Schließlich benutzten die Kinder ihre Handys nach dem Unterricht sowieso weiter.” Naja, zumindest bringt er beide Seiten der Argumentation, also pro und contra Mobiltelefon-Verbot in Schulen. Und es ist ja auch überhaupt schön, dass sich mal jemand die Mühe macht und es den Nicht-Japanologen in Deutschland ermöglicht einen kleinen Einblick in die いじめる (quälen; ärgern; mobben; misshandeln; belästigen; drangsalieren; übel mitspielen) Problematik in japanischen Schulen zu geben.

Also, warum habe ich mich nochmal aufgeregt?!

PS: Hab’ gerade mein レポート (report) im Fach “Deutsche Jugend- und Kinderliteratur” bei Nohara-sensei fertiggestellt: Thema “Michael Ende ミヒャエル・エンデ”, Untertitel “Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer「ジム・ボタンの機関車大旅行」”. 9 Seiten voll mit, an deutschen akademischen Standards gemessenen, unterirdischen Beschreibungen und Meinungen - keine Analyse oder Vorgehensweise notwendig, die Meinung zum Werk war gefragt. Ja, liebe Freunde der guten Nachtmusik, so kriegt man an japanischen Unis seine CP hinterhergeworfen. Man rotzt ein 2000 Kanji umfassendes Skript hin, dass nichts anderes enthält als eine Zusammenfassung der entsprechenden Wikipedia-Artikel und die eigene, (im wissenschaftlichen Kontext eigentlich) völlig belanglose Meinung zum Werk des Autors. Haha. Gott, ist das traurig.

Dezember, Dezember, Dezember

Geschrieben am 31. Dezember 2008 in Japan, Nightlife, Veranstaltung, Vorurteile, 写真, 大学, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

So, nachdem die Feiertage endlich überstanden sind, gibt es hier auch mal was Neues.

Noch knapp 3 Monate und ich muss ich wieder nach Deutschland zurück. Rückflug ist schon gebucht - British Airways (weia!) für 730 Teuronen - und geht am 26. März. Irgendwie traurig und schade, weil ich eigentlich nicht hier weg möchte. Auf der anderen Seite möchte ich mal wieder richtige Pizza, saftigen Döner oder einfach nur ne geile Pommes-Currywurst mit dick Mayo essen, von lecker Brot, Käse und Wurst sollte ich lieber gar nicht erst anfangen zu erzählen. Achja, meine Freunde mal wieder treffen und schön einen Heben, dass wär’ auch ganz geil (von meinen Eltern und Geschwistern ganz zu schweigen!). (^_^)

Und apropos Essen, wir haben hier am 13. Dezember 餅つき (餅:mochi sind japanische Reiskuchen, die traditionell vor allem zu Neujahr gegessen werden) hergestellt.

Also mit wir meine ich die ganzen älteren Semester aus der Nachbarschaft, die natürlich auch derbe Alkohol mitgebracht habe, sowie die Austauschstudis der Bunkyo Universität. Und wenn ich sage, wir haben mochi hergestellt, dann meine ich eigentlich die anderen haben kräftig hergestellt, während ich nur mit der Kamera daneben stand und alles im Bild festhielt. Denn nachdem ich schon bei dem 食文化 “Fest” alleine Currywurst gemacht habe, hatte ich irgendwie nicht den Bedarf mich jetzt hier beim mochitsuki zu verausgaben.

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話せたらカッコイイと思う外国語, Here is Japan, Hörverstehen und anderes

Geschrieben am 11. Dezember 2008 in Hintergrund, Japan, Vorurteile, ニュース, 写真, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Heute mal ein paar Dinge, die ich in den letzten Tage im Netz gefunden habe.

Schnellzugriffsliste

話せたらカッコイイと思う外国語 - Coole Fremdsprachen
Here Is Japan - Videos
FuckedGaijin
Smilies
Online-Kurse, Lese- & Hörverstehen
Jesus war Shintoist!

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話せたらカッコイイと思う外国語

Einer Umfrage über den Coolheitsgrad von Fremdsprachen in Japan von iShare nach ist Englisch ganz weit vorne. Logisch, aber überraschenderweise macht sich Deutsch auch nicht so schlecht.

1. Englisch - 64.8%
2. Französisch - 13.0%
3. Italienisch - 5.1%
4. Deutsch - 5.1%
5. Spanisch - 2.0%
6. Latein - 2.0% (seriously: WTF, Latein???)
7. Arabisch - 1.4%
8. Chinesisch - 1.4%
9. Koreanisch - 1.0%
10. Thailändisch - 1.0%
11. Russisch - 1.0%
12. Portugiesisch - 0.7%
13. Andere - 1.4%

coole Fremdsprachen

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Here is Japan & Tokyo Punch!

Ich bin ja normalerweise kein Freund von Amerika sowie dümmlichen und auf mich oft einfach nur hocharrogant-wirkenden Amerikanern, aber hier mache ich gerne mal eine Ausnahme, denn was Tokyo Cooney an Videos in seinem Youtube-Account angesammelt hat, ist wirklich sehenswert. Er nimmt mir die Arbeit ab selbst Videos über Japan drehen zu müssen, um meinen Bekannten und Verwandten so zu zeigen wie das hier im Land der aufgehenden Sonne so ist.

Ich empfehle für den Anfang seine Videos über sein Life in Japan. Hier mal als Appetithäppchen die Folgen 1 und 2 (über die diversen Getränke- und sonstigen Automaten in Japan) sowie 6 (über Geldautomaten und Ueno).
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Zusammen mit Frederic, einem Franzosen, ist er übrigens mit Verantwortlich für die animierte Comedy-Serie Tokyo Punch!. Hier die Folge Roller Coaster Sushi:

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FuckedGaijin

Durch die Artikel oben bin ich übrigens auf eine andere Seite gestoßen, die ich vor Urzeiten mal ausgegraben, aber dann wieder vergessen hatte. Shame on me. Here it is: www.fuckedgaijin.com - Empfehlenswert, besonders das Forum.

Der aktuell interessanteste Artikel auf der Startseite hat die verheißungsvolle Überschrift Working In Japan Makes You Sick. Grundlage ist der Telegraph Artikel Japan is least healthy place in the world to work, welcher mir durchaus zu denken gibt.

As many as three in five Japanese workers complain that they have become ill or unhealthy as a result of workplace grievances.
[...]
Overworking has emerged as an acute problem in modern day Japan, which even has a word - karoshi - for death from overworking. Japan also has a high rate of work-related fatalities.

Ich glaube, ich hätte doch besser Ihrer Majestäts Englisch und Hindi studieren sollen, wie?

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Smilies

Habe im Kruta Blog neulich eine kleine Liste von alltäglichen Smilies, die JapanerInnen so benutzen, gefunden. Ich gebe die mal einfach unkommentiert per Copy&Paste wieder:

($_$): Gierig
(^_^): Lachen
(*_*): Verliebt
(^_-): Frech zwinkern
(=_=): Schlafen
(@_@): Verwirrt
{{(>_< )}}: Vor Wut schütteln
(-_-)zzz: Gute Nacht!
W(`O`)W: Laut brüllen
( ._.): Suchend um sich schauen
|(-_-)|: Nicht zuhören
(’;'): Baby
m(_ _)m: Entschuldigung und sich verbeugen
p(^^)q: Glück wünschen (Plakat hochhalten)
(-,@): Zwinkern und Zunge zeigen
(*^_^*): Erröten und schüchtern lächeln
(>_< ): Autsch!
(?_?): Überrascht sein
< <(-_-)>>: Ohren zuhalten
(-,@): Zwinkern und Zunge zeigen

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Online-Kurse, Lese- & Hörverstehen

Nachtrag zu Vokabeln üben ・単語を練習する: 39 Free Japanese Courses You Should Sign Up For Right Now. Hinweis: keine Ahnung, ob die Angebote gut sind oder total BS, ich habe keines davon ausprobiert.

Dann wäre da noch die Seite nihongoresources.com - more than just a dictionary site, welche auf mich einen sehr brauchbaren Eindruck macht.

Wer japanischen Lesestoff benötigt und Grußelgeschichten für zwischendurch mag, der sollte sich ほぼ日刊イトイ新聞 - 「ほぼ日の怪談」 ansehen.

Zum Hörverstehen bietet sich für alle diejenigen, die nicht in Japan verweilen, an, sich Radio oder TV-Nachrichten im Internet anzuhören respektive anzusehen. Gute Quellen sind zum Beispiel die Radio-Nachrichten von NHK (staatliches Japanisches TV, denkt ARD) oder einer lokalen (hier in Koshigaya/Saitama) Radiostation, wobei ich gerade nicht ganz durchblicke, ob die nur Podcasts im Angebot haben (sieht so aus) oder auch einen Live-Stream (kann ich leider nicht finden).

Für alle die gerade neu in Japan sind oder demnächst nach Japan kommen und noch nie vorher hier waren und auch noch die Sprache lernen möchten, empfehle ich dringend: Schafft euch ein Radio an und stellt euch einen Sender ein, der nicht nur Werbung und/oder Musik spielt, am besten einen lokalen Sender. Warum Radio und nicht TV? 1. Ist japanisches TV grottig, wirklich grottig (ok, das ist meine bescheidene Meinung, aber ich habe recht!). Und 2. TV ist nicht auf Hörverstehen ausgelegt, da wird (besonders hier in Japan) sehr viel Wert auf Visuelles gelegt. Das ist im Radio anders, welches ja gerade auf Hörverstehen angewiesen ist und damit arbeiten muss. 3. Während man Radio hört kann man alles mögliche machen (Internet surfen, Mails schreiben, Wäsche zum Trocknen aufhängen, Essen vorbereiten, …). Mit TV auf der anderen Seite ist man so gut wie immer gezwungen sich des öfteren zum TV-Gerät zu drehen um zu sehen, was für bekloppte und selten dämliche (=gefährliche) Dinge die Japaner jetzt wieder anstellen.

Aber wenn ihr mir nicht glaubt, dann macht einfach mal den Test: eine Woche lang nur TV und eine Woche lang nur Radio. Believe me, with radio you will most definitely not go insane within the first two days.

Außerdem im Angebot: eine der vielen japanischen Video- oder Podcast-Portale wie z. B. www.podcastjuice.jp (Podcast), www.gyao.jp, www.woopie.jp oder www.fooooo.com (alle drei Video).

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Jesus war Shintoist!

Ok, ich übertreibe, aber ableiten könnte man dies durchaus aus Jesus heiratete Japanerin und wurde 106 Jahre alt, wenn man die folgende Meldung für bare Münze nimmt und dieser Quelle trauen darf: Dorf in Japan hütet Grab Jesu. Spezialität des Ortes: “Reiswein, mit dem passenden Namen ‘Christus-Dorf’” (Krone.at). Ich zitiere mal nur den Einleitungstext von Krone.at, dass reicht eigentlich schon um sich ein Bild zu machen:

Über der verschneiten Dorfstraße prangt ein blau-weißes Hinweis-Schild: “Zum Grab von Christus”. Doch nein, das hier ist nicht der Nahe Osten, sondern der Ferne. Genauer gesagt Shingo, ein kleines von Reisfeldern, idyllischen Bergwäldern und Apfelbäumen umgebenes 3.000-Seelen-Dorf im hohen Norden Japans. Der sieben Autostunden von Tokio entfernte Ort lockt den Besucher nicht nur mit Delikatessen wie Knoblauch-Eis, sondern auch mit einer erstaunlichen Legende: Demnach ist Jesus Christus nicht etwa auf dem Hügel Golgata gestorben, sondern hier, im 10.000 Kilometer entfernten Japan.

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Das soll’s erstmal gewesen sein, hoffentlich ist die eine oder andere nützliche Info für den einen oder anderen dabei. Und falls wer einen interessanten Link-Tipp hat: immer her damit (besonders wenn es sich um japanische Podcasts/Live-Streams handelt!). :-)

Mein (nicht mehr ganz so) neuer Mitbewohner

Geschrieben am 10. November 2008 in Japan, Nightlife, Vorurteile, 写真, 日記, 暇な時 von Daniel || Keine Kommentare

Irgendwann im August bis jetzt

Seit August habe ich einen anderen Mitbewohner. Han-Solo bzw. Han Sanjei (gesprochen San-jay, wie in Jay und Silent Bob). Koreaner, genauer: Südkoreaner. Spricht perfekt Japanisch. Ist 23 oder 24 Jahre jung. Und sehr nett.

Wir haben hier schon oft zusammen gekocht, gespeist und - natürlich - einen oder zwei, oder auch mehr, gehoben. Alkohol versteht sich.

Nun, warum habe ich überhaupt einen neuen Mitbewohner bekommen? Oder besser gefragt: warum musste ich umziehen? Nunja, das ist etwas komplizierter und 100% eingeweiht in die Details bin ich auch nicht und eigentlich ist es mir auch scheißegal, aber es war wohl so, dass er mit dem Kiwi, mit der er vorher zusammen wohnte, überhaupt nicht klar kam bzw. der nicht mit ihm. Die haben sich wohl hauptsächlich wegen der Strom- und Wasserkosten voll in der Wolle gehabt. Und wegen des Kühlschranks.

Huh? What?

Naja, um es mal so zu sagen: Koreaner sind arm. Oder anders ausgedrückt: Lebenshaltungskosten in Korea sind um ein vielfaches niedrieger als hier in Japan. Das hat mir kürzlich auch Malte (Kommilitone) bestätigt, der für 10 Tage drüben war. Dort sind Lebensmittel und sonstige Kosten wirklich sehr, sehr viel günstiger als hier oder in Deutschland.

Und weil dem so ist, versuchte Han bei jeder Gelegenheit und überall Strom zu sparen. Nun hat aber William, der Kiwi, im (schweineheißen) Sommer dauernd die Klimaanlage genutzt, was natürlich Strom kostet. Warum ist das wichtig? Naja, weil die Stromrechnung 50/50 geteilt wird, egal wer wie viel verbraucht. Und das fand Han halt nicht ok, weil er seiner Meinung ja kaum Strom verbrauchte - er hat die Klimaanlage in seinem Raum nie benutzt. Das er auf der anderen Seite seinen Reiskocher, der übrigens nicht seiner war, den er aber trotzdem exklusiv genutzt hat, 24h / 7d die Woche laufen lies und im Kühlschrank 3/4 des nutzbaren Volumens mit Kimchi in Anspruch nahm, selbst gut zum Stromverbrauch beitrug, dass nahm er gar nicht zur Kenntnis. William aber schon und deswegen hatten sich die zwei gut in den Haaren.

Da gab’s wohl auch noch ein paar andere Sachen, welche das Verhältnis der beiden unüberbrückbar zerrüttete (u. a. habe ich aus 2. Hand erfahren, dass Han wohl Rassist ist und alle Nicht-Asiaten, besonders Westler, hasst und sie alle am liebsten aus Asien verbannen würde, wenn ich das richtig verstanden habe).

Anyway, irgendwann im Juli wurden wir dann alle einzeln “vernommen”, ob wir uns nicht vorstellen könnten den Mitbewohner (und damit das Zimmer bzw. Apartment) zu wechseln. William hatte diese Bitte mehrfach an die Office-Ladies herangetragen und sogar mit Auszug zu seiner Freundin, die in Japan wohnt und lebt, aber keine Japanerin ist, “gedroht”. Tja, und weil ich irgendwie der einzige andere war, der kein Problem mit einem Umzug in ein anderes Apartment (und somit neuen Mitbewohner) hatte, kam dann halt eins zum anderen und ich zog um zum “geizgen” Koreaner.

Aber, ich muss sagen, meine Situation hat sich mit dem Tausch nicht verschlechtert, eher verbessert, würde ich sagen. Natürlich mussten wir uns erstmal näher kennenlernen und ich denke, dass ist mir ganz gut gelungen. Koreaner sind ziemlich “bestechlich”. Hier mal ein Bier, da mal ein Abendessen zusammen, dort mal ne Familienpackung Klopapier & ‘ne Großpackung Waschmittel, schon ist die Welt in Ordnung.

Ich musste ihm am 2. Tag, nachdem ich eingezogen war, aber auch direkt erstmal sagen, dass das so mit dem Kimchi und dem Kühlschrank nicht geht. Also das er 3/4 des Teils für sich in Anspruch nimmt und ich kaum Platz habe. Danach war das Thema durch und seitdem haben wir keine Probleme mehr damit.

Seitdem kommen wir sehr gut miteinander aus, würde ich sagen. Natürlich gibt es auch ein paar Dinge, die mich an ihm stören, aber es ist jetzt nichts weltbewegendes. Zum Beispiel stampft er immer sehr laut durchs Apartment, egal zu welcher Uhrzeit; also auch um 1:00 Uhr Nachts, wenn er von seinem Teilzeitjob zurück kommt oder so und ich gerade eingeschlafen bin. Das nervt dann schon manchmal. Er lässt auch gerne mal die Klo-Tür beim Pinkel speerangelweit auf.

Das andere ist, dass er oft auch einfach mal mein Bier/Cocktails/Gemüse aus dem Kühlschrank für sich in Anspruch nimmt, aber das ist jetzt nicht so wild, weil er mir auch oft an anderen Tagen was anderes dafür anbietet. Wir haben hier auch schon oft für einander gekocht und oft fragt er mich auch einfach mal so, ob ich nen Tee möchte oder so. Ist also schon ganz nett, würde ich sagen. Und ich denke, ich konnte sein negatives Bild der Westler (siehe oben) etwas gerade rücken. Hoffe ich.

Gestern haben wir dann zusammen mit Midori, welche im Büro für Auslandsstudis mit den andere Office-Ladies arbeitet, schön lecker Salat und Hamburger gemacht. Das war ein richtiges Fressfest und hat ‘ne Menge Spaß bereitet. Zwei Wochen vorher hatten wir schon mal Pizza (inc. Teig) komplett selbst gemacht. Das kam auch sehr gut an. :-)

Hier noch ein paar Bilder von unserem Burger-Festival. Es waren übrigens noch so viele übrig, dass Han und ich heute morgen Burger zum Frühstück hatten und heute abend den Rest des Salats verdrückt haben. :-)

PS: der nach Pfirsich und Mango schmeckende chinesische Likör schmeckt übrigens ziemlich geil mit Milch zusammen gemixt on the rocks. Kommt echt lecker. In diesem Sinne: Prost! :-)

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Halloween? Schulfest!

Geschrieben am 2. November 2008 in Japan, Veranstaltung, Vorurteile, 写真, 大学, 日記, 暇な時, 見学 von Daniel || Keine Kommentare

Freitag, 31. Oktober 2008 - Halloween

So, an diesem Tag startet das Bunkyo-Uni-Fest. Alle Studenten haben sich mächtig ins Zeug gelegt um ihre Fressbuden ans Laufen zu kriegen. Für die Vorbereitung alleine haben die hier eine ganze Woche Unterrichtsfrei bekommen. Ja, richtig gelesen. Unterrichtsfrei. Alle. Außer wir. Wir Austauschstudis hatten natürlich weiter regulär Unterricht. Kann ja auch nicht angehen das alle anderen frei haben und wir auch. Wo kämen wir denn da hin?

Diese ganze Kirmes hier bestätigt nur mal wieder mein bisher gewonnenes Bild japanischer Universitäten: es sind Kindergärten für Spätpubertierende, die sich 4 Jahre lang die Eier schaukeln und am Ende einen Abschluss hinterher geworfen bekommen. es sind Bildungsstätten, an denen gerne mal die Bildung beiseite geschoben wird um sich vom arubaito oder bukatsu Streß des Vortages zu erholen beim entspannten Mittagsschläfchen während der Vorlesung. Überhaupt haben hier bukatsu, arubaito und besonders die Job-Suche (bei Studenten im letzten Jahr) Vorrang vor der Bildung. So zumindest mein Eindruck.

Anyway. Das ganze Fest war sehr nett aufgemacht und es war spaßig sich das mal so aus der Nähe anzusehen. Aber: wenn man zuvor schon mal auf einem “normalen” “Straßen-Matsuri” war, dann weiß man eigentlich schon wie das so ist. Der einzige Unterschied zu einem normalen matsuri ist, dass dieses hier auf dem Campus der Uni stattfindet und das es (unter der Woche) keinen Alkohol gibt. Der Rest ist gleich. Selbst Besucher aus der Umgebung kommen vorbei, um sich das Spektakel anzusehen.

Achja, ich muss nicht extra erwähnen, dass mir jeder und jede was zu essen oder zu trinken andrehen wollte und mich gebeten hat doch unbedingt bei ihrem Stand vorbeizukommen um da was zu kaufen, oder? Nach dem 10. Mal freundlich absagen hatte ich dann allerdings die Schnauze voll und habe nur noch gesagt “Später, später.” und mich taub gestellt. Gott, irgendwann nervt es halt nur noch, auch wenn die Mädels hier noch sexy sind und unglaublich attraktiv aussehen. :-(

Bild des Tages
Bild des Tages vom Uni-Fest, Halloween 2008

Das Fest geht übrigens noch bis Sonntag und ab Samstag verkaufen die hier auch Alkohol. Warum die das am Starttag (Freitag) noch nicht gemacht haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings gehe ich ganz stark davon aus, dass Logik dabei auch dieses Mal keine Rolle gespielt hat.

So, und hier noch ein paar Bilder, damit ihr einen kleinen Eindruck von dieser Kirmesdiesem daigaku-matsuri bekommt.

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